| Land (Jahr): | Österreich, Deutschland, Schweiz (2008) |
| Genre: | Adventure, Drama |
| Filmlänge: | 127min |
| Regie: | Philipp Stölzl |
| Kinostart: | 09.10.2008 |
| 11.03.2009 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Rupert Henning |
Benno Führmann: «Ich musste das Thema Vertrauen neu in Angriff nehmen.»
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Der Schauspieler stösst gerne an seine Grenzen.
Benno Fürmann, Du spielst in «Nordwand» die Hauptrolle. Was hat Dich an diesem Film besonders gereizt?
Das dramatische Schicksal von dem ich vorher schon wusste. Ich habe vorher einmal ein Buch über die Wand gelesen, von Joe Simpson «Eiger-Dreams». Ich interessiere mich schon seit längerem fürs Klettern und gerade der Eiger ist wahrscheinlich nach dem Mount Everest der bekannteste. Was kennt man sonst so? K2 und dann werden die meisten Leute wahrscheinlich schon den Eiger nennen. Der ganze Mythos um den Berg und um dieses dramatische Schicksal. Ich hatte auch einmal dieses Foto gesehen wo Toni kurz in der Luft hängt in wahnwitziger Entfernung zu der Rettungsmannschaft. Das alles wusste ich vorher und das Thema Bergfilme an sich interessierte mich, weil es schon lange keine mehr gab, da hatte ich sowieso grosse Lust darauf.
Wie hast Du Dich auf diese Rolle vorbereitet? Bergsteigen konntest Du ja bereits schon.
Naja Bergsteigen, ich weiss was ich mache, ich bin jetzt keine Koryphäe, also es galt es schon noch zu vertiefen, weil wir auch von Pionieren des Bergsports sprechen. Das waren Menschen, die damals mit ganz einfachen Hanfseilen, genagelten Schuhen und ganz einfacher Kleidung geklettert sind auf Arten und Weisen die Heute unvorstellbar sind. Es ist halt schon so, dass die Errungenschaften der modernen Technik uns das Leben gerade in dem Bereich erleichtern. Und mich damit vertraut zu machen, also in der Türkei und in Frankreich wo ich mit Florian und Michael Hoffmann, die uns in der Vorbereitung klettertechnisch betreut haben und uns alte Knotentechniken und das Abseilen und so weiter nähergebracht haben, geklettert bin und gemerkt habe, dass es mit dieser alten Ausrüstung ein komplett anderes Klettern ist. Da musste ich nochmal neu für mich das Thema Vertrauen in Angriff nehmen, weil ich null Vertrauen hatte in Schuhe, die eigentlich eher rutschig sind, dadurch dass Metall da dran ist, im Gegensatz zu Heute wo du eher auf Reibung kletterst. Das war die Aufgabe im Bezug aufs Klettern. Ich hatte im Vorfeld eigentlich sehr wenig Ahnung, mehr von alten Filmen die ich angesehen habe. Doch es war klettern, klettern, klettern. Weil darum geht's.
Konntest Du durch diese Erfahrung viele Stunts auch selber machen?
Ja, wobei man da an Grenzen kommt, also jein. Ich muss irgendwann einmal meine Verträge mit meiner Agentin eingehend angleichen, sodass ich dann wenn ein Produzent sagt das sei zu gefährlich, den Vertrag hinhalten kann und sagen kann: «Nein, hier steht es aber, er macht alle seine Stunts selber.» Das habe ich leider noch nicht drin. Und wenn es dann um so Sachen geht wie höherer Stolz und so weiter, also Sachen die ich mir dann schon zutrauen würde, wo ich sicherlich erst einmal schlucken würde, aber ich gehe ja auch gerne an Grenzen und möchte auch gerne, wenn ich eine Figur verkörpere, soviel wie möglich davon selber erleben. Und das wird mir einfach nicht gewährt, weil da natürlich viel Geld auf dem Spiel steht und wenn einer der Hauptakteure flach liegt, dadurch dass er sich dann doch irgendwie einen Knochen durch knackst, dann wird erstmal die Pause Taste gedrückt für eine ziemlich lange Zeit und insofern wurden da doch die schwierigen Sachen und die grossen Kletterpassagen teilweise gedoubelt.
[Benno Führmann wurde interviewt von Portmann Media]
Florian Lukas: «Das ist echt einer der tollsten Arbeitsplätze, die man haben kann.»
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Lukas will die Nordwand auch einmal privat bezwingen.
Florian Lukas, in «Nordwand» spielst Du den Andreas Hinterstoisser was hat Dich an dieser Rolle besonders gereizt?
Als ich das Drehbuch gelesen habe, dachte ich: «Super die laden mich nicht einmal mehr zum Casting ein, ich kann also einfach Ja sagen und Morgen mit dem Kletter-Training anfangen.» Das habe ich auch gemacht. Also ich muss sagen die Geschichte kannte ich vorher nicht. Ich wusste ehrlich gesagt nicht einmal genau wo der Eiger liegt und dann fängt man mal an dieses Drehbuch zu lesen und ich fand es eine unglaublich spannende, unglaublich ergreifende Geschichte. Dann stellt man fest, dass diese Geschichte wahr ist und fängt sich an ein bisschen rein zu lesen. Das ist das Eine und was ich eingangs sagte das Klettern lernen und sich mit dem Bergsteigen zu beschäftigen war ein unglaublicher Reiz. Das hätte ich so glaube ich nicht mehr gemacht in meinem Leben. Das war eine super Möglichkeit mich damit zu beschäftigen. Und das habe ich auch sehr intensiv getan.
Der Regisseur verriet, dass ihr als Bergsteiger bereits auf einem sehr guten Level seid, konntest Du dadurch viele Stunts selber machen?
Naja, die Bergführer sind wahnsinnig vorsichtig. Nicht nur dass uns nichts passiert, sondern selbst wenn ich mich verletzten würde, würde das auch immer auf die Bergführer zurückzuführen sein und das wollen die natürlich nicht. Also durften wir viele Sachen gar nicht machen. Ich wäre wahnsinnig gerne mit dem Helikopter in die Nordwand geflogen und hätte da Sachen gemacht, aber man hat mich nicht gelassen. Dafür haben wir woanders Sachen gemacht, die besser erschlossen waren, sodass auch das ganze Team mitkommen konnte und die Bergführer die Sachen besser vorbereiten konnten. Und dann haben wir noch Sachen gemacht, die sie zunächst mit den Doubles gemacht haben. Als die Bergführer aber gesehen haben, dass wir uns doch relativ sicher im Fels bewegen und dass wir Sachen können, die sie uns vielleicht nicht so zugetraut haben, weil wir ja nur Schauspieler sind, konnten wir auch Sachen wiederholen oder wiederholen dürfen, sagen wir mal so.
Was war die grösste Herausforderung?
Das war es eigentlich, es war eigentlich keine Herausforderung. Ich habe mich ein Jahr lang darauf vorbereitet und mich so gefreut, endlich da an der Wand zu stehen und zu denken: «Das ist echt glaube ich einer der tollsten Arbeitsplätze die man haben kann.» Und jetzt hier an der Wand zu stehen und zu klettern und zu pendeln, das war nicht ungefährlich, wir hatten Pendlergänge da hat es mich auch rausgehauen. Und wenn Du so die Wand entlang rennst und dann stolperst, dann drehst Du Dich wie ein Sandsack die Wand entlang was durchaus schmerzhaft ist. Aber das war mir egal, ich war endlich da wo ich eigentlich die ganze Zeit hin wollte. Es hat wahnsinnig Spass gemacht.
Ist es jetzt auch ein persönliches Ziel die Eigernordwand zu bezwingen?
Kolja Brandt, der Kameramann und ich sind seit dem Film Seilpartner und er will unbedingt mit mir die Nordwand machen. Und wer weiss, sagen wir einmal so, ich nehme mir zunächst den Eigergipfel vor und versuche es einmal über den Mittelgrad, die Route über die der Eiger erstmals bestiegen wurde. Mal schauen wie weit ich komme. Und dann mal schauen. Vielleicht nicht gerade die Nordwand. Es ist auch ganz schön gefährlich, das muss man schon sagen, man kann noch so gut klettern und so gut klettern werde ich nie können, um die Nordwand alleine zu besteigen. Selbst wenn ich es könnte, es wäre dennoch wahnsinnig gefährlich, weil viel Steinschlag in der Wand herrscht. Heute sogar noch mehr als damals und das ist eine relativ gefährliche Angelegenheit. Ich glaube das Risiko brauche ich nicht, nur um einmal durch die Nordwand gestiegen zu sein.
[Florian Lukas wurde interviewt von Portmann Media]
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