Michael Jackson's This Is It - Interview
| Land (Jahr): | USA (2009) |
| Genre: | Documentary, Music |
| Filmlänge: | 112min |
| Regie: | Kenny Ortega |
| Kinostart: | 28.10.2009 |
| 28.10.2009 (Romandie) | |
| 28.10.2009 (Tessin) |
Travis Payne: «Es war sein Traumprojekt.»
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Der Choreograph über die Arbeit mit Michael Jackson und die besondere Entstehung der Choreographien.
Travis, es ist eine grosse Freude, dich zu treffen. Was mir an «This Is It» vor allem aufgefallen ist, ist die Körpersprache und die Art und Weise, wie Michael sich bewegt hat. Das ist unglaublich inspirierend! Ich kann mir vorstellen, dass das schon viel zur Choreographie beigetragen hat. Erzähl uns doch etwas davon.
Ja, das stimmt natürlich! Mit Michael zu arbeiten war immer eine grosse Freude. Ich hatte das Privileg, mit ihm seit 1993 zusammen sein zu können, und «This Is It» war sehr speziell, weil es einfach das speziellste Projekt war. Es war sein Traumprojekt, schon seit vielen Jahren. Und dass ich in seinem Team sein und ihm helfen durfte, seine Vision zu verwirklichen, ist einfach ein Segen. Auch seine Entwicklung als Künstler, Performer und Tänzer miterleben zu können, war einfach wunderbar. Und natürlich auch, ihn jetzt als Vater erleben zu können.
Was hat dich am meisten beeindruckt an der Art und Weise, wie er gesungen hat? Und an der Inspiration, die du von ihm für die Choreographie erhalten hast?
Michael war einfach extrem innovativ mit seinen Songs und seinen Tänzen. Das hat mich eigentlich schon genug inspiriert. Seine Musik war einfach ansteckend. Oftmals haben wir, wenn wir eine Choreographie vorbereitet haben, einfach nur Musik gehört und dazu Notizen gemacht und Bewegungen aufgeschrieben. Das alles, bevor wir überhaupt angefangen haben zu tanzen. Wir wollten uns zuerst einig sein, was denn eigentlich das Ziel von dem Stück ist. Welche Vision wir eigentlich sehen und vermitteln möchten. Es hat jeden Prozess sehr speziell gemacht, dass er von einem Ort kam, der einfach menschlich war. Michael hat daran geglaubt, dass die Musik zu einem sprechen kann. Viele Nächte lang sind wir auch einfach dagesessen und haben uns die Musik im Dunkeln angehört, weil er sagte, «hör einfach zu, es wird dir sagen, was es braucht». Erst danach haben wir angefangen zu tanzen.Oftmals machen die Leute es ja genau umgekehrt. Also zuerst die Bewegungen bestimmen und dann erst die Musik dazu spielen. Mit Michael war aber alles eher eine Entwicklung, wie es ja eigentlich immer der Fall ist im Leben.
Du sagst, du schliesst deine Augen, hörst dir die Musik an und stellst dir dann vor, wie es aussehen könnte. Das ist wirklich aussergewöhnlich.Man kann natürlich den Film nicht damit vergleichen, wie die realen Konzerte gewesen wären. Aber denkst du, der Film gibt den Fans einen kleinen Blick auf das, was sie nun verpassen?
Ich denke, «This Is It» wird ganz genau das machen. Der Film wird den Fans einen Einblick geben in seinen letzten kreativen Prozess. Die Bühnenshow war ja nur noch 8 Tage davon entfernt, nach England zu reisen und wirklich dort zu proben. Wir waren imstande, alle von Michaels wichtigen Botschaften in die Show zu packen. Die Botschaft für Frieden zum Beispiel, oder diejenige für die Menschlichkeit. Oder die Aufmerksamkeit, die wir den Kulturen zu teil kommen lassen sollten. Die sozialen Veränderungen, die vor sich gehen. All die wirtschaftlichen Dinge, die in der Welt vor sich gehen. Das ist ihm alles sehr nahe gegangen und hat ihm viel bedeutet. Er wollte alles in seiner Macht stehende tun, um etwas dagegen zu unternehmen. Und er wollte durch seine Show andere Menschen dazu bringen, auch etwas zu tun.Von dieser Perspektive betrachtet, waren die Konzerte ja die perfekte Plattform, um die Aufmerksamkeit zu kriegen, die diese Themen verdient haben.All dies war ja in den Bühnenshows enthalten. Und Kennys und meine Aufgaben, sowie auch diejenige des Musikchefs Michael Beardon, war, all dies in den Film zu übersetzen, um all den vielen Fans eine Ahnung zu geben, was er für sie vorbereitet hatte, und auch, damit vielleicht ein paar ihrer Fragen beantwortet würden.
[Travis Payne wurde interviewt von Portmann Media]
Kenny Ortega: «Das war die kreativste Zusammenarbeit, die man sich vorstellen kann.»
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Der Regisseur über die Proben zur geplanten Konzertreihe und Jacksons unglaubliche Kreativität.
Kenny, es ist eine Freude, dich zu sehen. Und es ist eine spezielle Gelegenheit. Ich habe bis jetzt zwar nur zwölf Minuten des Films gesehen und will natürlich noch mehr sehen, aber was mir sicher im Kopf geblieben ist, ist die Inspiration, mit der Michael Jackson performt hat. Und auch, wie er die anderen Darsteller um ihn herum inspiriert hat. Ist das etwas, was du seit Beginn gefühlt hast?
Ja, jede Sekunde. Die Darsteller auf der Bühne, zumindest viele davon, waren weniger als halb so alt wie er. Man kann sich vorstellen, dass es eine ganze Generation ist, die nur aufgrund von Michael Jackson überhaupt zum Tanzen gekommen sind. Auch die Musiker, die mit Michael auf der Bühne gestanden haben. Jeder einzelne von ihnen hat davon gesprochen, dass dies der Gipfel ihres kreativen Lebens sei. Alle waren sehr aufgeregt, in diesem kleinen Kreis dabei zu sein und mit Michael in dieser Lebensphase zusammen sein zu können. Für mich war jeden Tag ersichtlich, dass dadurch eine grosse und unfassbare Energie im Raum war.
Der Ausdruck «kreativer Prozess» ist ja hier eigentlich ein Understatement, weil alles eine Inspiration war. Sogar seine Körpersprache, oder?
Es hat einfach nie aufgehört. Jeden Tag hatte er noch mehr Inspirationen. Er fragte immer «Wie wäre es mit ...?» oder «Wie wäre es damit?». Es gab sogar noch Telefonanrufe, nachdem die Proben schon vorbei waren. Wir haben einander gegenseitig inspiriert. Michael war unglaublich freundlich und zeigte Respekt. Ich habe das schon einmal erzählt: Wenn man einen Haufen mit Ton vor Michael auf den Boden gestellt hätte, hätte er jeden gebeten, doch etwas damit zu machen. Er wollte, dass jeder ein Teil davon war. Er war so offen für alle Ideen und hat keinen je von irgendetwas abgehalten. Er hat einen dazu inspiriert, da hinzugehen, wo man möchte. Man fühlte sich einfach sicher mit ihm zusammen. So sind wir dann am Ziel angekommen. Es gab auch kreative Kämpfe und es sind viele neue Ideen aufgekommen. Wir haben oftmals laut «Ja» und «Nein» geschrien. Es war wirklich fantastisch. Die kreativste Zusammenarbeit, die man sich vorstellen kann. Und genauso so amüsant, wie es im Film aussieht.
Wie würdest du Michaels Superstar-Qualitäten beschreiben? Das ist ja etwas, was man nicht bei vielen Leuten sieht, es ist ziemlich einzigartig.
Wenn er diese Qualität angeschaltet hatte, gab es nichts Vergleichbares. Ich habe ihn Dinge tun sehen, die die Leute auf der Bühne direkt beeinflusst haben. Zum Beispiel bei einem der ersten Probe-Tage. Es war einer der ersten Tage, an dem diese jungen Leute mit ihm getanzt haben. Er hat sich plötzlich umgedreht und jemanden angeschaut. Das waren die besten Tänzer auf der Welt! Man hat gesehen, wie sie gleich zurück geschreckt sind. Es hat mir so gut gefallen zu sehen, dass seine Magie so gewaltig ist. Seine gesamte Präsenz war gewaltig und imstande, jemanden richtig zu erschüttern. Aber als diese Kinder sich dem bewusst wurden und damit umgehen konnten, wurden sie wie eine Ergänzung zu Michael. Dann wurde alles zu einer einzigen Idee, und die Zusammenarbeit war einfach nur harmonisch.
[Kenny Ortega wurde interviewt von Portmann Media]
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