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Youth Without Youth - Interview

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Aka Titel:Jugend ohne Jugend
Land (Jahr): Frankreich, Deutschland, Italien, Rumänien, USA (2007)
Genre:Drama, Romance, Thriller
Filmlänge:124min
Regie:Francis Ford Coppola
Kinostart:03.04.2008
 14.11.2007 (Romandie)
Drehbuch:Francis Ford Coppola

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Tim Roth:«Jeder Tag ist ein Freitag, man fühlt sich als hätte man eine ganze Woche gearbeitet.»

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Bei der Arbeit mit Francis Ford Coppola ist ihm etwas aussergewöhnliches, noch nie zuvor geschehenes, passiert.

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Tim, was war Ihre erste Reaktion, als Sie das Skript gelesen haben?
Ich konnte nicht glauben, was ich da las. Es waren nicht einmal die Dialoge, sondern vielmehr die Geschichte. Sie war so ausgedehnt. Sie machte so viele aussergewöhnliche Sprünge und die Reise war gewaltig. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie man einen solchen Film bewerkstelligen kann. Als ich dann mit Francis Ford Coppola darüber gesprochen hatte, war ich sehr aufgeregt. Meine erste Frage an ihn war natürlich, wie er diesen Film machen will. Er sagte dann einfach «Ich weiss es nicht, wir arbeiten noch daran und werden es schon noch herausfinden» (lacht).

Wie haben Sie die vielen verschiedenen Sprachen gelernt, die Sie im Film sprechen?
Wir hatten sehr gute Lehrer oder einfach Leute aus den jeweiligen Ländern. Wir sind die Dialoge durchgegangen und ich habe sie dann mit meiner Assistentin immer wieder durchgesprochen. Manche wusste ich dann auswendig, bei anderen hatte ich einen Stöpsel im Ohr und für den Rest brauchte ich ein «Idioten-Schild». Wir verwendeten einfach immer das, bei welchem es am ehesten so aussah, als würde ich die Sprache tatsächlich beherrschen. Ich bin aber sonst nicht sehr sprachbegabt und deshalb eigentlich ziemlich unqualifiziert für diesen Film (lacht). Es war aber sehr interessant, all diese Personen zu treffen, mit denen ich nur von diesem Aspekt des Films her Kontakt hatte. Da war zum Beispiel diese junge albanische Frau. Sie war wirklich eine sehr harte Lehrerin. Dann hatte ich auch noch einen sehr exzentrischen Professor. Es gab die unterschiedlichsten Menschen, die alle irgendwie einen Einfluss auf das spätere Verhalten meiner Figur Dominik hatten.

Wie war es, mit Coppolas statischen Einstellungen zu arbeiten?
Man arbeitet wirklich nur für diese bestimmte Bildfläche. Das heisst, sobald man sich bewegt, kommt eine neue Einstellung anstelle dass die Kamera einfach mitfährt. Das war manchmal frustrierend. Aber eigentlich nur anfangs. Nach einer Weile war es einfach die Art wie wir arbeiteten. Normalerweise hat man halt ein wenig mehr Bewegungsfreiheit, als wenn man nur mit dieser einen Bildfläche arbeitet.

Wie war es, mit Francis Ford Coppola zu arbeiten?
Es ist ein sehr abenteuerlicher Prozess, mit Francis zu arbeiten. Jeder Tag ist Freitag, man fühlt sich als hätte man eine ganze Woche gearbeitet. Er ist unerschrocken, wirklich völlig unerschrocken. Und mir passierte etwas aussergewöhnliches, das mir noch bei keinem anderen Film passiert ist. Was genau, erzähle ich nicht. Eigentlich sind es sogar zwei Dinge, bei denen ich weinen musste. Das ist mir vorher noch nie bei einem Film passiert. Es war nicht etwas, das ich im Leben schwierig finden würde, aber als Schauspieler war es sehr schwer. Es war überraschend für mich und wundervoll. Das zweite war einmal, als wir Mittagspause machten und ich dachte «So, das hätten wir. Das kann ich nicht noch einmal machen». Ich kam dann zurück und er hatte die Kameras bereits wieder aufgestellt und wollte es noch mal machen (lacht). Bei Francis ist das etwas, das einfach passiert. Ich wusste nicht, ob ich es noch einmal schaffen würde, aber es ging. Auch noch bei den zwei weiteren Takes.

[Tim Roth wurde interviewt von Portmann Media]

Francis Ford Coppola: «Ich habe alles selber bezahlt.»

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Der «Godfather»-Regisseur über die Schönheiten einer Produktion bei der nur das eigene Geld drin steckt.

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Francis, gibt es einen Unterschied zwischen diesem Film und Ihren anderen?
Der Unterschied zwischen diesem Film und den anderen ist, dass es keinen Produzenten oder ein Studio gibt, das ihn finanziert hat. Ich habe alles selber bezahlt. Ob wir nun 16 Sets pro Tag benötigten oder nur zwei, oder wenn eine Kamera elektronische Probleme hatte und wir Verspätung hatten, spielte das keine Rolle. Denn meine Leistung als Regisseur ist wichtig und niemand konnte mir etwas vorschreiben. Es hat sich auch niemand darum gekümmert, weil ich der einzige war, der sich an diesem Projekt beteiligt hatte. Wenn ich morgens ans Set kam, war ich jeweils ein wenig aufgeregt. Ich bemerkte, dass ich in der Vergangenheit, wenn ich ans Set gefahren wurde, mir immer Gedanken darüber machte, dass hoffentlich alles klappen wird und ich die Aufnahmen bekomme, die ich haben musste. Darüber machte ich mir normalerweise Sorgen. Oder darüber, dass die Leute, die den ganzen Druck auf mich ausübten, alles gutheissen würden. Das konnte ich beiseite schieben und alles so machen, wie ich es wollte. Wenn ein wunderbarer künstlerischer «Unfall» passierte, konnte ich dem nachgehen, ohne mir Sorgen darüber machen zu müssen, dass mich das vielleicht einen halben Tag zurückwerfen könnte. Das ist eine ganz andere Mentalität.

Erzählen Sie etwas über das Tempo beim Drehen eines Films.
Es ist interessant, denn es geht immer um das Zurückfallen. Das hat nichts damit zu tun, ob der Film gut wird oder nicht. Ich muss allerdings sagen, dass man, wenn man schnell arbeitet und von Einstellung zu Einstellung hetzt, eine gewisse Energie entwickelt, die den Film besser machen kann. Ich weiss nicht warum, aber Entscheidungen werden einfach schneller getroffen und sind meist richtig, da man nur seiner Intuition folgt. Ich habe diese Erfahrung in meiner Karriere gemacht und gesehen, dass wenn man schnell arbeitet, schnelle Entscheidungen trifft und eine Sache nach der anderen anpackt, man dem Film diese Energie ansieht. Ich arbeite nicht absichtlich langsam, ich versuche, eine gute Geschwindigkeit zu halten, denn ich glaube, dass dadurch alles frischer und vitaler wirkt. Man darf dann allerdings nicht deprimiert ans Set kommen.

Hat sich an Ihrer Regie-Technik etwas geändert?
Ich bin immer noch derselbe Typ, der ich vor vier Jahren war. Ich habe vielleicht einige Dinge gelernt, die man vermeiden sollte. Aber ich glaube, ich wusste das und immer noch habe auf dieselben Dinge geachtet und nach denselben Kriterien beurteilt. Aber jeder Film für sich ist eine komplexe Konstruktion aus Elementen. Man schüttelt sie wie Würfel, wirft sie auf den Tisch und manche Kombinationen treffen den aktuellen Zeitgeist sehr genau. Die momentane Stimmungslage des Publikums ist sehr wichtig. Ich habe - ich weiss nicht mehr - über 20 Kinofilme gemacht und ich kann mich an jedes schöne Erlebnis erinnern. Ich erinnere mich noch genau an jede der laufenden Entscheidungen, die zur Entstehung von «Der Pate» geführt haben. Ich kann aber auch bei jedem anderen Film über meine damalige Stimmung Auskunft geben und darüber, wie die Entscheidungen getroffen wurden. Ich achte auch nach über 30 Jahren immer noch auf dieselben Sachen, wie interessante schauspielerische Leistungen oder einen unüblichen visuellen Stil.

[Francis Ford Coppola wurde interviewt von Portmann Media]

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