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Filmkritik

Frühlingserwachen im Winter

Zwei Ehepaare auf dem norwegischen Land: Die Eingesessenen und die Zuzüger kommen sich näher - und bald bröckelt die scheinbar heile Ehefassade. Anne Sewitskys nordisches Beziehungsdrama heimste viele Festivalpreise ein.

Eine tief verschneite Waldlandschaft. Ein Wagen bahnt sich einen Weg durch die winterliche Märchenlandschaft. Der nette Sigve (Henrik Rafaelsen) und die etwas kantige Intellektuelle Elisabeth (Maibritt Saerens) steuern mit ihrem schwarzen Adoptivkind Noa (Ram Shihab Ebedy) ein neues Heim an. Sie wollen ihre Krise bewältigen und einen Neustart versuchen.

Kaum angekommen, werden sie geradezu aufdringlich von der neuen Nachbarin Kaia (Agnes Kittelsen) bestürmt. Keine Frage: Die will sie vereinnahmen, in ihr Leben einbeziehen. Man trifft sich denn auch bald zum geselligen Beisammensein, zum Spielen. Und es dauert nicht lange, bis die unbefriedigte und von ihrem Mann links liegen gelassene Kaia die Gelegenheit beim Geschlecht packt und unversehens Sigve befriedigt, den etwas drögen vermeintlichen Versager. Die Beiden beginnen eine heimliche Liaison. Später stellt sich heraus heraus, dass Kaias Mann, wortkarge Jäger Erik, gar nicht auf Jagd geht, sondern seinen homoerotischen Neigungen nachsteigt.

Parallel zu den Erwachsenen entwickeln der naiv-unschuldige äthiopische Noa und Sigves Sohn Theo ein eigenartiges Verhältnis von Kolonialherr und Sklave. Ein wenig spiegelt diese eigenartige «Freundschaft» auch die Malaise und das Leben von Kaia wider. Sie ist gefangen im Ehekorsett, wird vom Gatten gedemütigt, bleibt aber dem Leben gegenüber trotz allem positiv eingestellt. Sie ist treibende Kraft und tragikomischer Kristallisationspunkt in einer verstörenden, aber auch komischen Beziehungskiste.

Die Komödie der jungen norwegische Regissuerin Anne Sewitsky punktet mit überraschenden Schattenseiten und kleinen Glücksmomenten und wird von einem starken Ensemble getragen, aus dem Agnes Kittelsen als Kaia noch herausragt. Wie Kapitelabschnitte wirken die ungewohnten, aber erheiternden A-Capella-Auftritte: Ein Männer-Quartett setzt witzige musikalische Ausrufezeichen. Sewitskys stimmiges Gerangel zwischen Lust und Leid kommt bei Jurys und Publikum prächtig an. Das beweisen auch viele Auszeichnungen am Sundance oder Zurich Film Festival. Und vielleicht reicht's ja nach der Nominierung für die Oscar-Nominierung sogar für ein Goldmännchen.

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Mein Kommentar
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1 Kommentare
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Arschguzi

Der Film war langatmig. Ein paar lacher aber ansonsten nicht empfehlenswert.

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