Babylon A.D. - Interview
| Land (Jahr): | Frankreich, USA (2008) |
| Genre: | Action, Adventure, Sci-Fi, Thriller |
| Filmlänge: | 101min |
| Regie: | Mathieu Kassovitz |
| Kinostart: | 11.09.2008 |
| 27.08.2008 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Eric Besnard |
Mathieu Kassovitz: «Ich mag es meine eigenen Drehbücher zu verfilmen.»
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Der Regisseur wollte einen Actionfilm wie in den 80er Jahren machen. Ohne viel technische Spielereien.
Mathieu, erzählen Sie etwas über die Geschichte von «Babylon A.D.»
Es ist die Geschichte eines Söldners namens Toorop, der in naher Zukunft in Osteuropa lebt. Er muss ein Flüchtlingsmädchen nach Amerika bringen, obwohl alle Grenzen geschlossen sind. Er weiss nicht, wer diese junge Dame ist und das wird er auf seiner Reise herausfinden.
Sie haben das Drehbuch geschrieben und auch gleich Regie geführt. Warum dieser grosse Aufwand?
Ich mag es, meine eigenen Drehbücher zu verfilmen, weil es einfacher ist, wenn man sein ganz eigenes Ding macht. Es bedeutet schon ein wenig mehr Stress, da man für alles verantwortlich ist. Es ist schon ein Haufen Arbeit und es ist bestimmt leichter, einfach irgendwo aufzuspringen und das Skript von irgendjemandem zu verfilmen und auf die Anweisungen der Produzenten zu hören. Aber ich geniesse die Mühen (lacht).
Was hat Sie dazu bewogen, Vin Diesel die Hauptrolle zu geben?
Vin hat etwas, was den meisten heutigen Filmen fehlt; nämlich Muskeln (lacht). Er ist ein grosser Kerl und ich brauchte jemanden, der eine imposante Erscheinung hat, denn er repräsentiert immerhin unsere Zukunft. Ich brauchte jemanden, der rauh und hart sein kann und zugleich vielschichtig ist. Das ist es, was ich in Vins bisheriger Arbeit gesehen habe. Das bekommt man auch mit jedem seiner Filme mehr zu sehen. Er versucht, mehr als nur ein Muskelpaket zu sein und will richtige Figuren verkörpern.
Hatten Sie eine bestimmte Vorstellung davon, wie Sie Ihr Skript verfilmen wollten?
Mein Antrieb war, meinen Film so zu machen wie einen Actionfilm der 80er, bevor die ganze CGI-Ära begonnen hat und alles immer komplizierter wurde. Für das, was wir wollten, brauchten wir nicht so viel Elektronik und CGI-Material. Wir versuchten so viel wie möglich direkt am Set zu machen. Wir versuchten, diese ganzen Tränen und den Schweiss richtig einzufangen und direkt auf die Leinwand zu bringen. Das ist etwas, was mir in den heutigen Actionfilmen einfach fehlt.
Wie kann man den Look des Films am besten in einem Wort zusammenfassen?
Ich würde den Look des Films mit dem Wort «Lowtech» beschreiben. Es ist Science-Fiction, die ohne grosse technische Spielereinen auskommt. Der Film spielt in der Zukunft, aber die Technik ist nicht so weit fortgeschritten wie in den normalen Sci-Fi-Filmen. Wir haben mehr Wert auf die Figuren und die Geschichte gelegt. Die Technik wurde nur dazu verwendet, um die Situation der Menschheit in naher Zukunft zu unterstreichen. Wir wollten die Technologie nicht zu stark hervorheben und über die Geschichte stellen.
Wie gingen Sie bei der Besetzung der Hauptrollen vor?
Vin Diesel ist sehr speziell und ich wollte ihn so zeigen, wie man ihn noch nie zuvor gesehen hat. Er ist keiner, der gross Fragen stellt, sondern einfach ein rauher Typ. Natürlich brauchte ich neben ihm das genaue Gegenteil. Dafür habe ich Mélanie Thierry ausgewählt. Sie ist ein kleiner Engel mit einer zierlichen Figur, blauen Augen, blonden Haaren... Einfach ein schönes Mädchen und das totale Gegenteil von Vin. Dann brauchte ich noch eine Rolle dazwischen. Jemand, der den Puffer zwischen diesen Extremen sein kann. Die Wahl fiel auf Michelle Yeoh. Wir haben sie ausgewählt, weil sie diesen asiatischen Geist verkörpert und daher sehr ruhig, aber auch eine erbarmungslose Kämpferin sein kann. Sie versteht deshalb beide anderen Parteien. Das war meine Absicht mit ihrer Rolle und so habe ich mein Dreieck komplettiert. Ich habe zwei gegensätzliche Extreme und jemanden in der Mitte.
[Mathieu Kassovitz wurde interviewt von Portmann Media]
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