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Ajami - Filmkritik

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10

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Land (Jahr): Deutschland, Israel (2009)
Genre:Crime, Drama
Filmlänge:120min
Regie:Scandar Copti
 Yaron Shani
Kinostart:19.08.2010
 31.03.2010 (Romandie)

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Ein klarer Blick auf unklare Realitäten

40

Dichter Kriminalfilm von Scandar Copti und Yaron Shani: In den Strassen von Ajami, einem arabischen Viertel von Tel Aviv-Jaffa, kreuzen sich die Schicksale verschiedener Menschen.

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Die Auswirkungen des Israel-Palästina-Konflikts sind hier ein ständiger Begleiter im alltäglichen Miteinander, Tod und Gewalt sind an der Tagesordnung. Zwischen blutigen Familienkriegen, kleinkriminellen Drogendeals, illegalen Arbeiten und heimlicher Liebe versuchen die Protagonisten, ihre Lebensqualität zu verbessern und im wahrsten Sinne des Wortes zu überleben.

Die Regisseure Scandar Copti und Yaron Shani, beide israelische Bürger unterschiedlichen Glaubens, haben mit «Ajami» einen unglaublich dichten und bemerkenswerten Film gedreht, an dem sie sieben Jahre gearbeitet haben, davon schrieben sie allein fast vier Jahre am Drehbuch. Dies erklärt auch die Komplexität der Geschichten, deren scheinbar lose Enden sich im Laufe des elliptisch erzählten Geschehens Stück für Stück zu einem Gesamtbild zusammenfügen.

Manch einem wird das Erzählte anfangs einen Tick zu dramatisch erscheinen. In der Tat mutet der Film teilweise wie ein wüster Thriller an, doch die meisten Ereignisse basieren auf wahren Begebenheiten. Gedreht wurde nur mit Laiendarstellern, die weder das Drehbuch noch die Dialoge kannten, aber weil ihnen die Charaktere aus dem eigenen Erfahrungsschatz vertraut waren, spontan so agierten, wie es im Vorfeld im Script festgehalten war. Diese dokumentarisch inspirierte Art des Filmens konnte zum einen nur durch sorgfältige Recherche erreicht werden.

Mit diesem Wissen wird «Ajami» von einem raffiniert erzählten Drama zu einem beklemmenden und eindrucksvollen Blick auf die Ambivalenz der Realität, die geprägt ist durch die jeweiligen subjektiven Perspektiven. Ohne Schuldzuweisungen und Rechtfertigungen wird das Viertel zum Allgemeinplatz einer politischen Situation, in der noch immer jeden Tag Welten kollidieren. Letztlich führt dies zur Erkenntnis, dass man niemals klar in Gut und Böse unterscheiden kann. Denn die Wirklichkeit ist immer ein Stück komplexer als die eigene Meinung. [Cornelis Hähnel]

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m&m's Rosie: Mir hat der Film sehr gut gefallen, er ist völlig ...