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Antichrist - Filmkritik

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Land (Jahr): Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Schweden (2009)
Genre:Drama, Horror
Filmlänge:109min
Regie:Lars von Trier
Kinostart:10.09.2009
 08.07.2009 (Romandie)
Drehbuch:Lars von Trier

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Wer hat Angst vor Lars von Trier?

40

Berichte vom Set von Triers lesen sich oft wie die Nachrichten von Schlachtfeldern, seine Filme kommen hammerschwer daher. Auch der «Antichrist» macht da keine Ausnahme. Doch diesmal ist so viel Gott, Kitsch, Teufel, böse Natur, Misogynie, Okkultismus, Splatter und Hoffnungslosigkeit mit im Spiel, dass daraus ein richtig guter Horrorfilm geworden ist.

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Ein Ehepaar (Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe) verliert sein kleines Kind. Schuld hat, so die Überzeugung der Frau, Unachtsamkeit und Sexbesessenheit. Sie bricht psychisch zusammen. Ihr Mann, ein Psychoanalytiker, nimmt sie mit in ihr Ferienblockhaus im tiefen Wald. Hier soll sich die Frau ihren Ängsten stellen. Doch statt Heilung bringt der Trip in die Natur das Böse in die Welt. Wahnvorstellungen ergreifen Besitz von Mann und Frau. Das Chaos regiert.

Lars von Trier war 1995 einer der geistigen Väter der «Dogma»-Bewegung, die sich strenge Statuten gab (zittrige Kamera, springende Montage), die zu brechen strengstens untersagt war. Auswirkungen hatte dieses Brimborium bis nach Hollywood, wo heute jeder zweite Film mit verwackelten Aufnahmen glänzt. In «Antichrist» verstösst von Trier absichtsvoll gegen jedes dieser Gebote. Recht so: Regeln sind da, um gebrochen zu werden. Und doch braucht(e) das Kino des Lars von Trier die Einschränkung, denn leiden tut von Trier an der alle Bedeutung auffressenden Beliebigkeit. Weil dem Dänen irgendwie der Anschluss an die goldene Epoche des ernsten europäischen Problemfilms (insbesondere jenes von Übervater Ingmar Bergman) nicht gelingen kann, simuliert von Trier stattdessen mit grosser Geste Bedeutung. Wie die von ihm verachtete Postmoderne jongliert auch der Däne munter mit ideologischen, religiösen und philosophischen Diskursebenen. Doch tut er dies mit heiligem Ernst und religiöser Inbrunst, so dass der Schwindel dem autoritätshörigen Bildungsbürger kaum je auffällt.

Im Falle von «Antichrist» ist das Resultat solcher Verwurstung grandios ausgefallen. Der neurotische Kontrollfreak von Trier gebiert das Chaos. Und weil er sich selber ernst genug nimmt, sieht er dieses Paradox nicht zynisch oder ironisch, sondern stemmt es irgendwie zur tragischen Sendung. Dies alles hat einen beunruhigenden Film zur Folge. Selten hat man die gängigen Effekte des Horrorkinos virtuoser eingesetzt gesehen. Die Schauspieler - Willem Dafoe leidensfähig, Charlotte Gainsbourg auf der Überholspur - passen perfekt. Kamera und Sounddesign sind exquisit. Von Trier ist ein verstörender Film gelungen, der auch dann weiterwirkt, wenn das Licht wieder angeschaltet ist. Nicht konstruktiv, nicht kreativ - nur nihilistisch. Kann man über einen Horrorfilm überhaupt etwas Besseres sagen? [Benedikt Eppenberger]

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m&m's Vincent: Außergewöhnlicher Film. Vielen wird/ hat er gefall...
m&m's Tyler: Dieser Film bietet viel Gesprächsstoff und Interpr...
m&m's Ali: Also eins ist ja klar: entweder man steht auf solc...
m&m's hyper80: Dancer in the Dark, Breaking the Waves oder auch D...
m&m's Tuvok: Als Einschulung sahen sich die Typen an den Film „...