Frost/Nixon - Interview
| Land (Jahr): | USA (2008) |
| Genre: | Drama |
| Filmlänge: | 122min |
| Regie: | Ron Howard |
| Kinostart: | 12.02.2009 |
| 18.02.2009 (Romandie) | |
| 06.02.2009 (Tessin) |
Frank Langella: «Ich habe nicht viel Zeit damit verbracht zu lernen, wie ich Nixon am besten imitieren konnte.»
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Frank Langella verbrachte etliche Stunden damit, Videobänder des ehemaligen US-Präsidenten zu studieren.
Es ist schön Sie hier in London zu sehen Frank. «Frost/Nixon» ist aufgrund der Umstände und den realen Fakten eine faszinierende Geschichte. Es muss für Sie sehr spannend gewesen sein, sich darin zu vertiefen.
Ja, aber das hat mich erst später interessiert. Meine erste Herausforderung war, wie ich den Charakter dieses Mannes richtig zur Geltung bringe. So geht es mir bei jeder Rolle. Der Fakt, dass die Geschichte an dieses grosse globale Ereignis geknüpft ist, hat mich anfangs überhaupt nicht beschäftigt. Ich dachte mir, es ist wie in einem kleinen Theater in London. Ich dachte, es würde ein einfacher Job werden.
Im Grunde ist es ja sehr ähnlich wie in einem Theater. Das meiste geschieht in diesen kleinen Räumen und es geht grundsätzlich um diese Jagdspiele der beiden Männer. Es muss eine interessante Erfahrung bezüglich der Schauspielerei für Sie gewesen sein.
Ja das war es wirklich. Die Drehzeit war wundervoll. Schliesslich wendete es sich zu diesem unglaublichen Erfolg, welchen wir alle nicht erwartet haben. Das ist immer schön.
Aufgrund des realen Hintergrunds ging es beim Film nur darum wie Sie und Michael Sheen die beiden Männer darstellen. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet? Wie wichtig war dabei die Zusammenarbeit?
Ich habe mehrere Stunden in New York gearbeitet, bevor ich nach London kam. Ich habe das Museum besucht und bin auch zum Fernsehen gegangen. Dort habe ich eine Frau gefragt, ob sie mir etwas Material über Nixon geben könnte. Und sie kam zurück mit einem Berg von Kassetten. Ich bin von acht Uhr Morgens bis sechs Uhr Abends dort gewesen und habe mir die Kassetten angeschaut. Ich habe versucht mir seine Art anzulernen. Er hat eine spezielle Art sich mit dem Handrücken über den Mund zu fahren und so weiter. Alle diese kleinen Sachen waren sehr faszinierend für mich. Einige Stunden später merkte ich jedoch, dass dies absurd ist. Ich musste versuchen seine innere Art wiederzugeben. Die Art, wie er sich in den wenigen nachlässigen Momenten des Interviews verhält. Wie zum Beispiel zwischen den Fragen oder wie er sich zum Wasser bückt oder wie seine Augen umherschweifen, bevor das Interview beginnt. Diese Dinge sind faszinierend. Ich bin also nochmals alles durchgegangen und habe genau solche Momente gesucht. Ich war mir sicher, dass wenn ich die Seele und das Herz des Mannes verstehen würde, dann würde es unglaublich faszinierend für mich werden, ihn zu spielen. Und das Körperliche würde von alleine kommen.
Ja das muss sehr schwer gewesen sein. Sie spielen schliesslich jemanden den man kennt und den man schon öfters gesehen hat und trotzdem bringen sie noch ihre eigenen Schauspielkünste dazu.
Ich war klug genug zu wissen, dass ich niemals Nixon sein konnte. Und das wollte ich auch nicht. Ich habe nicht viel Zeit damit verbracht zu lernen, wie ich ihn am besten imitieren konnte. Sondern ich wollte wissen, was sein Herz zum schlagen bringt.
Finden Sie, dass es eine interessante Zeit ist, um so einen Film zu veröffentlichen?
Es ist eigentlich von der Thematik her kein politischer Film. Nicht so wie es im richtigen Leben war. Das war wohl der Grund warum der Film nach der Wahl des Präsidenten veröffentlicht wurde. Denn es ist wirklich kein politischer Film. Es geht um diese beiden Männer, die beide um Ihr Leben kämpfen und sich gegenseitig herausfordern. Es ist wie David und Goliath. Ein junger Mann versucht den alten und grossen Gigant zu Fall zu bringen. Ich habe erst vor ein paar Tagen den Film zum ersten Mal gesehen. Und es ist sehr spannend, was das Menschliche angeht. Der politische Aspekt ist wie zweitrangig. Ich finde genau das, ist die Brillanz, die Ron Howard in diesen Film gebracht hat. Er hat einen Film gemacht, in welchem das emotionale Zusammenspiel der beiden Männer interessanter ist, als der geschichtliche Aspekt.
[Frank Langella wurde interviewt von Portmann Media]
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