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Buddenbrooks - Interview

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Land (Jahr): Deutschland (2008)
Genre:Drama
Filmlänge:146min
Regie:Heinrich Breloer
Kinostart:24.12.2008
Drehbuch:Heinrich Breloer
 Horst Königstein

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Jessica Schwarz: «Ich habe mir zuerst einmal das Buch gekauft, mich hingesetzt und gelesen.»

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Jessica Schwarz war begeistert vom Wissen des Regisseurs über Thomas Mann.

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Man sagt die Figur «Tony», die du spielst, ist die heimliche Hauptfigur des Romans und des gesamten Filmes. Wie siehst du das? Hast du das auch so empfunden?
Während der Drehzeit habe ich das überhaupt nicht so empfunden. Über so etwas sollte man sich auch nicht wirklich Gedanken machen. Sie ist natürlich schon diejenige, die den roten Faden führt und das Ende auch beschliesst. Ich finde eigentlich, dass Thomas Buddenbrook die Hauptfigur ist. Weil die Figur einfach sehr nahe an Thomas Mann dran ist. Er beschreibt Tony Buddenbrook mit einer wunderbaren Ironie und einer Sorglosigkeit, wird dann aber immer bitterer mit der Zeit. Wahrscheinlich findet sich in jeder Figur etwas von ihm wieder. Aber ich finde, dass Mark Waschke und ich uns das in irgendeiner Form doch stark teilen. Wir hatten auch die gleiche Anzahl Drehtage. Wenn man mit diesem Ensemble zusammenarbeitet, ist man sowieso nie alleine. Es gab selten eine Szene wo ich alleine zu sehen war, ich glaube es gibt überhaupt keine. Man hat nicht das Gefühl, als wäre man eine speziell herausgehobene Person, sondern das ist wirklich ein Ensemble-Stück und da zählt einfach jeder.

Thomas Mann hat sich für die Gestaltung deiner Figur sehr stark von seiner Tante Elizabeth inspirieren lassen. Musstest du recherchieren? Wolltest du wissen, wer diese Elizabeth genau war?
Ich habe natürlich ein bisschen gegoogelt aber wenn man Heinrich Breloer als Regisseur hat, dann muss man nicht recherchieren. Dann geht man einfach hin und fragt ihn, dann weiss man alles. Das ist natürlich ein unglaublicher Vorteil, dass man nicht irgendwelche Archive leer räumen muss. Das Archiv steht in lebendiger Form vor einem. Er erzählt mit einem unglaublichen Temperament, sodass man manchmal fast nicht mehr mitkommt. Man erhält sehr viel Input und zwischendurch muss man sagen: «Gut, das muss ich jetzt erstmal verdauen, ich komme dann gleich wieder.» Es ist unfassbar und ganz toll. Fast so akribisch wie Thomas Mann seine Figuren beschreibt, so arbeitet Heinrich auch selber mit den Figuren, mit Thomas Mann und auch mit seinen Schauspielern.

Als klar wurde, dass du die Rolle in dieser Verfilmung des Jahrhundert-Romans bekommst, hattest du da auch Bedenken?
Ja natürlich. Ich habe mir für die Rollenanfrage und das Casting natürlich zuerst einmal das Buch gekauft, mich hingesetzt und gelesen. Innerhalb kürzester Zeit und mit ganz wenig Schlaf war ich dann durch. Ich dachte zuerst, es ist unmöglich dieses Buch zu verfilmen. In nur zwei Stunden eine solche Geschichte zu erzählen und dabei so viele verschiedene Menschen darzustellen. Wie soll man das nur machen? Da hatte ich schon Bedenken. Aber nur schon die Casting Vorbereitungen waren grossartig. Mit den ganzen Kostümen und der Maske. Das ganze Besteck war schon da, die Teller, die Zigarettenhalter, einfach Alles. Man hatte das Gefühl, dass sich hier wirklich jemand auskennt. Und wenn sich jemand auskennt mit Thomas Mann, dann ist es Heinrich Breloer. Ich habe mich dann dazu entschlossen, es zu versuchen. Denn es gibt ja immer Interpretationen von allem. Man liest auch Bücher mehrmals und entdeckt sie in jedem Jahrzehnt für sich nochmals neu. Man sieht vielleicht in seinem Leben fünfmal «Romeo & Juliet» in verschiedenen Interpretationen. Warum sollte man nicht auch hier versuchen eine moderne Fassung zu finden. Natürlich sollte man die Figuren moderner gestalten, sodass sie auch zeitgemäss sind. Das heisst nicht, man sollte sie jetzt in Jeans und T-Shirt stecken. Wobei man dies auch könnte. Das wäre vielleicht einmal noch ein Experiment. Vielleicht wird das einmal jemand machen. Jedenfalls war da ein Punkt, an dem ich gesagt habe, dass man es einfach versuchen musste. Das ganze Wissen der Figuren, also von den Schauspielern, das ist ja da. Ich weiss, dass meine Tochter da ist. Man sieht sie zwar nicht, aber ich wusste, dass sie da ist. Das sind Sachen, die spürt man. Das Wichtigste ist, dass die Familie funktioniert, dass die Familie sich spürt und das dieses Vertrauen da ist, um auch solche Dinge wie Misstrauen, Traurigkeit, Hass und Wut zuzulassen.

[Jessica Schwarz wurde interviewt von Portmann Media]

Armin Müller-Stahl: «Alle meinen ja immer, ich spiele in amerikanischen Filmen immer den Bösen.»

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Die Schauspiellegende hatte neben «Buddenbrooks» und «Angels & Demons» keine Zeit mehr, um in «Valkyrie» mitzuspielen.

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Armin, sind Sie selber zufrieden mit dem Film? Es ist ja eine grosse Aufgabe, diesen Weltroman zu verfilmen.
Nun ja, ich war ja mit dabei. Ich habe gesehen, was Gernot Roll für herrliche Bilder machte. Er ist ein Maler, ein Kameramann von Gottes Gnaden, was die Beleuchtung angeht. Aber das wusste ich schon vor dreissig Jahren. Ich habe mir einmal eine Notiz gemacht mit dem Vermerk: «Mit dem Kameramann will ich einmal arbeiten.» Ich sehe aber auch all die anderen wichtigen Leute, denn ein Film ist immer eine Teamarbeit. Da möchte ich ganz bewusst Barbara Baum erwähnen, welche die Kostüme entworfen hat. Ich habe schon sieben Filme mit ihr gemacht und bin beeindruckt, auf welche Details sie achtet. Götz Weidner hat das Haus der Buddenbrooks gebaut und damit Hollywood beinahe übertroffen. So etwas habe ich noch nicht einmal dort erlebt. Ja, Götz Weidner wollte ich unbedingt erwähnen, Barbara Baum, Gernot Roll und natürlich Heinrich (Breloer, Regisseur) an der Spitze.

War es diese Kombination aus diesen Leuten und dem Stoff, die Sie dazu bewogen hat, diesen Film zu machen?
Es war in erster Linie deshalb, weil ich mit Heinrich Breloer schon die Thomas Mann-Geschichte gemacht habe und wir haben wunderbar zusammengearbeitet. Es hat mir Spass gemacht. Es war auch eine Gefühlsangelegenheit. Ich will meine Filmarbeiten langsam auslaufen lassen. Es war mir wichtig, in diesem Endspurt auch einen Deutschen Film mit drin zu haben. Die «Buddenbrooks» schien mir dafür der richtige Film zu sein. Ich lebe auch selber bei Lübeck und habe festgestellt, dass einer meiner Vorfahren 1565 oder 1532 - ich weiss es nicht mehr genau - in Lübeck als Geschäftsmann gelebt hat. Meine eigene Spur geht also da hin. Ich dachte, das sei eine gute Möglichkeit, mich mit einer Deutschen Produktion irgendwann mal von diesem Planeten zu verabschieden.

Jetzt komme ich hier nach Hamburg und habe Fragen für Sie vorbereitet und das erste, das ich höre, ist, dass Sie in Pension gehen wollen. Nehmen Sie es als Kompliment, aber das ist eine traurige Mitteilung.
Nein, so ist es nicht. Ich werde in zwei Jahren 80 und das ist ja etwas. Ich kann meine Zeit also nicht aus einem Fass ohne Boden schöpfen. Aber ich habe das nie so gesagt. Ich habe gerade einen grossen Film mit Tom Hanks gedreht. Es ist der «Da Vinci Code», der jetzt in der zweiten Folge «Angels & Demons» heissen wird. Den habe ich mit grosser Freude gemacht, weil Ron Howard (Regisseur) und Tom Hanks wunderbare Leute sind, ganz simpel zu handeln. Sie sehen, in diesem Schlussspurt gibt es schon noch einige Arbeiten, die ich gerne machen will. Aber das heisst ja nicht, dass ich mit dem Leben aufhöre. Ich möchte andere Sachen machen und das Leben so lange strecken, wie ich nur kann. So lange die Zentrale arbeitet, will ich das tun. Ich denke, Filme habe ich genug gemacht. Wenn ich diese 120 oder 130 Filme - ich habe sie noch nicht einmal gezählt - zusammennehme, dann fallen mir wahrscheinlich nur zehn oder zwölf Filme ein, auf die ich stolz bin. Das ist nicht sehr viel.

«Valkyrie» wollten Sie nicht machen. Weshalb?
Das ist nicht die Frage. Ich wollte schon gerne. Also mein Agent wollte, dass ich alle drei Filme mache («Valkyrie», «Buddenbrooks», «Angels & Demons»). Aber mir war es einfach zu viel, drei Filme gleichzeitig zu machen. Terminlich hätte mein Agent das vielleicht sogar irgendwie arrangieren können, aber ich bin ja nicht mehr 20 und gehe mit hängender Zunge von einer Produktion in die nächste, springe da rein und mache das auch noch. Da musste einer verzichten. Ich habe mich für «Valkyrie» entschieden, weil ich mit Heinrich Breloer (Regisseur «Buddenbrooks») schon einig war.

Sie haben vorhin Ihren neuen Film «Angels & Demons» erwähnt. Dieser Film spielt ja auch in der Schweiz wegen diesem CERN-Experiment.
(unterbricht) Und die berühmte Schweizergarde.

Sie spielen aber keinen Schweizer?
Nein, ich spiele das, was der Ratzinger war, bevor er Papst wurde. Ich spiele sozusagen in der zweiten Reihe in der obersten Liga. Und es ist eine gute Rolle. Alle meinen ja immer, ich spiele in amerikanischen Filmen immer den Bösen. Ich spiele auch sehr viele Gute.

[Armin Müller-Stahl wurde interviewt von Portmann Media]

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