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Alle Kommentare (9) m&m's Movie Charts

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Aka Titel:Der Junge im gestreiften Pyjama
Land (Jahr): Grossbritannien, USA (2008)
Genre:Drama
Filmlänge:95min
Regie:Mark Herman
Kinostart:27.11.2008
Drehbuch:John Boyne
 Mark Herman

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Rupert Friend: «Eigentlich haben alle Figuren in dieser Geschichte ihre Geheimnisse.»

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Rupert Friend musste bei seiner Figur die Balance zwischen Ambition und Angst finden.

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Es freut mich, Sie hier zu sehen, Rupert. «The Boy in the Striped Pyjamas» ist ein sehr wichtiger Film. Ich bin mir sicher, dass sie sich schon einig waren, dass diese Geschichte erzählt werden sollte, bevor Sie das Skript gelesen haben.
Es war eigentlich umgekehrt. Ich habe das Skript zuerst gelesen und war davon begeistert. Ich habe erst nachher das Buch gelesen, um zu sehen wie viel verändert wurde. Aber sie sind dem Original sehr treu geblieben.

Erzählen Sie uns bitte etwas mehr über die Hintergründe des Buches und unter welchen Umständen es geschrieben wurde.
Als John Boyne das Buch schrieb, hatte er diese Idee die beiden Kinder mit einem Zaun voneinander zu trennen. Er wollte herausfinden wie es zu dieser Situation gekommen ist. Und weil er sowieso ein historischer Schriftsteller ist, hat es für ihn Sinn gemacht, über einen geschichtlichen Zeitabschnitt zu schreiben. Das Ganze hatte so seinen Ursprung. Zudem war er auch davon angetan, eine Geschichte aus der Perspektive eines Kindes zu erzählen.

Es ist sicherlich sehr schwer, eine solche Geschichte zu erzählen. Wie wichtig war dabei die Art, wie man das ganze Projekt angegangen ist?
Es war sehr wichtig, dass wir dieses sensible Thema sehr vorsichtig und mit viel Respekt behandelten. Ich finde, wir sind dies sehr gut angegangen, auch mit einem bestimmten Pflichtgefühl, damit wir die Geschichte so wahrheitsgetreu wie möglich wiedergaben. Wir wollten möglichst nahe an der Geschichte vom Buch bleiben, denn es schien uns, als wäre dies genau der richtige Weg, um diese historische Zeitspanne zu erzählen.

Erzählen Sie uns etwas über Leutnant Kotler, die Figur, die Sie spielen. Auch er hat seine eigenen Konflikte.
Eigentlich haben alle Figuren in dieser Geschichte ihre Geheimnisse. Sowie auch Leutnant Kotler. Es ist komisch, dass die Geheimnisse seines Vaters nicht ans Licht kommen. Wenn ein Soldat ein familiäres Verhältnis oder sonst irgendeine Bindung zu einem Kurden hatte und dies herausgekommen wäre, dann hätte dies umgehend auf ihn reflektiert. Aus der Sicht der Armee, wäre dieser Soldat womöglich genau so bestraft worden, wie ich es im Film wurde. Ich wurde an die Frontlinie geschickt, bei welcher die Todesurteile gesprochen wurden. Ich glaube, dass war der Hauptkonflikt.

Ihre Figur drückt sich oft mit seiner Körpersprache aus und vermittelt eine spezielle Art von moralischer Gewalt. Wie haben sie sich auf diese Rolle vorbereitet?
Das Schwierigste war, dass wir der historischen Geschichte einen Sinn geben wollten. Jeden Tag diese Brutalität wiederzugeben war sehr schwer. Aber es ging nicht anders, denn die Figuren erlebten genau diese Dinge an diesen schrecklichen Orten.

Und wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Es ging darum zu verstehen, wie Leutnant Kotler wirklich war und wie er sich verhalten hätte. Es ging dabei um eine Kombination von Ambitionen und Angst und ich musste eine gute Balance finden.

[Rupert Friend wurde interviewt von Portmann Media]

Vera Farmiga: «Ich habe diesen Film nur wegen dem Inhalt gemacht.»

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Die Schauspielerin hat sich mit umfangreichen Recherchen vorbereitet und das Lager Auschwitz besucht.

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Vera, ich freue mich sehr, Sie zu sehen. Wie ich bereits mit dem Autor und dem Regisseur besprochen habe, ist es ein sehr wichtiger Film. Sie sagten, dass dies ein Film ist, bei dem man nicht nur mitmacht, um einen Film zu drehen, sondern vor allem wegen dem Inhalt. War das bei Ihnen dasselbe?
Ich habe diesen Film nur wegen dem Inhalt gemacht. Es war mir egal, wer sonst noch mitspielt, wer Regie führt und wer das Drehbuch geschrieben hat. Ich machte mir auch keine Gedanken darüber, wie viel ich verdiene oder an welchen Schauplätzen gedreht wird. Ich wollte einfach unbedingt dabei sein. Es kommt selten vor, dass man ein Projekt entdeckt, für das man einfach alles tun würde. Hier sah ich einfach die Möglichkeit, eine wichtige Geschichte zu erzählen.

Ihre Figur ist eine der schwierigeren im Film. Sie ist Mutter und trägt einen enormen Konflikt mit sich selbst aus. War das schwierig?
Es war schwierig zu verstehen, dass Frauen es sehr lange verdrängen können, dass ihr Ehemann ein schlechter Mensch ist. Für mich war das sehr schwer zu verstehen. Ich versuchte eine Idee davon zu bekommen, warum diese Frauen damals nicht hinterfragten, was ihre Männer getan hatten. Auch die emotionale Integrität war sehr schwierig darzustellen. Es gibt einige Szenen im Film, vor denen ich grosse Angst hatte, gerade weil sie emotional sehr exakt gespielt sein mussten. Ich habe mich aber im Vornherein durch umfangreiche Recherchen darauf vorbereitet. Am meisten hat mir aber mein Besuch in Auschwitz geholfen. Dadurch habe ich eine ziemlich klare Vorstellung von der Realität bekommen.

Wie haben Sie es geschafft, sich auf den historischen Hintergrund festzulegen? Es gibt ja immer noch einige Unklarheiten, was diese Epoche angeht.
Das stimmt. Meine Figur basiert nicht nur auf einer Frau. Sie ist eine Zusammenstellung von verschiedenen Frauen aus dem dritten Reich, von denen ich gelesen habe. Sie basiert aber auch auf einigen Frauen aus meinem eigenen Leben. Zum Beispiel, wie sie mit gewissen Dingen umgehen, was ihnen wichtig ist oder wie sie etwas ablehnen. Das habe ich alles zusammengebracht. Meine Figur basiert also nicht nur auf historischen Vorlagen, sondern auch auf vielen Frauen, die ich selber kenne. (Lacht.)

Es ist ein Ensemble-Stück. Allerdings ein relativ Schwieriges, da jede Figur auch im Konflikt mit sich selbst steht. Wie läuft da die Zusammenarbeit mit den anderen Schauspielern ab, wenn die Kommunikation untereinander rollenbedingt ziemlich schwierig ist?
Ich weiss nicht, ob das wirklich eine Schwierigkeit ist. Was in den anderen Schauspielern vorgeht, hat mit meinem Arbeitsablauf jeweils nichts zu tun. Ich bin offen gegenüber den Abläufen der anderen und geniesse es, diese in meine Abläufe mit einzubinden. Ich konzentrierte mich einfach darauf, dass ich für mich selber immer exakt war und es für mich sicher auf der emotionalen Ebene stimmte. Das schwierigste war - das ist fast immer so - die Zeit. Wenn man nur zwei oder drei Takes hat, um einen bestimmten Moment einzufangen, ist das manchmal frustrierend, weil man gerne mehr Zeit hätte. Zwischendurch eine Woche frei zu haben, wäre auch toll. Vor allem bei einem solchen Film, der einen emotional ziemlich mitnimmt, wäre es gut, wenn man sich wieder etwas sammeln könnte. Aber so muss man halt immer auf dem Set sein. Anders als bei anderen Filmen war, dass wir sehr viel mit Kindern gearbeitet haben. Da sieht der Drehplan schon ganz anders aus, weil sei zwischendurch noch in die Schule mussten. So haben wir mal einen Tag hier, mal einen Tag dort gedreht, aber richtig frei hatte man trotzdem nie. Es wäre für mich einfacher gewesen, alles ein wenig zusammenzunehmen. Denn so war es sehr schwer, mit der Charakterentwicklung meiner Figur immer auf der Höhe zu bleiben. Das war am Schwierigsten.

[Vera Farmiga wurde interviewt von Portmann Media]

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