Transformers - Filmkritik
| Land (Jahr): | USA (2007) |
| Genre: | Action, Adventure, Sci-Fi |
| Filmlänge: | 143min |
| Regie: | Michael Bay |
| Kinostart: | 31.07.2007 |
| 25.07.2007 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Roberto Orci |
Viel Krach und tolle Effekte
Böse Roboter, gute Roboter und mitten drin Shia LaBoeuf, dem plötzlich das Auto fehlt: Michael Bay macht mit «Transformers» aus einer Spielzeuglinie einen Film. Und dies gelingt ihm, wie gewohnt: Mit viel Krach und tollen Effekten.
Eigentlich geht es in «Transformers» um Folgendes: Um eine hoch technologisierte Supermacht, die in das Terrain einer rückständigen Spezies eindringt. Gut, hier sind die Eindringlinge riesenhafte Roboter, und das Schlachtfeld heisst Erde. Aber Regisseur Michael Bay macht es einem allein mit der Wahl der Schauplätze leicht, Verbindungen zum US-amerikanischen Auslands-Engagement zu ziehen. Zum Beispiel in den Wüstenszenen zu Beginn, wo es aussieht wie bei Talibans ums Eck.
Man darf sich aber zu Recht fragen, ob das Spiel mit bewussten und unterbewussten Kriegsängsten so gewollt ist. Denn um Politik geht es dem Regisseur höchstens im Subtext. Weit wichtiger sind die üblichen Zutaten eines Bay-Movies. Und die heissen immer noch: Zack, Bumm, Special Effects. Genau das - also Action-Szenen, Explosionen und computeranimierte Riesenroboter - bietet «Transformers» zur Genüge und in Luxusausführung: Wenn hier Gebäude in die Luft fliegen oder riesige Trucks sich in noch riesigere Roboter verwandeln, vergisst man schnell die ganze Tricktechnik dahinter und ergibt sich blossem Staunen. Perfekt inszeniertes Überwältigungskino halt.
Die Story in aller Kürze: Zwei Gruppen von formwandelnden Robotern treffen sich auf der Erde - die bösen Decepticons und die guten Autobots. Erstere kommen, um zu vernichten. Die zweiten wollen die Menschheit beschützen. Das merkt etwa Sam Witwicky (Shia LaBeouf), dessen Camaro sich als Autobot mit Namen Bumblebee entpuppt. Klingt hanebüchen? Der Film basiert auf einer Spielzeuglinie von Hasbro, die in den 80er Jahren populär war. Noch mehr aus dieser Vorgabe herauszuholen, wäre wohl kaum möglich gewesen.
Was man auch nicht erwarten sollte: Eine komplex erzählte Geschichte, gut ausgearbeitete Charaktere oder einen bleibenden Eindruck. Michael Bay erweist sich einmal mehr als Meister des Moments. Er reiht eine furiose Action-Szene an die nächste, und 20 Minuten nach Filmende kann man sich an keine mehr erinnern. Insofern nur konsequent, denn so wie ein Bay-Film in sich funktioniert, verhält es sich auch mit dem Gesamtwerk von Mr. Sommerblockbuster: Seine Filme kommen mit grossen Getöse ins Kino, spielen da ihre Produktionskosten plus einen schönen Mehrwert ein und verschwinden danach in Vergessenheit. Oder wann haben Sie zum letzten Mal an «Pearl Harbor» gedacht? [Jürg Tschirren]
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