Clash of the Titans Grossbritannien, USA 2010 – 106min.

Clash of the Titans

Filmkritik

Getrübter Götterspass

David Siems
Filmkritik: David Siems

Was für ein göttliches Spektakel: In seinem neuen Heldenepos lässt Regisseur Louis Leterrier (Der unglaubliche Hulk) den sterblichen Göttersohn Perseus in Hochgeschwindigkeit durch Himmel, Unterwelt und griechische Städte der Antike jagen, um die Königstochter Andromeda und ihre Stadt Argos zu retten. Dabei protzt der Film mit visuellen Effekten - und lässt die Darsteller oft arg blass aussehen.

Wie etwa in der Szene, als sich Perseus (Sam Worthington) mit seinen Kämpfern durch die Höhle der schlangenköpfigen Medusa schleicht: Rohe Gewalt, schwere Waffen und reichlich Männerschweiß treffen hier auf das pythonartige Fabelwesen, das sich elegant und geschmeidig um seine Gegner schlängelt und sie mit einem gezielten Blick in die Augen zu Steinsäulen erstarren lässt. Ein Sinnbild für die digitale Tricktechnik in diesem Film, neben der die physische Präsenz der Schauspieler ziemlich gestrig, ja sogar öde wirkt.

Wo James Cameron in Avatar neue Bilderwelten des Science-Fiction erfand, bedient sich Leterrier aus dem vorhandenen Fundus der vertrauten Helden-in-Sandalen-Blockbuster. Auch er hat in 3D gedreht, doch seine Schurken, Monster, Mutanten und Fabelwesen hat man alle bereits in artverwandter Form kennengelernt: Von Die Mumie bis zur Herr der Ringe-Trilogie haben es tatsächlich einige Exemplare der Resterampe in diesen Film geschafft.

Dafür ist die Story immerhin im wahrsten Sinne des Wortes göttlich: Der finstere Hades (Ralph Fiennes), Gott der Unterwelt, spinnt eine heimliche Intrige gegen seinen mächtigen Bruder Zeus (Liam Neeson), den Götterkönig. Dessen leiblicher Sohn Perseus führt auf Erden ein bescheidenes Dasein als Fischer - bis er zum Auserwählten wird, um sich dem zerstörerischen Hades und seiner Entourage von Supermonstern zu stellen. Fortan wimmelt es von überdimensionalen Riesen-Skorpionen, garstigen Flugdrachen und biestigen See-Ungeheuern, die dem Halbgott auf seiner Mission ein Bein stellen wollen.

Die Geschichte vom einfachen Mann, der über heimliche Kräfte verfügt und die Welt wieder ins Gleichgewicht bringt: Wie bereits die Originalversion von 1981 (bei der Desmond Davis Regie führte und Bond-Girl Ursula Andress als Aphrodite zu sehen war) knüpft auch die Neuverfilmung von "Kampf der Titanen" an klassische Motive des Helden-Genres an. Ähnlich wie bei Star Wars oder Herr der Ringe verleiht hier ein heiliges Zauberschwert besondere Kräfte.

Relativ sicher bewegt sich der Film daher im bildgewaltigen Fantasy-Kosmos, wenn er vertraute Storylines aufgreift und konsequent zu Ende erzählt. Einen frischen Dreh oder einen alternativen Ansatz zum blutigen Kampfkino bietet "Kampf der Titanen" allerdings nicht. Die einzige neue Erkenntnis bleibt folgende: Nachdem Sam Worthington bereits in "Avatar" das blauhäutige Volk von Pandora rettete und nun sogar die Götter besiegt, ist er der neue Weltenretter Nummer eins im amerikanischen Blockbuster-Kino.

06.02.2014

3

Dein Film-Rating

Kommentare

Der Film hat...

viel Action...
die ohne auch nur ein wenig Tiefgang aneinander gereiht wird.

tolle Kostüme...
aber nur oberflächliche Charaktere die in ihnen stecken.

tolle Specialeffects-Monster...
aber maue Specialeffects-Landschaften, denen man das Künstliche deutlich ansieht.

Gute, wenn auch nicht überragende Schauspieler...
mit katastrophal miesen Dialogen.

einen toll animierten Hades...
aber einen lächerlich flimmernden Zeus mit ungepflegtem Bart.

gute Musik...
die wirklich gut ist!:)

Mein Highlight des Films:
Eine Karavane aus Skorpionen schleicht vor sich hin und wird von Leuten zu Fuss begleitet. Kommentar des Helden: "Wir kommen schnell voran! " Ähm ja, danke...

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Hoffe die Fortsetzung wird besser sein.
Reine Action und keine Spannung.

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gute unterhaltung

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