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U-900 - Interview

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Land (Jahr): Deutschland (2008)
Genre:Comedy
Regie:Sven Unterwaldt Jr.
Kinostart:09.10.2008
Drehbuch:Michael Gantenberg
 Oliver Ziegenbalg
Kamera:Stephan Schuh

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Atze Schröder: «In erster Linie ist es ja eine Verneigung vor dem Original

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Der Comedian kann sich vorstellen einmal Casanova zu spielen.

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Hallo Atze, es ist toll, dich hier in Zürich zu haben. Du bist ja ­- glaube ich - nicht zum ersten Mal hier?
Doch, in Zürich zum ersten Mal. Ich bin aber jetzt schon begeistert (lacht) und komme auf jeden Fall wieder.

An der Langstrasse warst du schon?
Da spricht mich heute jeder drauf an. Ich muss da wirklich mal hin.

Wie kommt das, dass da jeder drauf kommt?
Es scheint die angesagte Strasse hier zu sein und jeder meint, mit meiner Frisur und meinen Stiefeln wäre ich genau richtig da (grinst).

Da gehörst du wirklich hin. Du bist Komiker, stehst auf der Bühne, arbeitest für das Fernsehen und jetzt auch noch fürs Kino. Wie bringt man das alles unter einen Hut?
Es ist natürlich schon ein voller Terminplan, das ist klar. Aber die TV-Serie «Alles Atze» mache ich ja schon seit zwei Jahren nicht mehr. Mein ganzes Herzblut ist erst mal in den Film geflossen. Ich bin froh, dass er jetzt am 9. Oktober in die Kinos kommt. Es ist mein erster Kinofilm und da bin ich natürlich stolz drauf.

Gibt es beim Kino etwas, das man anders machen muss?
Als auf der Bühne?! Man muss sich natürlich bewusst sein, dass auf einer Leinwand ein Gesicht schnell mal drei oder vier Meter gross ist und deshalb muss man sich auf die Rolle entsprechend vorbereiten. Aber ansonsten... Wir haben die Serie auch sieben Jahre lang richtig auf Film gedreht, das war eigentlich kein grosser Unterschied.

Aber die Rolle bleibt ja gleich. Habt ihr das so beabsichtigt, alles genau gleich weiterzuziehen oder geht es auch in eine neue Richtung?
Durch das Drehbuch ergeben sich schon Veränderungen, je nach Situation. Aber im Prinzip wollten wir ja Atze in eine andere Zeit und in ein anderes Umfeld bringen. Damit erhöht sich die Spannung. Dadurch kann man fast noch leichter spielen, weil es viel facettenreicher ist.

Es gab ja eine ganze Reihe Otto-Filme, dann kam Bully und jetzt du. Dürfen wir etwas Weiteres erwarten? Zum Beispiel «Atze in Space» oder so?
Alles Mögliche ist drin. Sobald die richtigen Drehbücher auf dem Tisch liegen, bin ich schon mal nicht abgeneigt. Ich habe aber von Anfang an gesagt, dass ich nur Sachen mache - vor allem filmisch -, von denen ich das Gefühl habe, dass ich sie machen muss, weil das Drehbuch so gut ist. Das war bei U-900 der Fall. Das Drehbuch war so spannend, dass ich gesagt habe, dass ich dieses Projekt unbedingt machen will - auf Teufel komm raus.

Wie wäre es einmal mit einer historischen Figur? Vielleicht Casanova?
Das ist eine gute Idee. Genau in dem Bereich. Ben Hur, Casanova, Räuber Hotzenplotz.

Yvonne Catterfeld hat ja eine sehr schöne Rolle im Film. Da interessiert mich: Du hast ihr ja diese Rolle verschafft. Sie hingegen macht bald einen Film über Romy Schneider. Gibt es da vielleicht einen Deal?
Sie hat alles mir zu verdanken (lacht). Sie hat in unserem Film ja zum ersten Mal mit dunklen Haaren gespielt. Vorher war sie ja nur als Blondine bekannt. Es war wirklich auffällig, wie ähnlich sie Romy Schneider plötzlich war. Als wir in Rom gedreht haben und in der Stadt unterwegs waren, ist sie immer wieder von Italienern darauf angesprochen worden. Aber die Ähnlichkeit ist ja wirklich eklatant.

Hast du jetzt eine Rolle im Romy Schneider-Film?
Ich glaube, das würde den Rahmen sprengen (lacht). Vielleicht als Gunter Sachs mit Locken. Mal schauen. Aber dann besteht natürlich die Gefahr, dass die Leute an den ernsten Stellen lachen und das möchte ich auch niemandem zumuten.

Noch mal zu U-900. Die ganze U-Boot Geschichte sah ziemlich anstrengend aus...
Ja, das war wirklich anstrengend. Es war von der Drehzeit her ja auch ein langer Film, wir hatten über fünfzig Drehtage. Da ist sowohl von der Regie als auch von den Drehbuchschreibern und den Hauptdarstellern inklusive mir alles drin, was wir auf der Pfanne haben. Wir haben lange Drehtage gehabt und an den Szenen rumgefeilt. Das ist kein «ex und hopp»-Film, den man eben so nebenbei macht, sondern es ist ein richtiges Werk. Und jeder der ihn gesehen hat, hat uns bestätigt, dass der Film sehr viel Spannung hat und eben auch toll aussieht. Er sieht ja aus wie eine Hollywood-Produktion. Da sind wir sehr stolz drauf.

Gibt es eine Lieblingsszene?
Eine Lieblingsszene ist sicher die mit Götz Otto, wo er sagt, er sei fast ertrunken. Atze sagt dann «Sie sind bei der Marine und können nicht schwimmen?!». Das ist sicher eine der Lieblingsszenen. Oder wie Jan Fenner den Raum betritt mit seiner bärigen Seemannsstimme. Das sind Szenen, die sehr viel Spass gemacht haben. Aber insgesamt bin ich sehr stolz auf den gesamten Film.

Es geht ja auch um den zweiten Weltkrieg und die Nazis. Das wurde bestimmt auch schon gefragt, aber wie packt man so etwas an? Gerade als Deutscher ist das ein bisschen heikel. Was überlegt man sich da?
Ach, in erster Linie ist es ja eine Verneigung vor dem Original «Das Boot». Das Original spielt ja in dieser Zeit, deshalb mussten wir den Film auch in dieser Zeit spielen lassen. Andrerseits ist es ganz reizvoll, einmal in eine ganz andere Epoche zu springen. Ein politischer Film ist es sicher nicht. Da müsste man sich mehr mit dem Thema auseinandersetzen. Aber warum soll sich das Popcornkino nicht auch mal über die Nazis lustig machen?!

Man sieht dich eigentlich immer als Atze Schröder. Gibt es auch eine andere Rolle, wo du vielleicht mal reinschlüpfen kannst? Willst du auch einmal etwas Ernstes versuchen?
(lacht) Ja das mit dem Casanova nehme ich in Zukunft ziemlich ernst. Das war ein guter Vorschlag (lacht). Mein nächstes Projekt wird sicher sein den Casanova zu spielen. Und zwar so, wie ihn noch keiner gespielt hat.

[Atze Schröder wurde interviewt von Portmann Media]

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