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Tales from the Golden Age - Filmkritik

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7

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Land (Jahr): Frankreich, Rumänien (2009)
Genre:Comedy
Filmlänge:155min
Regie:Hanno Höfer
 Razvan Marculescu
 Cristian Mungiu
 Constantin Popescu

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Si non e vero, e ben trovato

40

2007 sackte Cristian Mungiu mit dem Abtreibungsdrama «4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage» in Cannes die goldene Palme ein. Jetzt präsentiert er vier absurd-komische Kurzfilme, die ebenfalls ein durchaus schiefes Licht auf das kommunistische Rumänien werfen.

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Niemand legte die Schwächen des real existierenden Sozialismus derart schonungslos bloß wie die BürgerInnen selbst, die an diesem gigantischen, historisch einmaligen Experiment unfreiwillig teilnahmen. Um das Phänomen auf den Punkt zu bringen, stellten Kenner den Novizen gern die Fangfrage, was passieren würde, läge die Sahara in einem solchen Lande: Zuerst würde sich lang nichts tun, dann würde plötzlich der Sand knapp.

In diesem Kraftfeld von hektischem Leerlauf, Lethargie, Ressourcenverschleiß und Mangelwirtschaft bewegen sich auch die vier Kurzfilme, die Cristian Mungiu zu einem Kaleidoskop der finalen Phase des Ceausescu-Regimes montierte. Jeder dieser Filme greift eine der damals anscheinend herumgebotenen Anekdoten auf, die im Rahmen der absurden Lebensumstände durchaus plausibel wirken und jeweils einen Aspekt durchleuchten. Auch wenn diese Geschichten konventionell linear erzählt werden, so kulminiert doch jede in einer unvorhersehbaren Pointe.

So wird dieser bizarre Reigen zu einem höchst vergnüglichen Erlebnis, zumal wir uns im Westen und mit einer Generation Abstand so wohl fühlen wie auf dem warmen Sofa, wenn ein Wintersturm ums Haus pfeift. Den Spott haben sich die meisten redlich selbst verdient, denn die Partei war vor allem darin gut, die Probleme zu lösen, die es ohne sie gar nicht gegeben hätte. Gerade die erste Geschichte dreht sich um den Besuch von Parteibonzen auf dem Lande und führt perfekt in diese Thematik ein, während die zweite die Probleme beim Retouchieren von Fotografien auf die Spitze treibt und so auch die damit verbundene Geschichtsklitterung abhandelt. In der dritten muss eine Naturalienlieferung vom Lande in einer Stadtwohnung aufbereitet werden, die selbstredend dafür völlig ungeeignet ist, was aber niemand einsehen will, so dass unverdrossen bis zum Desaster weitergewurstelt wird. Und in der letzten kann das urbane studentische Milieu beweisen, wie erfinderisch Not machen kann.

Obwohl die Regie in vier verschiedenen Händen liegt, nur das Drehbuch und die spartanische Klammer stammen aus der Feder Mungius, der den letzten Teil auch selbst verfilmte, agieren in allen Teilen authentische Schauspieler, die durch Gesten und Blicke das damalige, unfreie gesellschaftliche Klima lebendig werden lassen und für eine amüsante Grundierung sorgen. [Eduard Ulrich]

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