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Wall-E - Interview

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Aka Titel:Wall-E - Der letzte räumt die Erde auf
Land (Jahr): USA (2008)
Genre:Animation
Filmlänge:95min
Regie:Andrew Stanton
Kinostart:25.09.2008
 30.07.2008 (Romandie)
 17.10.2008 (Tessin)

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Andrew Stanton: «Das ist deshalb, weil ich gar keine Botschaft über die Umwelt verbreiten wollte.»

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Der Film soll uns nicht, wie angenommen, über Umweltschutz aufklären, es geht vielmehr um die Liebe.

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Der Film hat offensichtlich eine politische, oder zumindest umweltpolitische Botschaft. Und dennoch hatte ich das Gefühl, es gehe vielmehr um eine Liebesgeschichte.
Das ist deshalb, weil ich gar keine Botschaft über die Umwelt verbreiten wollte. Ich bin mir natürlich bewusst, dass ich gewisse Elemente verwende, aber so ziemlich das Letzte, was ich als Geschichtenerzähler rüberbringen möchte, sind versteckte mehrdeutige Botschaften. Ausserdem konnten wir vor ein paar Jahren noch nicht ahnen, dass dieses Thema so populär sein würde. Ehrlich gesagt: Würde ich heute mit Schreiben beginnen, würde ich wahrscheinlich gerade nicht diese Richtung einschlagen, eben weil die Umweltthematik so populär wurde. Ich bin nicht gegen die Umweltbotschaft, aber ganz ehrlich, ich habe nur eine Botschaft, die viel weiter geht, als alles andere, was im Film sonst noch zum Tragen kommt. Ein kleiner Roboter fragt sich: «Was ist der Sinn des Lebens?» Für mich persönlich ist es die gegenseitige Liebe. Also habe ich - als fiktionale Metapher sozusagen - eine Zukunft kreiert, in der alles andere wegfällt: die Welt, die Menschheit, alles ... nur weil die eine Sache eben fehlt. Und zum Glück gibt es diese kleine Maschine im Universum die sich darum kümmert. Das ist die Message. Das ist auch der Grund, warum ich finde, dass eine Liebesgeschichte immer noch ankommt, denn letztlich läuft alles immer auf dieses eine Thema hinaus.

Es ist wie mit «Finding Nemo», letztendlich geht es nur um die Liebe ...
Genau, da war es das Gleiche. Ja, ich bin froh, dass Sie den Ozean mögen und Sie sich um die Fische sorgen. Aber dass man sich jetzt um sie kümmern sollte, das war nie ein Hintergedanke von mir. Mein Hintergedanke war das Erzählen der Vater-Sohn-Geschichte.

Wall-E hat nicht gerade ein grosses gesprochenes Vokabular, aber dennoch gelingt es Ihnen, eine sehr emotionelle Figur zu zeichnen. Das war sicher eine grosse Herausforderung für Sie.
Ja das war es. Ich bin immer wieder überrascht, wie wir von Babys und Tieren verführt werden. Sie sind herzig, sie sind lebendig, aber sie können einem nicht genau sagen, was sie denken. Und man ertappt sich jedesmal beim Deuten: «Ah, es mag mich. Ich glaube, es ist müde ...» Das sind gewaltige Prozesse. Ich dachte mir: Was, wenn die Hauptfigur eines Filmes ein solches Emotionsdeuten auslösen könnte? Denn ich glaube, man greift dabei auf das emotionale Arsenal von Erinnerungen zurück, was eine sehr intensive Sache ist. Und darauf wollte ich meinen Hauptakzent setzen.

Man muss sich also immer sehr konzentrieren und genau hinschauen, damit man mitbekommt, was eigentlich passiert.
Ja, aber es ist nicht etwa so, dass man eine Wahl hätte. Ich denke, wenn es richtig umgesetzt wird, ertappt man sich einfach dabei, wie man dem Sog erliegt. Man kann gar nicht anders. Und als Unterhalter so etwas zu erreichen, ist etwas vom grossartigsten überhaupt. Es ist fast wie das Beobachten eines Seiltänzers: Man muss einfach hinsehen, denn man will sehen, ob er jetzt fällt oder nicht. Das sind die Dinge, nach denen wir aus waren.

Eine sehr originelle Idee war es, mit Sigourney Weaver zusammenzuarbeiten. War es ihr egal, dass sie nur eine Stimme für einen Roboter abliefern sollte?
Diese Sorge hatte ich zunächst auch. Aber ich wollte sie wirklich sehr gerne dabei haben - so als kleiner Wink an das ganze Sci-Fi-Genre. Und ich fand einfach, sie sei die perfekte Wahl. Ich hätte auch irgendeine gewöhnliche Stimme nehmen können, aber ich wollte etwas Spezielles. Ich habe gewartet bis der Film fast fertig war, damit ich Ihr auch etwas zeigen konnte und sie nicht denken würde, ich nähme sie auf den Arm. Wie sich glücklicherweise herausstellte, ist sie ein grosser Pixar-Fan und hätte sowieso mitgemacht. Ich habe mir also nur unnötig Sorgen gemacht.

Stichwort: Sorgen. Sind Sie immer noch besorgt darum, wie erfolgreich ein Film wird und wie sicher waren Sie sich eigentlich, dass Sie den Erfolg von «Ratatouille» noch toppen würden?
Man versucht nie wirklich darüber nachzudenken, wie erfolgreich der Film sein wird. Man kann das sowieso nicht kontrollieren, dazu gibt es viel zu viele mögliche Einflüsse. Es könnte gerade eine Weltmeisterschaft stattfinden oder sechs weitere Filme kommen zur selben Zeit heraus. Das sind Dinge, die man nicht wirklich kontrollieren kann und es wäre die reinste Zeitverschwendung, wenn man sich darüber den Kopf zerbräche. Das einzige, was ich kontrollieren kann, ist, wie gut der Film wird. All die Jahre habe ich mir immer nur Gedanken darüber gemacht, wie gut der Film am Ende sein wird. Und das wird wahrscheinlich auch bei allen zukünftigen Filmen so sein. Aber ich werde mir nie den Kopf darüber zerbrechen, ob ein Film Kasse machen wird oder nicht, denn das kann ich beim besten Willen nicht kontrollieren.

Waren Sie schon immer ein grosser Science-Fiction Fan?
Oh ja! Das sieht man glaube ich auch, wenn man sich diesen Film ansieht. Ich liebe die grossen alten Sci-Fi-Filme aus den 70ern und 80ern. Und Wall-E ist jetzt meine kleine Liebeserklärung an sie und an das Gefühl von damals. Wenn man so alt ist wie ich, wird man einen schönen nostalgischen Flashback erleben, und für die jüngeren ist es zumindest die Gelegenheit, einen Hauch davon mitzubekommen, wie es damals war, sich diese Filme zusammen mit Freunden im Kino anzusehen.

[Andrew Stanton wurde interviewt von Portmann Media]

Ben Burtt: «Nachdem ich den letzten

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Da Wall-E keine richtige Stimme hat, war es wichtig ihm eine durch bestimmte Geräusche zu verleihen.

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Ben, es freut mich, Sie zu sehen. Sie waren für die Soundeffekte zuständig und die klingen wirklich toll. Sie haben auch schon bei «Star Wars» mit dem Roboter R2D2 die legendärsten Sounds der Filmgeschichte geschaffen. Wie sind Sie jetzt bei «Wall-E» vorgegangen?
Nachdem ich den letzten «Star Wars»-Film fertig hatte, sagte ich zu meiner Frau «Nie wieder etwas mit Robotern!» (lacht). Aber nur ein paar Wochen später war ich bei Pixar und sie sprachen darüber, «Wall-E» zu machen. Sie fragten mich, ob ich den Soundpart übernehmen könne, denn sie brauchten eine spezielle Roboterstimme. Ich war nicht sicher, ob ich noch genügend neue Ideen haben würde, denn ich hatte ja schon R2D2 und viele andere Roboter «vertont». Aber die Herangehensweise von Pixar war sehr interessant, denn sie hatten viele Sounds, die auch Emotionen ausdrücken konnten, wie ein Motorsound oder ein kleiner elektronischer Ton. Das musste ich dann mit der Stimme von einem Schauspieler kombinieren, denn dort holt man sich den menschlichen Input. Von da her war es eine ähnliche Herangehensweise wie bei R2D2, aber Wall-E ist ein anderer Charakter und er sagt ganz bestimmte Worte, die man dann auch wieder erkennen kann.

Was denken Sie, warum faszinieren Roboter die Menschen?
Nun, ich glaube, wir lieben Roboter weil sie einerseits Werkzeuge, aber auch Haustiere und Freunde sind. Ich glaube auch, dass wir alle gerne Maschinen hätten, die gewisse Dinge für uns erledigen. In «Wall-E» hat jeder Roboter eine bestimmte Aufgabe. Wir sehen aber auch schon fast menschliche Persönlichkeiten in ihnen. Vielleicht sind sie ja ein Spiegel unseres eigenen Ichs. Wall-E ist ein abenteuerlicher Typ und sehr neugierig. Er erforscht die Welt um sich herum und lernt von ihr. Ich glaube, damit können wir uns schon identifizieren.

Sie haben es bereits angesprochen, dass Wall-E nur einen begrenzten Wortschatz hat. Wie haben Sie es gemacht, dass er auch ohne Worte alle seine Gefühle ausdrücken kann?
Der Charakter von Wall-E ist ähnlich wie der von beispielsweise Buster Keaton oder Charlie Chaplin, denn wie bei diesen beiden geben auch bei ihm fast nur seine Bewegungen Aufschluss darüber, was er denkt oder tut. Die Sounds sind dann dazu da, um das zu unterstützen und die Illusion zu erschaffen, dass das alles real ist. Wir brauchten deshalb bestimmte Motortöne, die uns vorgaukeln, dass er jetzt gerade süss oder neugierig ist oder gerade Angst hat. Wir mussten einfach seine Emotionen einfangen können. Es ist ein bisschen wie in der Musik. Wir mussten einfach mit ganz kleinen Soundschnipseln bestimmte Gefühle ausdrücken können.

Aber diese Töne stammen nicht alle nur von Maschinen, richtig?
Ich dachte immer, dass für einen Fantasy-Film, sei das nun «Star Wars» oder «Wall-E», auch andere, echte Töne aus unserer Welt zum Einsatz kommen können. Wir gingen also raus und nahmen verschiedene Töne auf; Motoren, Flugzeuge, oder Töne von Dingen, die man auf dem Schrottplatz herumwirft. Oder spezielle Türen oder ein quietschender Mülleimer. All diese Töne kann man in einem Fantasy-Film sehr gut verwenden. Man muss nur den richtigen Zeitpunkt finden und die Töne ein wenig manipulieren. Wenn man das tut, hilft man dabei, die Illusion zu erschaffen, dass das alles echt ist, dass das Publikum glaubt, diese Roboter seien alle echte Maschinen. Es ist ein Trick, das richtig hinzubekommen. Aber all diese Töne, die wir verwendet haben, stammen aus der Realität.

[Ben Burtt wurde interviewt von Portmann Media]

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