Hellboy 2: The Golden Army - Filmkritik
| Aka Titel: | Hellboy 2: Die goldene Armee |
| Land (Jahr): | Deutschland, USA (2008) |
| Genre: | Action, Adventure, Fantasy |
| Filmlänge: | 120min |
| Regie: | Guillermo del Toro |
| Kinostart: | 16.10.2008 |
| 15.10.2008 (Romandie) | |
| 16.07.2008 (Tessin) |
Jetzt mit noch mehr Monstern!
Er hätte der «Harry Potter»-Regisseur sein können. Stattdessen zeigt Guillermo del Toro, wie in «Hellboy: The Golden Army» eine Armee von goldenen Robotern zum Leben erwacht, die Welt zerstören will und was noch für verrücktes Zeug. Die Story ist zweitrangig: Was im zweiten «Hellboy»-Teil wirklich zählt, ist die Liebe des Regisseurs zu seinen Figuren. Und davon gibt es mehr als genug (Liebe und Figuren).
Mit zugekniffenen Augen sieht Guillermo del Toro ein wenig aus wie Peter Jackson. Mit zugekniffenen Augen ähnelt sich auch ihr Werk: Sie machen Genre-Filme, vornehmlich Horror und Fantasy, mit Geistern und Monstern drin. Die beiden sind Fanboys - zwei gross (und dick) gewordene Jungen, die jene Geschichten verfilmen, die sie als Kinder im Schein der Taschenlampe unter der Bettdecke lasen. (Randnotiz: Beim «Lord of the Rings»-Prequel «The Hobbit» arbeiten del Toro und Jackson nun auch als Regisseur/Drehbuchschreiber respektive Produzent/Drehbuchschreiber zusammen).
Guillermo del Toros liebster Held heisst «Hellboy». Der scharlachrote Teufelskerl also, den der Comiczeichner Mike Mignola 1993 ins Leben rief. 2004 brachte ihn del Toro zum ersten Mal auf die Leinwand. So viel lag dem Mexikaner an diesem Projekt, dass er darauf verzichtete, stattdessen den dritten «Harry Potter»-Teil zu verfilmen. Und für den zweiten Teil - «Hellboy 2: The Golden Army» - schlug er gleich mehr als nur ein lukratives Angebot aus: Die Internet Movie Database weiss unter anderem von «I Am Legend», «Halo» oder dem letzten «Harry Potter», für die del Toro im Gespräch war.
Stattdessen also Hellboy (wieder gespielt vom grossen Ron Perlman), der mit seinem Bureau for Paranormal Research and Defense (BPRD) die Welt retten muss. Die Story? Sie ist eben so abstrus, wie sie letztlich auch nebensächlich ist. Viel wichtiger ist hier die Liebe, die del Toro für seine Figuren hat. Für den tragischen Antihelden mit den abgefeilten Hörnern, der sich in Liebesdingen (Selma Blair als Love-Interest) weit unbedarfter anstellt, als im Kampf gegen Ungeheuer und Dämonen. Oder die Monster selbst: Nicht zu Unrecht stellt der Pressetext fest, dass man mit all den ganzen absonderlichen Kreaturen aus «The Golden Army» die Star-Wars-Kantine auf Mos Eisley gleich drei mal füllen könnte («Star Wars»-Fans sollen an dieser Stelle amüsiert kichern).
Kurz: «Fantasy» ist bei del Toro weit mehr als nur eine Genre-Ettikett - in seinen Filmen steckt auch wirklich Fantasie drin. Wie er das auf die Leinwand bringt - «The Golden Army» schaut sich wie eine oppulente Mischung aus Special-Effects und Hieronymus-Bosch-Höllenvision - mag nicht jedermanns Sache sein. Die Floskel vom «Blockbuster mit Herz» trifft aber selten besser zu. [Bruno Zweifel]
weitersagen


