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The Happening - Interview

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M. Night Shyamalan: «Ich habe das Gefühl, dass, sobald ich auf Drucken klicke, das Drehbuch innerhalb von Minuten bereits auch jemand anders hat»

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Der Regisseur über Paranoia, die Veränderung der Welt und darüber wie er Leute erschreckt.

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M. Night Shyamalan, schön Sie zu sehen. Alle freuen sich immer so sehr auf Ihre neuste Geschichte. Wie schwierig wird es da für Sie, diese geheim zu halten?
Es ist sehr schwer. Die Drehbücher werden gestohlen ... Ich weiss nicht mal, wie sie's heraus finden, wer dafür bezahlt wird, um da ranzukommen, aber irgendwie schaffen sie es immer wieder. Ich lasse schon niemanden an meinen Computer ran. Auch bei der Arbeit sage ich ständig: «nicht anfassen!». Ich habe das Gefühl, dass, sobald ich auf «Drucken» klicke, das Drehbuch innerhalb von Minuten bereits auch jemand anders hat. Ich hab keine Ahnung, wie das vorgeht, aber so kommt es mir vor. Es ist natürlich lustig von einer Seite, aber manchmal wünsche ich mir schon, ich könnte meine Filme einfach in Ruhe fertigstellen. Ich meine, «The Sixth Sense» wäre nie im Leben auf die Leinwand gekommen, hätte man im Vorfeld gewusst, was passieren würde. Meine Mutter wäre wohl die erste, die sagen würde, «Ach so, du machst einen Film über Gespenster und am Ende ist er selbst bereits tot» ... (lacht).

Wie bei allen Ihren Filmen handelt es sich um eine Mischung aus Fantasie, aus Persönlichem sowie aus dem politischen und sozialen Umfeld. Was war bei «The Happening» Ihre Grundmotivation?
In erster Linie die Sorge darum, wo wir uns eigentlich befinden und was wir unserem Planeten antun. Das ist nicht gerade erfreulich. Die Dinge beginnen sich für uns zu ändern. In Amerika sterben beispielsweise die Bienen aus. Selbst meine Kinder fragen mich ständig, weshalb die Bienen aussterben und niemand scheint es zu wissen. Es gibt noch andere merkwürdige ökologische Vorkommnisse, dramatische Vorkommnisse. Ich lese sehr gerne über solche Sachen, egal wo auf der Welt sie geschehen. In Thailand beispielsweise ist in einem See neurotoxisches Plankton aufgetaucht ... Ich könnte hier noch viel mehr Beispiele nennen. Es ist einfach seltsam, dass sich alles zu verändern beginnt.

Seltsam und vor allem angsteinflössend ist der neue Film. Gut, ich bin vielleicht einfach zu schreckhaft, aber wie sind Sie vorgegangen, um auch das anspruchsvollere Publikum überraschend stark erschrecken zu lassen?
Ich setze einfach das um, was ich für angsteinflössend halte. Ich glaube ohnehin, dass es ein Missverständnis ist, wenn man denkt, alle meine Filme seien angsteinflössend. Das ist einfach nicht wahr. Interessant war ja, dass bei «Lady In The Water» viele dachten, es sei ein Schocker, dabei war es das gar nicht. Genauso wenig waren es «Unbreakable» oder «The Village», wo es ja mehr um eine Liebesgeschichte geht... Ich mache gerne genreübergreifende Filme. Aber bei «The Happening» hat es wirklich Spass gemacht, als ich die Idee dazu hatte und dachte: «Das ist wirklich angsteinflössend». Ich wollte einfach meinen Spass haben und etwas in der Art machen. Nur schon der Gedanke daran war sehr befreiend, dass die Arbeit für mich diesmal darin bestand, das Publikum zu erschrecken. Dafür werde ich dann beim nächsten Film vielleicht nichts Angsteinflössendes machen...

Was ich vor allem so furchteinflössend finde, ist, dass ja viel verborgen bleibt. Man weiss nie, was als nächstes kommt. Das scheint Ihnen wichtig zu sein...
Ungewissheit ist alles bei solchen Filmen. Wenn ich eine Szene drehe, bei der es gleich ziemlich gewalttätig werden wird, man das aber noch nicht weiss, dann werde ich auch keine Hinweise dazu liefern. Interessanterweise fragten die Leute bei Fox, dem Produktionsstudio, als sie den Film zum ersten Mal sahen, weshalb ich bei solchen Szenen nicht von Anfang an beklemmende Musik darunterlege. Da muss ich sagen: Die Figuren haben keine Ahnung, dass sie gerade dabei sind, getötet zu werden. Wieso sollte ich also so etwas tun? Die haben das Gefühl, sie würden sich gerade prima unterhalten. Die junge Frau, die hier gerade ein Interview führt, hat keinen Schimmer davon, dass sie jeden Moment umgebracht wird, also werde ich ihr auch nichts sagen. Erst wenn es wirklich passiert, und das Publikum die Szene parallel miterlebt... Deshalb denkt man dann vielleicht auch: «Oh je, er ist doch so nett, warum sagen alle über ihn, er sei gewalttätig?...» Und plötzlich kommt das Messer raus (lächelt). Und genau an dem Punkt, wo man völlig unachtsam ist und lacht und denkt, alles sei ganz easy, genau da erwische ich die Zuschauer und lasse sie zunächst ein paar Minuten zappeln. Und erst dann fahre ich weiter.

Kam so auch die Wahl dieses visuell düsteren Stils zustande?
Ja, wissen Sie, für mich spielt alles im Leben eine Rolle bezüglich der Art und Weise, wie ich die Dinge sehe. Ich habe die Frau geheiratet, in die ich mich beim erstmaligen sehen verliebt habe. Das war noch in der Schule. So bin ich einfach. Und ich denke, was die Leute mit meinen Filmen ohnehin verknüpfen, ist eine «wissende Unschuld». Man weiss, das ist nicht jemand, der keine Erfahrungen im Leben gesammelt hat, aber dennoch bevorzugt er oder sie es, unschuldig zu sein.

Mein Lieblingsfilm von Ihnen ist «Unbreakable», da er von einer gewissen Atmosphäre lebt, die ihn in meinen Augen zu einem Kultfilm macht. Wie viel bedeutet Ihnen das spätere Nachklingen des Films, wenn sie schon längst aus den Kinos wieder raus sind...?
Eine sehr gute Frage. Ich muss nämlich immer eine Entscheidung fällen zwischen zwei Dingen: Den «Schlürftest» gewinnen, das heisst, an dem Tag, an dem der Film ins Kino kommt sowie den «Nachhaltigkeitstest»: In einem Monat, in einem Jahr, in fünf Jahren - was denken Sie über meine Filme? Wenn ich mich gezwungen sehe, diese Entscheidung zu fällen, sei es beim Casting, beim Schnitt, bei der Musik, oder wo auch immer,... Ich bete, dass ich diese Entscheidung nicht fällen muss, ich würde am liebsten beide Test bestehen, aber wenn ich mich tatsächlich entscheiden muss, dann entscheide ich mich jedes mal für die Nachhaltigkeit. Und das ist wohl auch der Grund, weshalb die Zeit freundlich war zu meinen Filmen. Denn egal, was am ersten Wochenende eingespielt wurde, ein Jahr später ist alles besser. Ich könnte Ihnen das nachzeichnen. Am Anfang sagen viele: «Na ja, es ist eine vier». Wenn die DVD rauskommt: «Es ist eine fünf», und ein Jahr später heisst es dann: «Einer meiner Lieblingsfilme ist «Unbreakable»». Das gleiche geschah mit allen anderen auch. Das ganze beruht auf einer Integrität meinerseits. Es mag vielleicht nicht das sein, was man in jenem Moment - mit dem Popcorn in der Hand - gerade erwartet. Aber man kann mich sehr deutlich hören und das ist das Wichtigste in Sachen Nachhaltigkeit.

Die letzte Frage betrifft Ihre Wahl der Schauspieler. Braucht es dazu Intuition? Wählen Sie nach Intuition oder nach Fähigkeiten aus?
Nein, es gibt zwei Dinge bei einem Schauspieler: Das Handwerk - verstehen sie es? können sie es?... Sagen wir mal, dass auf dieser Skala z.B. Daniel Day Lewis der König ist. Einfach mal angenommen. Er wäre eine zehn und auf der anderen Seite befände sich ein Schauspieler aus einer Seifenoper. Und nun geht also die Skala hoch bis zu Daniel Day Lewis. Das ist somit die Skala, die das Handwerk bewertet. Daneben gibt es aber noch die Farbe, die Schauspieler abgeben. So findet sich vielleicht ein Superstar, dessen spielerisches Talent gerade mal gut genug ist, aber die Farbe, die er versprüht ist dermassen klar und hell und perfekt, dass man sich für ihn entscheidet. Ich habe über die Jahre hinweg gelernt, dass erst die Kombination dieser zwei Dinge richtig ist. Dann und wann, wie das bei Mark Wahlberg der Fall war, hat man jemanden, dessen Farben im Laufe seiner Karriere immer heller und deutlicher geworden sind, aber auch die schauspielerischen Qualitäten sind permanent gestiegen und immer komplexer geworden. Ich kann von ihm eine dramatische Szene verlangen, eine komische, was immer ich will und er wird sich bewegen und sich anpassen... Und die Grenzen seiner Fähigkeiten sind gar nicht auszumachen, weil alles immer noch wächst. Das ist wirklich spannend. Für mich war das Casten von Mark eine leichte Entscheidung. Man muss manchmal einfach von der Skala weg entscheiden.

[M. Night Shyamalan wurde interviewt von Portmann Media]

Mark Wahlberg: «ich hoffe, dass ich eines Tages auch selbst Regie führen kann»

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Der Ex-Boygroup-Sänger schwärmt in allen Farben von Regisseur M. Night Shyamalan.

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Mark, es freut mich sehr, Sie hier in London zu sehen. Wir sind hier, um über «The Happening» zu sprechen. Ich habe den Film gerade eben gesehen und es ist komisch, wie solche Filme sehr zeitgemäss sein können und wo die Inspirationen herkommen. Wie war es für Sie mit einem solchen Regisseur (M. Night Shyamalan) zusammenzuarbeiten? Haben Sie viel mit Ihm gesprochen auf dem Set?
Natürlich, denn ich hoffe, dass ich eines Tages auch selbst Regie führen kann. Ich konnte zehn Wochen lang von ihm lernen und damit ging ein Traum für mich in Erfüllung. Bei ihm sieht alles so mühelos aus, auch wenn so viel Arbeit und Vorbereitung in seinem Projekt steckt. Er ist wirklich viel besser vorbereitet als andere Regisseure, mit denen ich gearbeitet habe. Vor allem, was die Schauspielperformance, die er erwartet, angeht. Aber es hat alles enorm viel Spass gemacht.

Sie spielen eine Rolle, bei der man auf keinen Fall zu viel preisgeben darf. Wie sehr mussten Sie sich beim Drehen darauf konzentrieren?
Gott sei Dank hatten wir ihn (Shyamalan). Er ist der Meister darin. Er lässt einen nie zu viel zeigen und hat alles minutiös geplant. Das ist grossartig, denn er ist absolute Spitzenklasse in diesem Genre. Und er verbessert sich laufend weiter. Ich musste mir also keine Gedanken über seine Entscheidungen machen. Ich machte einfach das was er wollte.

Er liebt es, das Publikum zu verwirren. Ein Aspekt davon ist der Tonfall des Films. Offenbar gibt der aber nicht wider, um was es im Film genau geht. Erzählen Sie uns mehr darüber.
Ja, er macht das ständig. Das ist sein Ding. Deswegen sagen die Leute «Das ist ein M. Night-Film». Sie fragen sich immer, worum es eigentlich geht. Ich bin auch nicht in der Position, das jetzt zu verraten.

[Mark Wahlberg wurde interviewt von Portmann Media]

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