Daniel Schmid - Le chat qui pense
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Filmkritik

Auf die andere Seite der Berge gehen

Ein schillerndes Gebilde, das kongenial in das Universum des grossen Schweizer Regisseurs Daniel Schmids eintaucht: Der erste lange Dokumentarfilm von Pascal Hofmann und Benny Jaberg ist viel mehr als nur ein schönes Künstlerporträt.

Nicht einen Film über Daniel Schmid, sondern mit ihm hätte es werden sollen, heisst es zu Beginn, und dieses Versprechen haben die beiden Newcomer Pascal Hofmann und Benny Jaberg eingelöst. Der 1977 geborene Hofmann stammt wie Daniel Schmid aus Flims, ist ebenfalls Hotelierssohn, und so gab es biografische Berührungspunkte zwischen den beiden, als der Filmstudent Hofmann im Winter 2006 zusammen mit seinem Mitstudenten Jaberg, mit der Arbeit an «Daniel Schmid - Le chat qui pense» begann.

Schmids unerwarteter Tod nur ein halbes Jahr später drohte das Projekt zunächst zum Scheitern zu bringen, doch glücklicherweise nahmen die beiden Regisseure ihre Arbeit am Film einige Monate später wieder auf und tauchten noch tiefer in das Werk dieses Schweizer Kinokünstlers ein, der unter den Deutschschweizern bezüglich internationaler Ausstrahlung wohl einzigartig ist. Der Kosmopolit Schmid, der mit 19 Jahren vom heimischen Flimser Hotel nach Berlin ging - «auf die andere Seite der Berge», wie er an einer Stelle im Film sagt - kommt einem in Archivmaterial und aktuellen Ausssagen lebender Weggefährten wie Werner Schroeter, Renato Berta, Ingrid Caven oder Bulle Ogier näher. Und natürlich darf unter den berühmten Toten auch Rainer Werner Fassbinder nicht fehlen.

In Szenen von grosser Entrücktheit wird klar, wie weit die Zeit jenes cinematografischen Aufbruchs schon zurück liegt, und wie vergleichsweise banal dabei heute vieles erscheint. Doch die interessantesten Sätze im Film kommen von Daniel Schmid selber; man kann dabei nur staunen, zu welchen Schlussfolgerungen der Cineast kam: «Wenn du jemanden beschreibst, beschreibst du eigentlich dich selbst.» Oder: «Meine Filme bleiben eigentlich alle an der Oberfläche, ich finde das viel interessanter als jede Prätention nach Tiefe.» Der Blick auf Schmids Sicht der Dinge, der immer wieder Kitsch und Trash mit Kunst und Pathos in einzigartiger Weise zu mischen verstand, durchzieht als roten Faden den Film, auch wenn er mit seiner Fülle an Material und Aussagen von Weggefährten bis hart an die Grenzen des Fassbaren geht.

Doch in einer bisweilen assoziativen Montage - hier glaubt man den Einfluss des dramaturgischen Beraters Peter Liechti zu spüren - erschaffen Hofmann und Jaberg in erstaunlicher Weise eine Welt, in der man gerne noch viel länger verweilt wäre.

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Kevin Schön! . Zum Daniel Schmid kennenlernen. Und seine Filme. Ein würdiges Porträt, eine Würdigung auch, mit guter Balance zwischen Arbeit und Privatem.

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