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Aka Titel:Horton hört ein Hu!
Land (Jahr): USA (2008)
Genre:Adventure, Animation
Filmlänge:86min
Regie:Jimmy Hayward
 Steve Martino
Kinostart:13.03.2008
 19.03.2008 (Romandie)

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Anke Engelke: «Das Känguru spricht Gott sei dank deutlich und nicht zu schnell.»

Eine solche Figur wie das Känguru zu sprechen, war für die Schauspielerin eine Herausforderung.

Anke, erzähl doch mal, ist es aufwändig, einen Film zu synchronisieren?
Das kommt darauf an, welche Rolle man spricht. Die Vorgabe ist sehr wichtig. Wenn es ein Charakter ist, der durch eine ganz eigenartige Sprache, durch eigenartige Sounds und einen seltsamen Charakter besticht, dann hat man es schwer. Ich hatte diesmal Glück bei dem Känguru. Das Känguru spricht Gott sei dank deutlich und nicht zu schnell. Es ist kein hektisches Känguru, es ist ein sehr autoritäres, strenges Känguru und da hatte ich Glück. Ich glaube, Christoph Maria Herbst, der den Elefanten synchronisiert hat, der hatte mehr Schwierigkeiten. Das war eine grosse Herausforderung für ihn, weil der Elefant ganz viele Abenteuer bestehen muss und ein paar Kämpfe. Es ist also ein sehr sportlicher Elefant. Ich glaube, dass Christoph den härteren Job hatte.

Das Känguru hat ja sein Junges immer mit dabei. Der Känguru-Mami fällt es auch ein bisschen schwer, da loszulassen, so wie es aussieht. Das Junge ist ja eigentlich schon gross. Du bist selber Mutter. Hattest du Probleme mit loslassen? Kennst du das?
Mir war das sehr fremd, dieses Verhalten des Kängurus, muss ich gestehen. Weil das auch so überspitzt gezeichnet ist. Und weil Kängurus nicht so die Sympathieträger sind und da gibt es auch überhaupt keine Parallelen. Es ist ein sehr autoritäres Muttertier, das aus diesem Schutzbedürfnis heraus auch ein bisschen die klare Sicht verliert auf das Verhalten anderer. Das Känguru ist so dogmatisch und so strikt und streng in seinen Grundsätzen, dass es dem Dschungel das Leben echt schwer macht. Ich konnte das gar nicht nachvollziehen. Aber es war interessant, das zu spielen. Es war eine grosse Herausforderung, mal zu gucken, wie das eigentlich ist, so eine Klammermama zu sein und so eine strenge, autoritäre Figur und manchmal ein bisschen fiese Figur zu sein, die den Elefanten erpresst und unter Druck setzt und sagt: «Das geht nicht, so viel Fantasie kann ich nicht zulassen hier im Dschungel. Wo kommen wir denn da hin, wenn die Grenzen wegfallen und alle machen können, was sie wollen? Wenn alle Kinder und alle Bewohner des Dschungels plötzlich irgendwelche Stimmen hören und Fantasiewelten in ihren Köpfen zu existieren beginnen. Wo kommen wir denn da hin? Das führt doch zur Anarchie!» Da flippt das Känguru aus und so bin ich gar nicht. Das ist mir ganz fremd.

Wo siehst du die Hauptaussage des Filmes? Gibt es da eine Botschaft?
Ja, definitiv. Aber die sieht eventuell jeder ein bisschen anders, ein bisschen modifiziert. Für mich ist es «Hört besser hin, guckt genauer hin, dann seht und hört ihr Dinge, die euch vorher vielleicht nicht aufgefallen sind. Seid ein bisschen genauer und präziser und unterstützt es, dass kleine Leute ein bisschen mehr ausflippen dürfen in und mit ihrer Fantasie. Helft Kindern, nicht nur den ganz kleinen, sondern auch den Jugendlichen, den Pubertisten. »Es gibt auch einen pubertierenden Jungen in dem Film, den einzigen Sohn des Bürgermeisters. «Helft solchen Leuten, bremst sie nicht. Lasst es zu, fördert es, dass sie fantasievoll sind».

Das passt ganz schön zum Thema Film. Da ist Fantasie ja auch gewünscht, aber wird immer wieder mal unterdrückt. Erlebst du das auch in dieser Branche?
Nun, es kommt immer ein bisschen auf das Genre an. Wenn ich bei lustigen Sachen mitspiele, gibt es zwar auch strikte und strenge Vorgaben, was die Regie, Texte und Inhalte angeht. Man hat aber auch ein bisschen Freiraum und es hat Platz für die Improvisation und für die Fantasie. Ich drehe im Moment einen Krimi und bin da ein Teil des Lukas-Ensembles. Das ist schon ein bisschen etwas anderes, weil der Stoff so hart ist. Wenn die Thematik so eine Schwere hat, dann bietet es sich auch gar nicht an, die Fantasie spielen zu lassen und irgendwie auszuflippen. Das wäre kontraproduktiv. Und im Synchro-Studio - so spielerisch das auch daher kommt - ist eigentlich auch nicht viel Platz. Man hat ja einige Grenzen. Mann muss sich an die Texte halten, die jemand übersetzt hat, damit das Sinn macht und die Pointen und der Inhalt rüberkommen. Dann hat das jemand gemalt, jemand hat diesem Känguru einen Mund gegeben und da muss mein Text draufpassen und man muss noch spielen. Also man ist schon recht eingeschränkt.

Was schaust du dir privat im Kino an?
Also ich habe Glück, dass die Sachen, bei denen ich mitspiele auch immer gut sind. Die gucke ich mir sowieso immer an. Dann schaue ich gerne skandinavische Filme. Da gibt es ein paar... Da gibt es auch Regisseure, die ganz tolle Filme machen.

[Anke Engelke wurde interviewt von Portmann Media]

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