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Aka Titel:Das Lied von den zwei Pferden
Land (Jahr): Deutschland (2009)
Genre:Documentary
Filmlänge:92min
Regie:Byambasuren Davaa
Kinostart:22.04.2010
Drehbuch:Byambasuren Davaa
Kamera:Martijn van Broekhuizen

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Odyssee in der Mongolei

30

Mit «Die Geschichte vom weinenden Kamel» und «Die Höhle des gelben Hundes» brachte Byambasuren Davaa die mongolischen Nomaden in die europäischen Kinosäle. Auch ihr neues, semi-dokumentarisches Drama führt sie wieder hinaus in die Weiten der Steppe. Allerdings liegt der Fokus diesmal stärker auf dem zivilisatorischen Konflikt zwischen Tradition und den Tücken der technologisierten Moderne.

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Statt Jurten ragen zunächst Müllberge und endlose Plattenbauten in den Himmel der Hauptstadt Ulan Bator. Byambasuren Davaas Protagonistin Urna macht sich auf, um hier im Hinterland das vergessen geglaubte «Lied von den zwei Pferden des Dschingis Khan» zu finden. Es ist die Geschichte einer langen Suche: Urnas verstorbene Großmutter musste in den Wirren der chinesischen Kulturrevolution ihre geliebte Geige zerstören. Jetzt, rund 35 Jahre später, sind vom Instrument nur noch der Hals und der Kopf übriggeblieben, welche von einem Violinenmacher wieder neu zusammengesetzt werden sollen. Das Einzige was noch fehlt, ist der verschollene Liedtext, der eingraviert werden soll.

Wie in ihren ersten beiden Filmen ist die mongolische Steppe der eigentliche Hauptdarsteller. Doch Regisseurin Davaa wagt diesmal auch den Blick in die Stadt. Sie zeigt Menschen, die sich auf der Suche nach etwas Verwertbarem durch die riesigen Müllfelder Ulan Bators wühlen. Auf dem Markt lässt sie Einwohner zu Wort kommen, die ihr berichten, wie schwer sich die zugezogene Landbevölkerung mit den Regeln der Stadt tut.

Diese andere Seite der gegenwärtigen Mongolei kontrastiert sie mit subtilem Humor über die Errungenschaften der Moderne: Tief in der Steppe lässt sich Urnas SMS nur dann versenden, als ihr ein Mitreisender zur Hilfe kommt und ihr Handy hoch in die Luft wirft, um für den Bruchteil einer Sekunde ein Empfangssignal zu haben. Beispielhafter und metaphorischer sind da schon die zwei Ochsen, die den motorisierten Kleinbus aus dem Schlamm ziehen, nachdem sich Fahrer und Beifahrer vergeblich abgemüht haben.

An den umwerfenden Charme ihres Debütfilms kann Davaa dennoch nur selten anknüpfen: zu langatmig und zeitlupenhaft ist ihre Erzählung, zu gewohnt schon die Bilder der gemütlichen Landbewohner, die im ruhigen Takt der Steppe ihr Leben genießen. Gleichzeitig schafft dies aber auch Vertrauen zu den Protagonisten - und einer Landschaft, die von endloser Weite und Schönheit ist. «Das Lied von den zwei Pferden» ist somit ein wertvoller Film für Kenner der Mongolei. Sei es aus dem echten Leben oder nur aus dem Kino.

[David Siems]

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