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Interview

Francis Ford Coppola: «Ich habe alles selber bezahlt.»

Der «Godfather»-Regisseur über die Schönheiten einer Produktion bei der nur das eigene Geld drin steckt.

Francis, gibt es einen Unterschied zwischen diesem Film und Ihren anderen?
Der Unterschied zwischen diesem Film und den anderen ist, dass es keinen Produzenten oder ein Studio gibt, das ihn finanziert hat. Ich habe alles selber bezahlt. Ob wir nun 16 Sets pro Tag benötigten oder nur zwei, oder wenn eine Kamera elektronische Probleme hatte und wir Verspätung hatten, spielte das keine Rolle. Denn meine Leistung als Regisseur ist wichtig und niemand konnte mir etwas vorschreiben. Es hat sich auch niemand darum gekümmert, weil ich der einzige war, der sich an diesem Projekt beteiligt hatte. Wenn ich morgens ans Set kam, war ich jeweils ein wenig aufgeregt. Ich bemerkte, dass ich in der Vergangenheit, wenn ich ans Set gefahren wurde, mir immer Gedanken darüber machte, dass hoffentlich alles klappen wird und ich die Aufnahmen bekomme, die ich haben musste. Darüber machte ich mir normalerweise Sorgen. Oder darüber, dass die Leute, die den ganzen Druck auf mich ausübten, alles gutheissen würden. Das konnte ich beiseite schieben und alles so machen, wie ich es wollte. Wenn ein wunderbarer künstlerischer «Unfall» passierte, konnte ich dem nachgehen, ohne mir Sorgen darüber machen zu müssen, dass mich das vielleicht einen halben Tag zurückwerfen könnte. Das ist eine ganz andere Mentalität.

Erzählen Sie etwas über das Tempo beim Drehen eines Films.
Es ist interessant, denn es geht immer um das Zurückfallen. Das hat nichts damit zu tun, ob der Film gut wird oder nicht. Ich muss allerdings sagen, dass man, wenn man schnell arbeitet und von Einstellung zu Einstellung hetzt, eine gewisse Energie entwickelt, die den Film besser machen kann. Ich weiss nicht warum, aber Entscheidungen werden einfach schneller getroffen und sind meist richtig, da man nur seiner Intuition folgt. Ich habe diese Erfahrung in meiner Karriere gemacht und gesehen, dass wenn man schnell arbeitet, schnelle Entscheidungen trifft und eine Sache nach der anderen anpackt, man dem Film diese Energie ansieht. Ich arbeite nicht absichtlich langsam, ich versuche, eine gute Geschwindigkeit zu halten, denn ich glaube, dass dadurch alles frischer und vitaler wirkt. Man darf dann allerdings nicht deprimiert ans Set kommen.

Hat sich an Ihrer Regie-Technik etwas geändert?
Ich bin immer noch derselbe Typ, der ich vor vier Jahren war. Ich habe vielleicht einige Dinge gelernt, die man vermeiden sollte. Aber ich glaube, ich wusste das und immer noch habe auf dieselben Dinge geachtet und nach denselben Kriterien beurteilt. Aber jeder Film für sich ist eine komplexe Konstruktion aus Elementen. Man schüttelt sie wie Würfel, wirft sie auf den Tisch und manche Kombinationen treffen den aktuellen Zeitgeist sehr genau. Die momentane Stimmungslage des Publikums ist sehr wichtig. Ich habe - ich weiss nicht mehr - über 20 Kinofilme gemacht und ich kann mich an jedes schöne Erlebnis erinnern. Ich erinnere mich noch genau an jede der laufenden Entscheidungen, die zur Entstehung von «Der Pate» geführt haben. Ich kann aber auch bei jedem anderen Film über meine damalige Stimmung Auskunft geben und darüber, wie die Entscheidungen getroffen wurden. Ich achte auch nach über 30 Jahren immer noch auf dieselben Sachen, wie interessante schauspielerische Leistungen oder einen unüblichen visuellen Stil.

Die Fragen stellte Portmann Media

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