| Land (Jahr): | USA (2008) |
| Genre: | Action, Comedy, Drama, Fantasy |
| Filmlänge: | 95min |
| Regie: | Peter Berg |
| Kinostart: | 03.07.2008 |
| 09.07.2008 (Romandie) | |
| 05.09.2008 (Tessin) |
Will Smith: «Ja, die Hosen waren ein wenig eng.»
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Der Hollywood-Star über Superhelden, enge Hosen und eine grossartige Filmcrew.
Der Film funktioniert auf verschiedenen Ebenen, allen voran ist da der Aspekt mit der Unvorhersehbarkeit der Figuren, was bereits beachtliche psychologische Dimensionen annimmt. Es muss eine Freude gewesen sein, so etwas zu spielen?
Für mich persönlich und insbesondere zum jetzigen Zeitpunkt in meiner Karriere ist es eine grosse Freude, aus einem derart figurenfokussierten Film einen mächtigen Sommer-Blockbuster entstehen zu lassen. In der Regel ist eine so feine Ausarbeitung von Figuren und ein derartiges Erzählniveau eher den Oscar-Filmen im Herbst vorenthalten. Für mich ist es einfach wundervoll, etwas auf diesem Level und in dieser Grössenordnung erschaffen zu dürfen.
Im Film kommt alles nur Stückweise ans Licht, erst so macht das Ganze auch wirklich Spass. Und dennoch will man das Publikum ja irgendwie fesseln. Wie gehen Sie da vor, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer in genügendem Masse zu binden, und dennoch nicht alles gleich preiszugeben?
Nun, es gibt verschiedene Phasen des Filmemachens. Zunächst schreibt man alles ins Drehbuch hinein. Dann wird gedreht und man versucht dabei möglichst all die geschriebenen Szenen auf Band festzuhalten. Erst beim Schnitt werden dann die von Ihnen angesprochenen Entscheidungen getroffen. Mal wird hier was verändert, mal dort was weggelassen... So sind bei diesem Film bestimmt 45 Minuten Film auf dem Boden des Schneideraums gelandet. Es ist also ein Prozess, wo die einzelnen Konzepte erst im Schneideraum richtig zur Geltung kommen. Das macht diesen letzten Schritt genauso bedeutend wie all die anderen Prozesse.
Sehr bedeutend in diesem Film war auch die Enge Ihrer Hosen.
Richtig erkannt. Ja, die Hosen waren ein wenig eng.
Und dennoch weniger eng als bei anderen Superhelden.
Ja, weil es eben keine Strumpfhosen waren, aber sie waren in der Tat eng genug. Sie haben aber auch meine Männlichkeit gebührend betont. Also, mich hat's eigentlich nicht weiter gestört.
Das wird auch für mindestens 80 Prozent des Publikums sorgen. Die restlichen 20 dürften auf die schönen Augen von Charlize Theron abfallen.
(lacht)
Wie empfinden Sie es, mit derart grossartigen Schauspielern zusammenzuarbeiten, die auch wirklich über ein gewisses Kaliber verfügen und die dennoch den Blockbuster-Charakter eines solchen Filmes auf dieselbe Art umzusetzen verstehen wie Sie?
Als wir mit der Ausgestaltung von «Hancock» begannen und plötzlich all diese grossen Namen zusammenkamen wie z.B. der Produzent Akiva Goldsman, oscarprämierter Drehbuchautor, und Michael Mann, oscarprämierter Regisseur, oder Charlize Theron, oscarprämierte Schauspielerin,... Nur schon im Stande zu sein, eine solche Truppe für einen leichtfüssigen Sommer-Blockbuster zusammenzustellen ist grossartig! Wir waren uns sicher, dass wir mit so einem Vorhaben der Zeit weit voraus sein würden. Und dann sieht man sich die Konkurrenz an mit Edward Norton in «The Incredible Hulk» oder Robert Downey Jr. in «Ironman», und stellt fest, dass sich da ganz unbewusst eine neue Form in Hollywood etabliert zu haben scheint.
Und das ist auch gut so. Letzte Frage: Schleichen Sie sich in L.A. manchmal in die Kinos, um zu sehen, wie das Publikum auf Ihre eigenen Filme reagiert?
Oh ja! Auf der ganzen Welt. Ich schleiche mich überall hinein und merke dann auch, dass in Los Angeles andere Dinge als witzig empfunden werden als z.B. in Paris. Dann wiederum funktioniert etwas wunderbar in Cannes, aber in Tokyo versteht es keiner. Es geht also darum, zu erkennen, was ankommt und was nicht, und das hilft dann dabei, komödiantische und dramatische Mittel richtig anzuwenden.
[Will Smith wurde interviewt von Portmann Media]
Charlize Theron: «Will ist ein richtig grosser Star»
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Die Oscarpreisträgerin hält Menschen und Filme für vielschichtig und sieht «Hancock» als neue Herausforderung.
Charlize, ich freue mich sehr, Sie hier in Paris zu sehen. Wir sind hier, um über den Film «Hancock» zu sprechen. Der Film arbeitet mit vielen unvorhersehbaren Elementen. Das ist bestimmt ein Vergnügen als Schauspielerin, wenn man genau weiss, dass einem das Publikum zuschaut und dankbar ist für jede Überraschung. Erzählen Sie uns mehr darüber.
Es ist einfach enorm vielschichtig. Das ist etwas, was ich noch nie zuvor gesehen habe. Ich glaube, als Schauspieler langweilt man die Leute, wenn man nicht ständig nach neuen Herausforderungen sucht. Ich wusste, dass es zum Teil widersprüchlich werden würde, aber ich war mir auch sicher, dass der Film gut wird. Vor allem, weil er sich nicht nur auf ein Genre beschränkt. Als wir alle zum ersten Mal aufeinandertrafen, haben wir uns quasi die Hände geschüttelt und abgemacht, dass wir die bestmögliche Geschichte erzählen und die verschiedenen Genres einfach vergessen.
Die Figuren im Film haben sehr viele psychologische Elemente und die Entscheidungen, die sie treffen, fallen stark ins Gewicht. Das macht die Vielschichtigkeit des Films aus, richtig? Dass man denkt, dass da etwas ist, aber dann kommt noch etwas völlig anderes zum Vorschein.
Ja. Ich glaube generell daran, dass Menschen vielschichtig sind. Manchmal kommt das halt nicht ganz so gut rüber. Aber Sie haben recht, das ist das, was wir Schauspieler eigentlich wollen und was wir am meisten geniessen, wenn wir es spielen können. Einfach all diese Elemente. Wenn man dann noch die Elemente der Überraschung hat, ist das schon nett.
Eine Klischeefrage: Wie stehen Sie zu all den Specialeffects in diesem Blockbusterfilm? Bei Schauspielern von Ihrem Kaliber denkt man immer, dass sie mit solchen Dingen nicht viel anfangen können.
Ich denke, wenn man Geschichten erzählen will, hat man ein Interesse. Ich bin interessiert daran, Geschichten zu erzählen und Filme zu machen. Deshalb produziere ich ja auch. Ich glaube nicht, dass man als Produzent arbeiten könnte, wenn man nur Geschichten erzählen will, die mit drei Personen in einem Raum und ellenlangen Dialogen auskommen. Ich glaube, man muss das Medium Film wirklich verstehen. Und ich liebe alle Arten von Filmen. Auch wenn ich nicht viele solche Filme mache, will ich dennoch wissen, wie man sie macht. Die Technologie ändert sich auch ständig. Seit ich «Aeon Flux» gemacht habe, hat sich alles komplett verändert. Der Grund, warum ich das immer wissen will, ist der, dass ich so Story-orientiert bin. Ich will wissen, wie dieser technische Teil die Geschichte und die Figuren weiterbringt. Ich bin wirklich fasziniert davon.
Was denken Sie, was macht Will Smith so speziell? Ich meine, Hollywood verändert die Menschen sehr stark und er bleibt einer der nettesten Typen, die man sich vorstellen kann. Ist das eine rare Qualität eines solchen Schauspielers?
Nun, ich habe mit wirklich guten Leuten zusammengearbeitet. Ich muss sagen, da wurde ich vom Glück verwöhnt. Aber er ist sehr speziell. Er ist ein richtig grosser Star. Ich denke, es ist immer schön, wenn man Leute trifft, die man wirklich bewundert und deren Arbeit man mag, und feststellt, dass sie sehr strikte Prinzipien haben und einfach gute Menschen sind. Ich mag es, unter guten Menschen zu sein. Ich will mit Personen zusammen sein, die mich dazu inspirieren, selber ein besserer Mensch zu werden. Will ist definitiv so eine Person. Und Jason Bateman natürlich auch. Eigentlich jeder in diesem Team. Es sind einfach tolle Menschen mit guten Herzen. Ich weiss nicht genau, ich bin ja auch keine Therapeutin. Ich will hier auch nicht für Will sprechen, aber ich glaube, er ist jemand, der es sich erarbeitet hat, dass er jetzt der ist, der er ist. Und das finde ich schön.
[Charlize Theron wurde interviewt von Portmann Media]
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