Interview
Jodie Foster: «Ich habe schon viele Kinderfilme gesehen.»
Die Schauspielerin über Eigenverantwortung in Kinderfilmen und das Heranwachsen von Kinderstars.
Jodie, es ist immer ein Vergnügen, Sie zu sehen. «Nim's Island» ist speziell, denn alle Eltern, die Kinder im entsprechenden Alter haben, werden diesen Film wohl sehen. Wie sieht das bei Ihnen persönlich aus?
Ich muss gestehen, ich habe schon viele Kinderfilme gesehen, weil ich selbst zwei Kinder habe. Das spezielle an «Nim's Island» ist, dass man alle seine Kinder mitnehmen kann. Der Film funktioniert bei 12- und 13-jährigen ebenso wie bei den ganz Kleinen. Ich musste all diese Filme mit Robotern, Laserstrahlen und Transformers sehen und - so sehr ich diese Filme auch liebe - hatte ich nicht das Gefühl, dass sie den Kindern eine sinnvolle Botschaft mit auf den Weg geben. Sie sollten lernen, dass sie selbst ihr eigener Held sein müssen. Nim entdeckt ihren persönlichen Heroismus, als sie auf sich selbst aufpassen muss. Sie findet heraus, dass man auch Würmer essen kann und benutzt einen Seelöwen als Freizeitfahrzeug. Immer wenn etwas nicht funktioniert, muss sie sich selbst darum kümmern. Solche Botschaften werden den Kindern in Filmen einfach nicht mehr vermittelt; diese simple Eigenverantwortung.
Weil Vorstellungskraft der Kern dieses Filmes ist, sind die Figuren miteinander verbunden, wie auch immer man die Geschichte interpretiert.
Ja, ich glaube, das sind sie. Es sind Themen in diesem Film, auf die ich bei all meinen bisherigen Filmen geachtet habe, inklusive meinen dunkelsten Dramas. Irgendwie geht es ja darum, allein zu sein. Viele Dinge in unserem kreativen Leben erfordern das Alleinsein. Wie zum Beispiel das Malen. Man malt das, was in seinem eigenen Kopf ist und versucht es auf Papier zu bringen. Das ist ein sehr intimes Erlebnis, das man nur mit sich selbst haben kann. Es gibt aber einen grossen Unterschied zwischen allein sein und Einsamkeit. Nim ist alleine im Film, aber sie ist nicht einsam. Sie hat ihre tierischen Freunde und ihren Vater, der ihr hilft, wenn es nötig ist. Es kommt aber der Punkt, an dem sie wirklich jemanden braucht. Sie macht sich also auf die Suche und findet den wohl eigensinnigsten Menschen auf der Welt, Alexandra Rover. Dadurch, dass diese beiden Einzelgänger zusammenkommen, können sie jeweils die Einsamkeit des anderen heilen.
Das ist wahr. Alex ist auch in ihrer eigenen Vorstellung gefangen und lebt in einer Seifenblase, aus der sie ausbrechen muss. Das macht sie zu einem sehr interessanten Charakter. Das war bestimmt spannend, sie zu spielen.
Ja, es hat sehr viel Spass gemacht! Denn sie ist verrückt, komplett neurotisch und fürchtet sich vor allem und jedem. Sie rennt auch wie ein Spastiker und könnte keinen grösseren Gegensatz zu mir selbst darstellen. Das hat wirklich Spass gemacht. Meine Kinder hatten auch grossen Spass daran, zu sehen, wie ich wie ein Idiot tanze, dauernd meinen Kopf anschlage und immer hinfalle. Es war grossartig für sie, mich in einer Rolle zu sehen, die einen solchen Knall hat.
Absolut, ich habe das auch sehr genossen. Haben Ihre Kinder auch irgendwelche Kommentare abgegeben, nachdem sie den Film gesehen haben?
Sie haben ihn geliebt. Sie haben auch das Ganze drumherum genossen. Sie durften noch nie einen Film von mir sehen und waren auch noch nie zuvor auf einem Set. Auch das Buch haben sie zu lesen bekommen. Dadurch, dass sie zuerst das Buch gelesen, und dann den Film gesehen haben, wurde es ein magisches Erlebnis für sie. Das ist immer so, wenn man zuerst das Buch liest und dann den Film sieht. Ich erinnere mich: Als ich jung war und einen Film im Kino ansehen wollte, rannte ich immer zuerst in die Buchhandlung und besorgte mir das Buch zum Film. Dadurch erweckte ich alles auf ganz andere Weise zum Leben. Für mich ist das natürlich toll - vor allem weil Literatur meine grosse Liebe ist - , denn so kann man das Buch und den Film miteinander verflechten.
Ein anderer Punkt ist die Kinderschauspielerin Abigail Breslin mit ihrem umwerfenden Charisma. Das haben Sie auch erlebt, als sie noch jünger waren. Kommen da nostalgische Gefühle auf?
Ich weiss nicht, ob ich das Charisma hatte, das sie hat. Aber wir leben ein paralleles Leben. Wenn ich auf das Set kam, sah ich sie, wie sie mit ihren Eltern gespielt hat. Sie leben dieses Zigeuner-Filmleben. Als würden Sie aus Rumänien kommen, aus dem Flugzeug steigen und am Great Barrier Reef ihre Kleider waschen und auf dem Hotelbalkon aufhängen. Das ruft schon Erinnerungen wach. Vor allem an die schönen Seiten, die man als Kinderschauspieler erleben darf. Natürlich gibt es auch harte Lektionen, die man lernen muss, aber ich weiss, dass sie einen klugen Kopf auf ihren Schultern trägt. Sie wird ihren Weg schon machen.
War es das, was sie als Kinderschauspielerin gefühlt haben? Dass man Sie wieder auf den Boden zurückholen muss?
Ja. Es ist einfach ein anderer Weg um aufzuwachsen, mit seinen eigenen Belastungen und Verantwortungen. Entweder kann man damit umgehen oder nicht. Das wichtigste ist aber, dass man eine Familie hat, die einen liebt, unterstützt und sich dafür interessiert, was man tut. Bei Abigail Breslin ist das definitiv der Fall. Aber seien wir ehrlich: Die Adoleszenz ist etwas Schwieriges. Das ist schwierig für Sie, für mich, für uns alle. Das aber noch im Fokus der Öffentlichkeit zu durchleben, ist schon eine Herausforderung. Ich glaube, das ist der härteste Teil.
Ich muss gestehen, ich habe schon viele Kinderfilme gesehen, weil ich selbst zwei Kinder habe. Das spezielle an «Nim's Island» ist, dass man alle seine Kinder mitnehmen kann. Der Film funktioniert bei 12- und 13-jährigen ebenso wie bei den ganz Kleinen. Ich musste all diese Filme mit Robotern, Laserstrahlen und Transformers sehen und - so sehr ich diese Filme auch liebe - hatte ich nicht das Gefühl, dass sie den Kindern eine sinnvolle Botschaft mit auf den Weg geben. Sie sollten lernen, dass sie selbst ihr eigener Held sein müssen. Nim entdeckt ihren persönlichen Heroismus, als sie auf sich selbst aufpassen muss. Sie findet heraus, dass man auch Würmer essen kann und benutzt einen Seelöwen als Freizeitfahrzeug. Immer wenn etwas nicht funktioniert, muss sie sich selbst darum kümmern. Solche Botschaften werden den Kindern in Filmen einfach nicht mehr vermittelt; diese simple Eigenverantwortung.
Weil Vorstellungskraft der Kern dieses Filmes ist, sind die Figuren miteinander verbunden, wie auch immer man die Geschichte interpretiert.
Ja, ich glaube, das sind sie. Es sind Themen in diesem Film, auf die ich bei all meinen bisherigen Filmen geachtet habe, inklusive meinen dunkelsten Dramas. Irgendwie geht es ja darum, allein zu sein. Viele Dinge in unserem kreativen Leben erfordern das Alleinsein. Wie zum Beispiel das Malen. Man malt das, was in seinem eigenen Kopf ist und versucht es auf Papier zu bringen. Das ist ein sehr intimes Erlebnis, das man nur mit sich selbst haben kann. Es gibt aber einen grossen Unterschied zwischen allein sein und Einsamkeit. Nim ist alleine im Film, aber sie ist nicht einsam. Sie hat ihre tierischen Freunde und ihren Vater, der ihr hilft, wenn es nötig ist. Es kommt aber der Punkt, an dem sie wirklich jemanden braucht. Sie macht sich also auf die Suche und findet den wohl eigensinnigsten Menschen auf der Welt, Alexandra Rover. Dadurch, dass diese beiden Einzelgänger zusammenkommen, können sie jeweils die Einsamkeit des anderen heilen.
Das ist wahr. Alex ist auch in ihrer eigenen Vorstellung gefangen und lebt in einer Seifenblase, aus der sie ausbrechen muss. Das macht sie zu einem sehr interessanten Charakter. Das war bestimmt spannend, sie zu spielen.
Ja, es hat sehr viel Spass gemacht! Denn sie ist verrückt, komplett neurotisch und fürchtet sich vor allem und jedem. Sie rennt auch wie ein Spastiker und könnte keinen grösseren Gegensatz zu mir selbst darstellen. Das hat wirklich Spass gemacht. Meine Kinder hatten auch grossen Spass daran, zu sehen, wie ich wie ein Idiot tanze, dauernd meinen Kopf anschlage und immer hinfalle. Es war grossartig für sie, mich in einer Rolle zu sehen, die einen solchen Knall hat.
Absolut, ich habe das auch sehr genossen. Haben Ihre Kinder auch irgendwelche Kommentare abgegeben, nachdem sie den Film gesehen haben?
Sie haben ihn geliebt. Sie haben auch das Ganze drumherum genossen. Sie durften noch nie einen Film von mir sehen und waren auch noch nie zuvor auf einem Set. Auch das Buch haben sie zu lesen bekommen. Dadurch, dass sie zuerst das Buch gelesen, und dann den Film gesehen haben, wurde es ein magisches Erlebnis für sie. Das ist immer so, wenn man zuerst das Buch liest und dann den Film sieht. Ich erinnere mich: Als ich jung war und einen Film im Kino ansehen wollte, rannte ich immer zuerst in die Buchhandlung und besorgte mir das Buch zum Film. Dadurch erweckte ich alles auf ganz andere Weise zum Leben. Für mich ist das natürlich toll - vor allem weil Literatur meine grosse Liebe ist - , denn so kann man das Buch und den Film miteinander verflechten.
Ein anderer Punkt ist die Kinderschauspielerin Abigail Breslin mit ihrem umwerfenden Charisma. Das haben Sie auch erlebt, als sie noch jünger waren. Kommen da nostalgische Gefühle auf?
Ich weiss nicht, ob ich das Charisma hatte, das sie hat. Aber wir leben ein paralleles Leben. Wenn ich auf das Set kam, sah ich sie, wie sie mit ihren Eltern gespielt hat. Sie leben dieses Zigeuner-Filmleben. Als würden Sie aus Rumänien kommen, aus dem Flugzeug steigen und am Great Barrier Reef ihre Kleider waschen und auf dem Hotelbalkon aufhängen. Das ruft schon Erinnerungen wach. Vor allem an die schönen Seiten, die man als Kinderschauspieler erleben darf. Natürlich gibt es auch harte Lektionen, die man lernen muss, aber ich weiss, dass sie einen klugen Kopf auf ihren Schultern trägt. Sie wird ihren Weg schon machen.
War es das, was sie als Kinderschauspielerin gefühlt haben? Dass man Sie wieder auf den Boden zurückholen muss?
Ja. Es ist einfach ein anderer Weg um aufzuwachsen, mit seinen eigenen Belastungen und Verantwortungen. Entweder kann man damit umgehen oder nicht. Das wichtigste ist aber, dass man eine Familie hat, die einen liebt, unterstützt und sich dafür interessiert, was man tut. Bei Abigail Breslin ist das definitiv der Fall. Aber seien wir ehrlich: Die Adoleszenz ist etwas Schwieriges. Das ist schwierig für Sie, für mich, für uns alle. Das aber noch im Fokus der Öffentlichkeit zu durchleben, ist schon eine Herausforderung. Ich glaube, das ist der härteste Teil.
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