| Land (Jahr): | USA (2010) |
| Genre: | Thriller |
| Filmlänge: | 129min |
| Regie: | Clint Eastwood |
| Kinostart: | 27.01.2011 |
| 19.01.2011 (Romandie) | |
| 05.01.2011 (Tessin) |
Matt Damon: «Ich bin doch erst 40!»
Matt Damon über das Leben nach dem Tode, Dreharbeiten mit Kindern und Regisseur Clint Eastwood.
In Hereafter spielen Sie einen Mann, der mit Toten spricht. Glauben Sie an Menschen mit solchen Fähigkeiten?
Getroffen habe ich noch nie einen. Aber ich würde mich diesbezüglich nicht als Skeptiker bezeichnen. Ich denke es gibt Menschen, die sensiblere Antennen haben als andere. Ich kann nicht genau sagen was es ist, aber ich stehe der Idee gegenüber offen.
Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Das hoffe ich. Vielleicht geht aber auch einfach das Licht aus. Wir werden es alle irgendwann wissen.
Wann waren Sie erstmals mit dem Tod konfrontiert?
Als Kind, mit dem Tod meines Grossvaters. Und danach Freunde, auf verschiedene Weise. Mal erwartet, mal unerwartet. So wie meisten Menschen.
Herafter spricht demnach alle an.
Genau. Der Film stellt die Frage, die uns alle quält: Wohin gehen wir nach dem Tod? Diese plötzliche Unmöglichkeit, mit jemandem kommunizieren zu können. Im Film sucht ein kleiner Junge nach Antworten, die ihm kein Erwachsener geben kann, wie lange er auch nach ihnen sucht. Das bricht einem das Herz.
Ihre Schlüsselszene im Film teilen Sie mit einem Kinderschauspieler. Wie schwierig ist das für Sie als Schauspieler?
Schon beim Lesen des Drehbuchs war klar, dass das die wichtigste Szene im Film sein wird. Clint Eastwood und ich haben vor den Dreharbeiten nicht viel miteinander gesprochen, aber am Abend vor dieser Szene haben wir uns zusammengesetzt und einen Plan ausgeheckt.
Der da wäre?
Clint hat die Szene mit beiden Zwillingsjungen gedreht, um ihnen den Druck zu nehmen. Ich bin vorher zum einen und habe ihm Geheimnisse über den anderen entlockt. Welches Mädchen mag er? Wer hat die stinkensten Fürze im Haus? Kinder finden sowas lustig. Als die Kameras dann liefen, haben Clint und ich die echten Fragen gestellt, und die Gesichtsausdücke waren authentische Reaktionen. Ich konnte mir da viel von Clint abschauen.
Hätten Sie diesen Film auch mit einem anderen Regisseur gemacht? Solch ein Stoff könnte leicht ins Kitschige abdriften.
Sicher, es gibt doch viele gute Regisseure. Natürlich hilft es, dass ich Clint kenne und ihm vertraue. Ich wusste, es wird hier kein Overacting verlangt. Für eine Rolle wie diese war ich bei ihm in besten Händen. Er hat aus seiner Subtilität eine ganze Karriere gemacht.
Was hat Sie an der Rolle eines Mediums aus der Unterschicht gereizt?
Dieser Mann hat eine Verbindung zu den Toten, aber mit den Lebenden weiss er nichts anzufangen. Er hat diese tiefe Sehnsucht nach menschlichem Kontakt. Das hat mich interessiert.
Ein Drittel des Films ist französisch mit Untertiteln. Das birgt doch ein gewisses Risiko.
Weil die Amerikaner nicht lesen können! (lacht). Clint setzt da wirklich auf die Europäer. Er nennt Hereafter auch seinen «Europäischen Film». Der Film ist sicher härter an Teenager zu verkaufen. Aber er hat ja nicht 500 Millionen Dollar gekostet.
Kürzlich wurde bekannt, dass es einen neuen Bourne geben wird. Sind Sie wieder dabei?
Ich habe darüber im Internet gelesen. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Universal hat mich nicht einmal angerufen. Es wird wohl ein Bourne ohne Jason Bourne. Ich glaube sie nennen jetzt einfach alles Bourne.
Dafür drehen Sie wieder mit Steven Soderbergh.
In Contagion geht es um einen Supervirus. Ich hatte nur 14 Drehtage, weil meine Figur stirbt. Genauso wie alle anderen. Das ist mal ein echter Ensemble-Film.
Und bevor Sie selbst sterben: Welche drei Dinge wollen Sie unbedingt noch tun?
Oh Gott, muss ich mir jetzt schon Gedanken darüber machen? Ich bin doch erst 40! Aber ich habe eine Antwort für Sie: Ich möchte meine Töchter zu starken, unabhängigen Frauen erziehen. Und ich habe ja vier davon.
[Matt Damon wurde interviewt von Catharina Steiner]
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