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There Will Be Blood - Filmkritik

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Fortschritt zwischen Gott und Erdöl

50

Ende der 90er-Jahre hat sich Paul Thomas Anderson mit «Boogie Nights» und «Magnolia» als neues Regietalent ins Rampenlicht gerückt. Danach legte er aber erst einmal eine Pause ein und inszenierte 2002 die intime Komödie «Punch-Drunk Love». Jetzt kehrt er mit dem monumentalen Meisterwerk «There Will Be Blood» auf die Bühne zurück.

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Die Inspiration für seinen Film über den Hunger nach Rohöl fand Regisseur und Drehbuchautor Anderson im Roman «Oil!» von Upton Sinclair, der 1927 detailliert die dreckige und manipulative Arbeit eines Erdölprospektors im Kalifornien der frühen Jahre des 20. Jahrhunderts geschildert hat. In «There Will Be Blood» heisst dieser Unternehmer Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis). Seine Karriere beginnt 1898 in einer jämmerlichen Silbermine, in der er beinahe sein Leben verliert. Wenige Jahre später hat er bereits einige Arbeiter um sich gescharrt und bohrt nach Erdöl.

Als Plainview 1911 im ausgedörrten Dörfchen Little Boston auftaucht, wo enorme Rohölvorkommen vermutet werden, ist er ein angesehener und erfolgreicher Unternehmer im Ölgeschäft. Die Suche nach weiteren Ölquellen treibt ihn aber ständig weiter. Plainview kommt mit dem Versprechen von Fortschritt in die kleine Gemeinde, in der Wasser ein fast noch begehrterer Rohstoff ist als Erdöl. Doch die erste und einzige Frage der Bürger betrifft eine ganz andere Substanz: «Wird die neue Strasse zur Kirche führen?» Gestellt wird sie vom Laienprediger Eli Sunday (Paul Dano), in dem Plainview einen erbitterten Widersacher findet.

Paul Thomas Anderson greift in «There Will Be Blood» uramerikanische Themen auf: die Suche nach dem schwarzen Gold und der Einfluss der Religion. Mit seinem Kameramann Robert Elswit hat er für dieses Thema die passende Bildsprache gefunden, die immer wieder in finstere Löcher und die Dunkelheit der Nacht abtaucht oder dann aber im grellen Tageslicht vor der ausgedörrten Kulisse beinahe auszubleichen droht. «There Will Be Blood» ist zwar episch erzählt, aber eben nur stellenweise so opulent wie die vorherigen Filme von Anderson.

In vieler Hinsicht ist das Drama näher an der intimen Tragikomödie «Punch-Drunk Love» als an den ausschweifenden Dramen «Boogie Nights» und «Magnolia». Obschon die Kargheit der Landschaft auch häufig in die Inszenierung durchdringt, wird die Handlung trotzdem fast schon schwelgerisch vorangetrieben. «There Will Be Blood» lebt auf allen Ebenen von solchen Gegensätzen und Widersprüchen.

Die Kontraste zwischen den beiden Hauptfiguren könnten beinahe nicht grösser sein. Auf der einen Seite dominiert die einschüchternde und von impulsiver Besessenheit getriebene Gestalt von Daniel Day-Lewis. Mit seiner sonoren Stimme lässt der unübertreffliche Schauspieler die Wörter genüsslich auf der Zunge zergehen. Auf der anderen Seite lauert der knabenhafte Paul Dano, der den Prediger mit einer krächzenden, fast weinerlichen Stimme spielt. Neben dem überragenden Day-Lewis droht Dano beinahe zu verschwinden, und trotzdem trägt er unverzichtbar zur verlockenden Wirkung des kantigen Films bei. [Thomas Hunziker]

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m&m's movie world filip: Habe ich gerade noch mehr genossen wie True Grit. ...
m&m's Alex: Zuerst wusste ich nicht was mich erwartet, danach ...
m&m's Kate: geniale schauspielerische Leistung!...
m&m's Paulina: Wer schon "Magnolia" oder "Boogie Nichts" gesehen ...
m&m's David P. Oesch: „I’m finished“ – Nicht nur die Schlussworte Daniel...