Body of Lies - Interview
| Aka Titel: | Der Mann, der niemals lebte |
| Land (Jahr): | USA (2008) |
| Genre: | Action, Drama, Thriller |
| Filmlänge: | 128min |
| Regie: | Ridley Scott |
| Kinostart: | 20.11.2008 |
| 26.11.2008 (Romandie) | |
| 21.11.2008 (Tessin) |
Leonardo DiCaprio: «Ich selber wünsche mir auch Frieden.»
Bitte installieren Sie das Flash-Plugin
DiCaprio hat Respekt vor jenen, die ihr Leben für die Sicherheit anderer riskieren.
Es ist schön Sie hier zu sehen Leonardo. Ich habe den Film «Body of Lies» sehr genossen und es war wunderbar den verschiedenen Dialekten im Film zu zuhören. War es sehr schwierig sich diese anzutrainieren?
Es war unglaublich schwierig. Die Töne müssen ganz anders ausgesprochen werden. Das «Chh» kommt von ganz weit unten. Es waren mehrere Wörter, die ich in dieser Art nie im Englischen gebrauchen würde. Wir hatten einen Dialekt-Trainer am Set, welcher mir beibrachte mich richtig auszudrücken. Ein anderer Trainer brachte mir die verschiedenen Bräuche näher. Ebenso der spezielle Umgang mit Frauen und wie ich mich in der Öffentlichkeit benehmen müsse. Da ich einen CIA-Agenten spiele, der im mittleren Osten Kontakte knüpfen muss, waren diese Informationen sehr wichtig für meine Figur.
Erinnern Sie sich was «Maghaba» und «Shugran» bedeuted?
An «Shugran» kann ich mich erinnern. «Inshalla» und andere Ausdrücke kommen mir ebenfalls in den Sinn. Aber wenn man an den Drehorten ist, gibt es so viele Dinge auf die man sich konzentrieren muss, da geht die Sprache leider zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Zum Beispiel verbrachte ich ein ganzes Jahr in Italien, aber ich könnte Dir keinen einzigen Satz sagen. Auch wenn mein Name DiCaprio ist. Es ist richtig beschämend.
Wie schwierig war es im mittleren Osten zu drehen? War es hilfreich, dass man sich vorher mit der Figur, die man spielt auseinander setzen konnte?
Den grössten Teil des Filmes haben wir in Marokko gedreht. Für Ridley Scott war es bereits das vierte Mal, dass er einen Film in Marokko gemacht hatte. Viele amerikanische Filme wurden dort produziert. Die Leute in Marokko sind unglaublich freundlich und es ist wunderbar eine so spezielle Umgebung in einem Film darzustellen. Ridley Scott war fasziniert von dieser Gegend und wir haben ein paar ganz unglaubliche Szenen gedreht, bei welchem dies wunderbar zur Geltung kam.
Es war sicher sehr faszinierend in diese andere Welt der Agenten einzutauchen. Vieles war sicher neu und ungewöhnlich für Sie?
Es hat mich sehr beeindruckt, dass diese Leute bei ihrer täglichen Arbeit, die nationale Sicherheit zu schützen, ihr Leben aufs Spiel setzen. Der ganze politische Aspekt in diesem Film, hat mich ehrlich gesagt etwas durcheinander gebracht. Zum einen macht es mich traurig zu sehen, dass solche Probleme überhaupt existieren. Zum anderen habe ich grossen Respekt vor jenen, die ihr Leben für die Sicherheit anderer riskieren. Und sie machen einen wirklich guten Job. Ich habe mit ein paar echten CIA-Agenten gesprochen und sie haben mich über den Ernst ihrer Lage aufgeklärt. Es ist immer schwer über ein solches kompliziertes Thema einen Film zu drehen. Aber ich denke, wir haben unser Bestmögliches gegeben.
Für Deine Figur Roger Ferris ist sein Job seine Leidenschaft. Wie ist das für Dich als Schauspieler? Erlebst Du manchmal auch diese Leidenschaft?
Ich fühle mich mit seiner Figur vom moralischen her sehr verbunden. Er ist ein Patriot, versucht aber trotzdem mit einer gewissen Moral mit seinen Kontakten umzugehen. Er sucht längerfristige Beziehungen, versucht Vertrauen zu seinen Partnern aufzubauen. Sein Land möchte den schnellen Sieg sehen, doch er wiedersetzt sich dem. Er versucht mit längerfristigen Lösungen die Probleme anzugehen. Am Ende des Filmes verschwindet er, ohne sich einer politischen Meinung der Länder verbunden zu fühlen, im Staub der Wüste. Er ist nicht einverstanden mit dem Krieg und den ganzen Hintergründen. Ich selber wünsche mir auch Frieden.
[Leonardo DiCaprio wurde interviewt von Portmann Media]
«Der Film ist auf eine komische Art total unpolitisch, weil ich absolut keine Partei ergreife.»
Bitte installieren Sie das Flash-Plugin
Der Regisseur zeigt in «Body of Lies» die Dinge, wie sie sind.
Ridley, wie wichtig war es für die Authentizität des Films, im arabischen Raum zu drehen? Marokko scheint ja eine von Ihnen bevorzugte Region zu sein.
Ja, Marokko ist praktisch für mich. Es gibt dort viele verschiedene Schauplätze, an denen man drehen kann und viel Architektur aus der französischen Kolonialzeit. So konnte ich mich ein bisschen durchmogeln und Szenen, die in Jordanien und dem Irak spielen, drehen. Dubai war schwierig, da wollten wir eigentlich auch noch hin aber durften dann doch nicht. Sie sind sehr vorsichtig auf diesem Gebiet.
Das erstaunt mich. Besonders, da Sie ja ein Mann sind und es eigentlich einfacher haben sollten.
Ich war in Dubai und habe mir Abu Dhabi angesehen. Das ist schon aussergewöhnlich. Man fragt sich wieviel von dem, was man da sieht nur eine Seifenblase ist.
Ihr Film hat eine sehr interessante Geschichte. Besonders wegen der Heimlichkeit, mit der die Charaktere in ihrem Leben agieren. Fasziniert Sie das, eine gute Figur zu haben, die vielschichtig ist, und viel zu erzählen hat?
Das ist alles. Vor allem, wenn es aus der Sicht eines Journalisten erzählt wird. Man wundert sich schon, wen der Autor der Buchvorlage alles interviewt hat. Da waren Präsidenten dabei und hohe Tiere der CIA. Er hatte wirklich alle. Das hat er dann alles in seine fiktionale Geschichte eingebaut.
Wie viel haben Sie selber durch andere Recherchen herausgefunden?
Man hört sich um, trägt gewisse Dinge zusammen und kommt so seinem Ziel immer näher.
Ich liebe an Ihren Filmen, dass sie immer eine ganz bestimmte Perspektive vermitteln. Bei einem solchen Film ist es aber bestimmt schwierig, den richtigen Ton zu treffen. Wie wichtig war das für Sie?
Nun, dieser Film ist auf eine komische Art total unpolitisch, weil ich absolut keine Partei ergreife. Ich zeige es einfach so, wie es ist. So habe ich es schon bei «Black Hawk Down» gemacht. Dort haben die Protagonisten einen Arschtritt bekommen, während sie selber gehörig ausgeteilt haben. Am Schluss sind einfach alle tot und niemand hat gewonnen. Das ist die Dummheit des Krieges. Wir haben den ganzen Prozess der Geschichte im Film als Dreieck aufgebaut. Zusätzlich zu den zwei Hauptfiguren ist da noch Hani (gespielt von Mark Strong). Er steht in der Mitte dieses ganzen Spionagespiels.
Wie schwierig ist es eigentlich, junge talentierte Schauspieler zu finden? Wenn wir einmal Leo DiCaprio anschauen: Es gibt nicht viele gute Schauspieler seines Alters.
Das stimmt. Aber ich will ja keinen Star finden. Leo ist ohnehin schon einer. Es gibt viele gute Schauspieler aber einfach keine Stars. Ich weiss nicht, wie man einen Star findet, wie Russell Crowe zum Beispiel. Er ist ein toller Schauspieler und ebenfalls ein Star.
[Ridley Scott wurde interviewt von Portmann Media]
weitersagen

