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The Simpsons Movie - Interview

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Aka Titel:Die Simpsons - Der Film
Land (Jahr): USA (2007)
Genre:Animation, Comedy
Filmlänge:87min
Regie:David Silverman
Kinostart:26.07.2007
 25.07.2007 (Romandie)
Drehbuch:Matt Groening

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Anke Engelke: «Am Ende des Tages ist man K.O., weil man drei Jobs gemacht hat.»

Anke Engelke verleiht Marge Simpson die deutsche Stimme. Doch dafür muss sie nicht nur krächzen können...

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Anke, ich freue mich, dass wir uns treffen, obwohl ich aus der Schweiz bin. Oder hat Roger Schawinski alle Credits, die du von der Schweiz hast, schon verspielt?
Aber nein, ich bin ein riesiger Schweiz-Fan. Ich freue mich sehr, dass ich am Ende des Jahres wieder für längere Zeit in der Schweiz bin, weil ich am Filmfest in Zürich teilnehmen darf. Ich habe da im letzten Jahr schon moderiert. Auch in diesem Jahr mache ich wieder die Eröffnung und die Abschlussveranstaltung. Das ist ein tolles Fest. Ich mag Zürich sehr - ich mag die ganze Schweiz sehr. Ich habe eine gewisse Affinität entwickelt, als ich in Baden-Baden für den Südwestfunk gearbeitet habe. Damals bin ich häufig nach Basel gefahren, weil ich die dortige Kunstszene und das Theater sehr mag. Insofern gab es schon immer eine Affinität zur Schweiz und Zürich finde ich sowieso klasse, das gefällt mir wirklich sehr. Natürlich auch nicht zu vergessen, die Goldene Rose! Deswegen war ich auch schon in der Schweiz. Ich bin also oft und gerne da (lächelt).

Weshalb hast du diesen Job angenommen und sprichst jetzt Marge Simpson? Man sieht dich nicht, man erkennt deine Stimme kaum. Das muss für dich als Schauspielerin eine...
(unterbricht) ...ein Paradies sein.

Weshalb?
Ich finde das super, dass man mich nicht sieht. Und ich finde es auch super, in die Rolle einer Figur zu schlüpfen und ein wenig hinter ihr zu verschwinden. Ich will da das Leben dieser Figur featuren und ich habe da drin eigentlich nichts verloren. Die Show ist das wichtige, die Geschichten, die Dialoge und die Pointen sind wichtig. Da wäre es, glaube ich, falsch und auch ein wenig vermessen, wenn man da sagen würde, dass man seine eigene Persönlichkeit mit reinbringen möchte oder ein Foto eingeblendet haben will. Ich glaube, das wäre falsch. Die Simpsons sind so perfekt und das schon seit fast 20 Jahren. Da kann man sich nur immer in die zweite Reihe stellen und sagen «so, ich helfe da jetzt und verleihe ihr eine deutsche Stimme», aber mehr nicht.

Es gibt schon negative Reaktionen von Fans im Internet. Wie bekommst du das mit?
Das kriege ich gar nicht so mit. Ich werde jetzt viel mehr von echten Fans angesprochen, die inhaltlich etwas von mir wissen wollen. Sie denken, dass ich mehr weiss als sie und ihnen etwas erzählen kann, weil ich jetzt schon zwei Staffeln gesprochen habe. Sie wollen wissen, was da passiert, aber das darf ich alles gar nicht erzählen. Oder auch was den Film angeht... Da soll ich irgendwelche Insiderinformationen weitergeben, aber das darf ich auch nicht. Das sind für mich die echten Fans, denen es auf die Simpsons ankommt. Denen ist es auch egal, wer es spricht. Die freuen sich, wenn es gut gesprochen ist und wenn das professionelle Synchronsprecher machen. In meinem Fall ist das jetzt so, weil ich ursprünglich vom Radio komme. Ich habe das Sprechen mehr gelernt als das Agieren vor der Kamera. Das kam dann erst später dazu. Insofern hilft mir das technisch sehr bei der Arbeit. Darauf konzentriere ich mich. Ich glaube, das was die Fans interessiert, ist der Inhalt.

Wie sprichst du Marge? Musst du deine Stimme tieferlegen oder krächzen? Und bist dann nicht total fertig, nach einem Tag im Tonstudio?
Also die Stimme leidet nicht, weil ich da Techniken anwenden kann, die ich gelernt habe. Das Anstrengende ist, dass es drei Jobs auf einmal sind. Da ziehe ich echt den Hut vor Leuten, die rund um die Uhr Synchronsprechen. Bei mir sind das in den letzten zwanzig Jahren nur immer kleine Ausflüge gewesen. Aber die, die das jeden Tag tun, müssen drei Dinge gleichzeitig machen. Die müssen diese Textpassagen immer schnell ins Kurzzeitgedächtnis knallen. Man steht da mit dem Ordner im Dunkeln und liest nur immer den jeweiligen Satz. Manchmal sind es auch nur Teile eines Satzes, weil es so schwierig ist, da lippensynchron zu sein. Diesen Text kann man aber nicht auswendig lernen. Ich war ja nur ein paar Tage im Studio für den Kinofilm und ich konnte meine Sätze nicht lernen. Das kann man einfach nicht. Also muss man das Kurzzeitgedächtnis in Anspruch nehmen. Das ist Job Nummer eins: Den Text wissen, während man auf den Bildschirm sieht und man darf auf keinen Fall runtergucken. Job Nummer zwei ist, lippensynchron zu sein. Da muss man sich extrem konzentrieren, dass man an der richtigen Stelle den Mund auf und zumacht, atmet, nicht atmet, ausatmet, die Silben alle unterbringt... Da spricht ein amerikanischer Mund, da wird Englisch gesprochen und da müssen wir jetzt den deutschen Text draufbekommen. Das war der zweite Job. Der dritte Job ist, zu spielen. Also selbst wenn ich das hinkriege, den deutschen Satz unterzubringen und selbst wenn ich lippensynchron bin; wenn ich es nicht richtig gespielt habe, muss ich es gleich nochmal machen. Das finde ich anstrengend. Die Stimme kriege ich hergestellt. Die hat der Regisseur entwickelt und er sagte mir, wie er das gerne haben möchte und so habe ich das dann gemacht. Es war auch von amerikanischer Seite gewünscht, dass es sich am Original orientiert. Das bekommt man dann technisch auch schnell hergestellt. Ich brauche dann morgens allerdings immer ein bisschen, bis ich wieder in diese Stimme reinkomme, deshalb kann ich die auch nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln. Aber das ist nicht das Anstrengende. Am Ende des Tages ist man K.O., weil man drei Jobs gemacht hat.

[Anke Engelke wurde interviewt von Portmann Media]

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