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How Do You Know - Interview

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Aka Titel:Woher weisst du, dass es Liebe ist
Land (Jahr): USA (2010)
Genre:Comedy, Drama, Romance
Filmlänge:121min
Regie:James L. Brooks
Kinostart:20.01.2011
 26.01.2011 (Romandie)
Drehbuch:James L. Brooks

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Cast:
Paul Rudd
Reese Witherspoon
Jack Nicholson
Owen Wilson
Kathryn Hahn
Andrew Wilson
Dean Norris

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James L. Brooks: «Was für ein süsser Gedanke!»

Er lacht viel, gerne auch über seine eigenen Witze: der «How Do You Know»-Regisseur und «Simpsons»-Urvater im Cineman-Interview.

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Wie unterscheidet sich die Arbeit mit Schauspielern von der mit den Simpsons?
Ich arbeite ja mit Schauspielern für die Simpsons, mit wunderbaren übrigens. Und diese Schauspieler leihen ihren Figur nicht einfach nur ihre Stimme, sie verwandeln sich mit Haut und Haar in ihre Figuren. Wir wohnen ja alle in dieser Welt der Simpsons, deswegen ist die Serie so gut. Da steckt viel Arbeit dahinter.

Lässt ein Studio eine grosse Nummer wie Sie eigentlich einfach machen?
(Lacht.) Was für ein süsser Gedanke! Da gibt es jede Menge Druck, sogar unvorstellbar viel Druck! Wenn man Filme für ein grosses Studio dreht, weiss man: Die Messlatte liegt hoch. Und man hat unglaublich viel Verantwortung. Das fühlt sich an als versuchte man, sich in einem Hurrikan mit jemandem zu unterhalten.

Die meisten Regisseure pflegen aber zu sagen: Wir hatten uns alle lieb, es war alles so toll.
In gewisser Weise war auch alles toll. (Lacht herzhaft.) Aber: Es lastet ja schon auf dem Studio ein Riesendruck. Es gibt zum Beispiel einen Produktionsplan, der eingehalten werden muss. Ich kann mich echt nicht beklagen. Wenn ich die Idee für einen Film habe, und ich kriege die Leute und das Geld zusammen, den Film zu drehen, dann habe ich ein Riesenglück.

Sie haben sehr wenig Filme gedreht. Warum eigentlich? Nach Ihrem Oscar-gekrönten Erstling Terms of Endearment hätten Sie doch machen können, was Sie wollten.
Ich hatte tatsächlich lange Zeit Mühe, damit klarzukommen, obwohl die Anzahl Filme, an denen ich beteiligt war, einigermassen im normalen Bereich liegt. Es sind insgesamt vielleicht 15 Filme? Ich habe ja auch einige Filme produziert. Sowas nehme ich nicht auf die leichte Schulter. Ich habe ja nicht auf der faulen Haut gelegen, habe «nebenher» immer sehr viel fürs Fernsehen gemacht. Aber ich bin schon eher langsam, wenn's um Kinofilme geht. Ich brauche gewöhnlich ein Jahr für die Recherchen, ein Jahr fürs Schreiben und ein Jahr, um den Film zu realisieren. Dafür habe ich lange Jahre zwei Stunden TV pro Woche geschafft. (Lacht.)

Fast alle Ihre Filme handeln von Dreiecks-Beziehungen. Zufall?
Hab' ich nie drüber nachgedacht, stimmt aber. Bei How Do You Know war's jedenfalls nicht vorgesehen, bis ich Owen Wilsons Figur geschrieben habe. Die sollte eigentlich nur in einer Szene auftauchen, aber dann habe ich mich richtiggehend in die Figur verliebt. Das Dreieck ergab sich also, ohne dass ich es geplant hätte. Hat einfach Spass gemacht beim Schreiben.

Ein Wort zu Paul Rudd.
Es gibt nur ein paar wenige Schauspieler, mit denen man ihn vergleichen kann - Jack Lemmon vielleicht, James Stewart - was natürlich ein grosses Kompliment ist. Aber Paul ist einzigartig, was seine physische Präsenz angeht, wie er eine komische Figur zum Leben erweckt, das kann sonst keiner. Und er kann einen ganzen Film tragen.

Was halten Sie von Remakes?
Ich glaube, das sind Filme, die schon mal gemacht wurden. (Lacht schallend.)

Würden Sie es zulassen, dass man einen Ihrer Filme «nachdrehte»?
Kann ich nicht sagen. Im Moment wird gerade ein Remake von Arthur gedreht, ein grossartiger Film. Regisseur Steve Gordon war ein guter Freund von mir. Ich bin happy für ihn, ich hoffe, sie machen's gut und halten sich an sein Script. (Lacht.) Sonst hielte ich die ganze Übung für fragwürdig. Ich selbst bin überhaupt nicht der Typ für Remakes.

Wenn Sie einen Film wie How Do You Know drehen: Nehmen Sie sich andere Regisseure zum Vorbild?
Nein, aber ich lese alte Drehbücher, das mache ich immer wieder. Scripts wiederlesen, die ich liebe - ein Hobby von mir.

Sie haben oft mit Jack Nicholson gedreht. Was macht ihn aus?
Ich bin jedes mal aufgeregt, um nicht zu sagen: Ich habe Angst davor. Das ist aber genau das Grosse an Jack. Es wird nie einfach normal mit ihm. Er ist ja so wunderbar, weil er sich so viel bewahrt hat, er ist trotz all seiner Erfolge verletztlich geblieben, er fragt sich noch heute, ob er genügt, mit dem, was er bringt. Er hat sich das erhalten können. Ich nicht. (Lacht.)

[James L. Brooks wurde interviewt von Stefan Gubser, Cineman.ch]

Paul Rudd: «Hoffentlich eifersüchtig?»

In seinem Pub kriegen auch Frauen ein Bier, und Courtney Love hat ihm mal eine Topfpflanze geschenkt. Kein Wunder: ein sehr netter Mensch, dieser Paul Rudd.

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Wann sagen Sie: Diese Rolle muss ich unbedingt haben?
Wenn ich das Drehbuch mag, das ist immer das entscheidende Kriterium. Und wenn ich wieder mit Leuten arbeiten kann, mit denen es schon mal Spass machte. Das ist mir auch je länger, desto wichtiger. Aber ich lese in der Regel einfach das Drehbuch, und wenn es mich begeistert, hoffe ich, ich darf zum Vorsprechen.

Sie müssen immer noch vorsprechen?
Das macht mir überhaupt nichts aus. Ich hatte schon Streit mit meinen Agenten, weil die immer sagen: Entweder die wollen nur dich, oder sie kriegen dich nicht. Mir macht das Vorsprechen aber nichts aus. Ich bin mir nicht zu gut dafür, einfach mal hinzugehen und zu schauen, ob's für mich hinhaut, auch mit den andern Schauspielern. Aber manchmal sagen die Agenten: Vergiss es, Paul, du gehst nicht hin. Für How Do You Know habe ich jedenfalls vorgesprochen.

Sie spielen eigentlich immer nette Typen. Ausser in Dinner for Schmucks.
Da war ich ein bisschen ein Arschloch, aber auch wieder ein nicht allzu grosses. Das ist immer verdammt schwierig, weil man ja schon möchte, dass das Publikum einen mag. Mir hat die Figur gefallen, obwohl ich kein netter Typ war.

Wie lebt es sich eigentlich als Sexsymbol?
(Lacht schallend.) Ich glaube nicht, dass ich eines bin. Meine Frau findet vielleicht, ich sehe gut aus und macht mir Komplimente: Dieser Anzug steht dir gut, zum Beispiel, das hört man natürlich gerne. Aber das ist wohl normal? Ich kenne mich da nicht so aus.

Aber dass man sie als Sexsymbol bezeichnet, werden Sie schon mitgekriegt haben?
Ich persönlich sehe mich nicht als Sexsymbol, das war vom lieben Gott auch nicht vorgesehen. Als ich ein Teenager war, kriegten immer die Football-Spieler die scharfen Mädels ab, zu diesen Jungs habe ich hoch geschaut. Das ist heute noch so. (Lacht.)

Courtney Love wird nicht müde zu betonen, wie sexy Sie sind.
Sehr schmeichelhaft. Aber ich glaube, die findet viele Leute sexy? (Lacht.) Ich habe mit ihr vor Jahren einen Film gedreht, sie war sehr nett. Einmal schickte sie mir zu Weihnachten eine Topfpflanze und zwei Tickets für das Radiohead-Konzert in New York, weil sie wusste, ich mag die Band. Ist doch richtig cool.

Sexy zu sein ist also eine gute Sache.
Ja, man kriegt Radiohead-Tickets und eine Pflanze dafür. Hoffentlich eifersüchtig?

Für How do you Know haben Sie mit ein paar der ganz Grossen Ihrer Zunft zusammengearbeitet. Was haben Sie von James L. Brooks, Jack Nicholson und Reese Witherspoon gelernt?
James hat mir beigebracht, meine Entscheidungen so lange in Frage zu stellen, bis ich keinen Zweifel mehr habe, welche Entscheidung die richtige ist - und warum. Bei ihm probiert man jede Szene vier-, fünfmal. Und immer, wenn etwas Ungeplantes passiert, sagt er: Lass uns dem weiter nachgehen. Das war richtig harte Arbeit! Jack Nicholson ist der passionierteste Schauspieler, den ich je gesehen habe. Und einer, der jedes Detail hinterfragt. Ich dachte immer: Wenn es jemanden gibt, der einfach aufs Set kommt und seine Szene ohne viel Aufhebens abdreht, dann muss es Jack sein. In unserer ersten Probe stellte er sieben Stunden lang Fragen! Bei Reese Witherspoon ist es die Hingabe, die mich vom Hocker haut. Sie bereitet sich monatelang akribisch vor, sie lebt und atmet sich auf eine Art in ihre Rolle hinein, wie ich es nicht schaffe.

Kann man die Arbeitsweisen von Judd Apatow und James Brooks vergleichen?
Beide sind letztlich am Gleichen interessiert: Sie wollen eine Story erzählen, und dass man sich für die Figuren interessiert. Bei Judd gibt's ein bisschen mehr Improvisation. Die spielt bei James zwar auch eine Rolle, aber bei ihm ist alles äusserst exakt ausgearbeitet. Manchmal wird was Kleines geändert, aber man hält sich in der Regel ans Drehbuch. Bei Judd dreht man eine Szene vielleicht einmal so wie vorgeschrieben, dann kann man improvisieren. Er sieht immer so viele Möglichkeiten und sucht die auch bewusst, das ist ein ganz anderer Ansatz.

Was machen Sie neben der Schauspielerei?
Ich bin gern mit meiner Frau und unserem Kind zusammen. Und ich habe ein irisches Pub in meinem Haus - wie schon mein Vater. Das macht richtig Spass. Nicht nur Zeit da unten im Keller zu verbringen, sondern auch Dinge fürs Pub zu sammeln, historischen Schnokus und solches Zeugs.

Und da schaut jemand vorbei?
Ja, manchmal. Diese Woche kommt wer vorbei! Manchmal kommen Freunde, neulich waren 40 Leute da. Ich schenke Guinness aus, habe aber auch andere Biersorten im Angebot. Und es ist alles gratis!

Dürfen auch Frauen rein?
Klar, sogar Kids. Womit ich gegen das Gesetz verstosse.

[Paul Rudd wurde interviewt von Stefan Gubser, Cineman.ch]

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