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Lila, Lila - Interview

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«So tragisch war mein Ende ja auch nicht.»

Was kommt im Film besser als im Buch? Cineman im Gespräch mit «Lila, Lila»-Autor Martin Suter.

Sie leben in Guatemala und auf Ibiza. Wo stören wir Sie gerade?

Auf Ibiza. Kühler Sturmwind, blauer Himmel.

Sie haben sich «Lila, Lila» sicher schon angeschaut. Wie hat sich's angefühlt?

Gut. Ich konnte den Film ganz losgelöst vom Roman anschauen und fühlte mich doch immer wieder in das Buch zurückversetzt.

Warum soll sich ein passionierter Martin Suter-Leser den Film auch noch im Kino anschauen?

Weil er anders ist und doch ein Martin Suter.

Anders gefragt: Was kommt im Film besser als im Buch?

Der Film ist das geworden, was die Amerikaner eine «Romantic Comedy» nennen. Das Buch hat zwar auch dieses Potential, aber im Film wurde es besser herausgearbeitet.

Und was schlechter? Ja, das muss jetzt auch sein.

Vielleicht ebenfalls das Obengenannte.

Sie haben «Lila, Lila» tragisch enden lassen. Der Film hört, was die Liebe angeht, deutlich optimistischer auf als der Roman. Stört den Autor ein derart massiver Eingriff in seinen Text?

Den Autor Martin Suter stört das nicht. Er verabschiedet sich immer vom Buch und erwartet mit Neugier und Spannung dessen Metamorphose als Film. So massiv ist der Eingriff übrigens nicht, denn so tragisch war mein Ende ja auch nicht.

In «Lila, Lila» wird ein Kellner zum Literaturstar - mit einem Manuskript, das er zufällig in der Schublade eines Nachttischs findet. In welchen Schubladen finden Sie die Ideen für Ihre Bücher?

Ich gehe umgekehrt vor: Ich erfinde meine Bücher und schaue dann ängstlich in den Schubladen dieser Welt nach, ob es sie nicht schon gibt.

Mit dem Drehbuch für «Giulias Verschwinden» haben Sie schon «umwegslos» für den Film geschrieben. Geht man da anders vor, als wenn man sich an einen Roman macht?

Ich habe schon viele Fernseh- und Filmdrehbücher geschrieben, nicht nur «Giulias Verschwinden». Aber ich gebe zu, dass dies der Film ist, der meinem Originaldrehbuch am nächsten kommt. Aber zur Frage: Klar geht man anders vor. Man liefert ja nur Geschichte, Szenen, Dialoge. Die Bilder, die Stimmungen, die Figuren, die Ausstattung, alles, was einen Roman so aufwendig macht, liefern die anderen. Deswegen schreibt man auch die erste Fassung eines Drehbuches in sehr viel kürzerer Zeit als die erste Fassung eines Romans. Der Roman hat aber den Vorteil, dass man das Endresultat bestimmt. Ich bin der einzige, der ihn kaputt machen kann.

Woran liegt's, dass man sich des Eindrucks schlecht erwehren kann, dass in der Schweiz so wenige gute Drehbücher geschrieben werden? Und noch weniger gute Dialoge?

Ich weiss nicht, ob das stimmt. Als ich noch Drehbuchautor von Beruf werden wollte, lag es am Geld. Man konnte nicht davon leben. Falls sich das geändert haben sollte, könnte es jetzt daran liegen, dass in den Redaktionen und Filmförderungsgremien die kompetenten Gesprächspartner fehlen. Das kann dazu führen, dass den Anfängern die Drehbücher und den Profis die Lust am Drehbuchschreiben vermiest werden.

Ihre liebste Literaturverfilmung!

«Casablanca».

Ihr liebster Schweizer Film?

«Wachtmeister Studer».

Letzte Frage: Wer spielt im amerikanische Remake von «Lila, Lila» dereinst die Hauptrolle?

Ich fürchte, ein noch nicht geborener Star.

[Martin Suter wurde interviewt von Stefan Gubser]

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