Auch bei der Leinwandadaption gaben Ulvaeus und Andersson die Kontrolle nicht ganz aus der Hand und setzten bei Universal durch, dass das Erfolgsteam der Bühnenfassung, Judy Craymer und Regisseurin Phyllida Lloyd, auch für den Film verpflichtet wurde - trotz fehlender Kinoerfahrung und eines 60-Millionen-Dollar-Etats. Eine gute Entscheidung: Herausgekommen ist ein «großer Sommerspaß für große Mädchen», dessen Motto gleich zu Beginn von der wunderbaren Meryl Streep ihrer Filmtochter Amanda Seyfried und dem Publikum mit auf den Weg gegeben wird: «Let's go have fun».
Die Handlung ist dementsprechend schlicht und liefert vor allem den Rahmen zum munteren Absingen diverser Abba-Hits. Auf einer malerischen Insel will die 20-jährige Sophia heiraten. Ihr sehnlichster Wunsch ist, dass ihr Vater sie zum Altar führt. Blöd, dass sie nicht weiß, wer ihr Vater ist. Das alte Tagebuch ihrer Mutter gibt Aufschluss über einen legendären Sommer vor 21 Jahren - und über drei mögliche Vaterschaftskandidaten. Sophia lädt alle ohne das Wissen ihrer Mutter ein. Wie durch ein Wunder taucht die Männermannschaft gemeinsam am Tag vor der Hochzeit auf und stiftet Verwirrung allerorten.
Neben den stark narrativen Liedern von ABBA ist es vor allem die Spielfreude samt ironischem Augenzwinkern der älteren Schauspielergeneration, die diesen Film zum Hit des Sommers macht: Meryl Streep, die ihr Gesangstalent bereits u.a. in Robert Altmans «Last Radio Show» unter Beweis stellen konnte, liefert eine der unterhaltsamsten Performances ihrer Karriere und bezaubert in jeder Szene. Und auch der Rest der Filmband «Donna and the Dynamos», die als Sidekicks kongenial besetze Julie Walters (bekannt als sarkastische Alkoholikerin aus der Sitcom «Cybill») und die musicalerfahrene Christine Baranski, liefern perfektes Timing, pointierte Präsenz und nicht zuletzt zwei der besten Gesangseinlagen des Films. Und dann ist da noch ein alternder Beau im Glitzeranzug, der einmal Bond war, James Bond: Singen kann Pierce Brosnan zwar nicht, aber auch er hat sichtlich Spaß am sinnfreien Sommersonnenspiel.
Auch wenn die Inszenierung eher bieder ist, viele Handlungselemente und Locations kitschig und die Dialoge gelegentlich arg zweidimensional daherkommen - aus dem Kino kommt man gut unterhalten mit hüpfendem Gang und einem Lächeln auf dem Gesicht heraus.