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Wanted - Filmkritik

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Land (Jahr): Deutschland, USA (2008)
Genre:Action, Drama, Thriller
Filmlänge:110min
Regie:Timur Bekmambetov
Kinostart:04.09.2008
 16.07.2008 (Romandie)
Drehbuch:Michael Brandt

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Der Orden der Webstübler

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Ein junger Mann hat sein langweiliges Leben als kleiner Büroangestellter satt. Als er erfährt, dass er der Sohn eines mysteriösen Berufsmörders ist, lässt er sich von einer verschwörerischen Weber-Vereinigung selbst zum Killer ausbilden um den Mörder seines Vaters in einem riesigen Action-Spektakel zur Strecke zu bringen.

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Die gesamte Geschichte, die auf einem Comic basiert, ist dermassen an den Haaren herbeigezogen, dass man sich fast nicht traut, sie zusammenzufassen: Ein Orden, der sich selbst die «Bruderschaft» nennt, ist seit Jahrhunderten damit beschäftigt, tagsüber Stoffe zu weben und nachts sehr gekonnt Leute umzulegen. Die Opfer wählt ein magischer Webstuhl aus, der über einen geheimen Code Namen in Stoffe einwebt.

Eine derart hanebüchene Story könnte man als Vorwand für wilde Schiessereien durchaus durchgehen lassen, doch «Wanted» nimmt sich dazu selbst viel zu ernst. Mit dunklen Mienen stehen die meuchelnden Mönche an ihrem heiligen Webstuhl und diskutieren mit tiefem Ernst das moralische Dilemma, auf Geheiss von Tüchern Menschen abzuschlachten.

Hinzu kommt, dass die Actionszenen nicht beeindruckend genug sind, um über die Mängel hinwegzusehen. Zwar ist der russische Regisseur Timur Bekmambetov leidlich um Coolness und Drive bemüht, doch hat man all die Tricks auch anderswo schon gesehen, und meist besser. Trotz zynischem Kommentar aus dem Off und schwungvollen Ortswechseln erreicht «Wanted» nie die Dynamik und Dringlichkeit von «Fight Club», trotz kunstvollem Um-die-Ecke-Schiessen in Zeitlupe entsteht nie die packende Coolness von «Matrix».

Auch Angelina Jolie trägt wenig zur Rettung des Filmes bei. Sie spricht im gesamten Film kaum zwei Sätze und mimt stattdessen die toughe Schönheit, deren grösster Beitrag zur Story es ist, nackt aus einer Wanne zu steigen. Morgan Freeman gibt den weisen Mann, der im Hintergrund die Fäden in der Hand hält - eine Rolle, die er nicht zum ersten Mal spielt und im Schlaf beherrscht. So bleiben schlussendlich vor allem die durchaus nett anzusehenden, wenn auch sehr brutalen Schiessereien als Argumente für den Film.

Als passable, wenn auch wenig originelle Ballerei geht «Wanted» gerade noch durch. Der Film will aber selbst mehr sein und windet sich mit Versuchen, das Wüten der Protagonisten intellektuell und moralisch irgendwie zu rechtfertigen. [Andres Hutter]

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