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Man on Wire - Filmkritik

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Land (Jahr): Grossbritannien, USA (2008)
Genre:Documentary
Filmlänge:94min
Regie:James Marsh
Kinostart:07.05.2009
 17.06.2009 (Romandie)
Kamera:Igor Martinovic

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Ein Mann, ein Seil

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Vor 35 Jahren spannte Philippe Petit ein Seil zwischen die beiden Türmen des World Trade Centers und ging 45 Minuten darauf hin und her. James Marsh zeigt die Aktion und ihre lange Vorbereitung in einem Oscar-gekrönten Dokumentarfilm, der spannender kaum sein könnte.

Bildgalerie

New York, 7. August 1974, 7:15 Uhr: Philippe Petit steht auf dem Dach des 415 Meter hohen World Trade Centers. Er blickt nach vorne. Dort steht der zweite Turm des Gebäudes, nochmal zwei Meter höher, 43 Meter vom ersten entfernt. Petit atmet tief durch und schaut nach unten - es ist ein Blick wie aus dem Flugzeug: Autos sind kaum noch als Punkte zu erkennen, die Sicht über den Hudson River nach Brooklyn ist atemberaubend. Petit lehnt leicht nach vorne, zieht seinen Fuss von der Brüstung des Gebäudes und tritt in den Abgrund hinaus. «Ich wusste, das könnte das Ende meines Lebens sein», sagt er Jahrzehnte später, «und trotzdem war da etwas, dem ich nicht widerstehen konnte, etwas, das mich nach draussen zog.»

Petit tut den ersten Schritt. Sein Fuss setzt sicher auf dem Drahtseil auf, das er und seine Helfer in der Nacht zuvor zum anderen Turm gespannt haben. Er zieht den zweiten Fuss nach, nun steht er völlig frei auf dem Seil. In der Hand eine lange Stange, um die Balance zu halten. Ist Seillaufen schon unter normalen Umständen schwierig, kommen hier kaum kalkulierbare Risiken hinzu: An stürmischen Tagen schwingen die Zwillingstürme meterweit hin und her und ein Windstoss könnte auch Petit leicht vom Seil pusten. Trotzdem läuft der Franzose während einer Dreiviertelstunde acht Mal von Turm zu Turm. Erst als Regen einsetzt kehrt er zum Ausgangspunkt zurück und ergibt sich der wartenden Polizei. Später, nach den Gründen für seine Aktion gefragt, sagt der 25-jährige: «Wenn ich drei Orangen sehe, jongliere ich. Wenn ich zwei Türme sehe, spanne ich ein Seil.»

Es ist eine alte Antwort auf eine alte Frage: «Ich habe es getan, weil es man es tun konnte.» So reden Meisterdiebe ebenso wie Extremsportler und Künstler. Philippe Petit ist von allem ein wenig, doch Regisseur James Marsh macht in «Man on Wire» klar, dass Letzteres am ehesten zutrifft. Der Seiltänzer als Vertreter einer besonders waghalsigen Form von Body Art, sozusagen. Wenn Marsh aber zeigt, wie minutiös Petit und Komplizen ihre Aktion planten, denkt man unweigerlich an einen Heist-Movie à la «Ocean's Eleven»: Ausführlich lässt der Regisseur Hintermänner, Mitwisser und den Seiltänzer selbst von massstabgetreuen Miniaturmodellen der Twin Towers erzählen, vom heimlichen Observieren des Gebäudes, von gefälschten Ausweisen und vom Verstecken der Ausrüstung am Tag vor dem Drahtseilakt.

Marsh strukturiert diese Geschichte wie einen klassischen Thriller. Stets bleibt das Ziel, der grosse Tag vor Augen. Doch bis dahin gilt es schier unlösbare Probleme zu überwinden - nicht umsonst dauerte die Zeit der Vorbereitung über sechs Jahre. Selten hängt der Film durch, viel öfter sind die hochspannenden Momente, wenn sich allein vom Zuschauen der Magen zusammenzieht. Und es gibt die historischen Aufnahmen der Twin Towers, an denen man sich kaum satt sehen mag. James Marsh ist ein aussergewöhnlich spannender Dokumentarfilm gelungen, über eine Aktion, die es so nie mehr geben wird. [Bruno Zweifel]

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m&m's Patrick: Der Film ist zwar in Länge gezogen. aber trozdem i...
m&m's Alexandra: Ein wunderschöner Film über einen begnadeten Seilt...
m&m's Kurt: So etwas habe ich noch nie gesehen. Einfach unglau...