The Kite Runner - Interview
| Aka Titel: | Drachenläufer |
| Land (Jahr): | USA (2007) |
| Genre: | Drama |
| Filmlänge: | 128min |
| Regie: | Marc Forster |
| Kinostart: | 17.01.2008 |
| 06.02.2008 (Romandie) | |
| 11.01.2008 (Tessin) |
Marc Forster: «Ich glaube, es ist etwas, das hinter Religion und Rassenfragen blickt.»
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Der Bond-Regisseur erzählt wie er den Grundgedanken der Buchvorlage mit dem Film verstrickt hat.
Marc, es freut mich, Sie hier in London zu sehen. Alle lieben «The Kite Runner». Wie wichtig war es für Sie, dass dieser Film ein multikultureller Event wird?
Es ist sehr wichtig für mich, dass ich diesen Film in der Originalsprache, also in Dari, verfilmt habe, denn als ich das erste Mal das Buch von Khaled Hosseini gelesen habe und diese Kinder im Kabul der 70er Jahre vor mir sah, wusste ich gleich, dass ich diese Geschichte nicht in Englisch verfilmen könnte. Das fühlte sich einfach nicht richtig an. Von daher war es mir einfach wichtig, diesen Film so authentisch wie möglich zu gestalten.
Es war sehr authentisch in dem Sinn, dass alle Sprachen Original waren. Die Geschichte berührt bestimmt jeden, denn sie ist sehr poetisch und müsste nicht unbedingt in Afghanistan angesiedelt sein, um die Leute zu bewegen. Wie wichtig war das für Sie?
Es war sehr wichtig für mich, dass die Interpretation des Films auch wirklich das Buch widerspiegelt. Das Buch wurde weltweit acht Millionen mal verkauft und es war mir einfach wichtig, dass das so echt wie möglich erscheint.
Der Film wurde mit allen möglichen Awards in Verbindung gebracht. Wie wichtig ist das für Sie? Auszeichnungen bedeuten ja immer, dass der Film dann von vielen Leuten gesehen wird?
Letztlich war das die erste Geschichte, die ich aus diesem Teil der Welt gelesen habe. Es ist eine sehr menschliche Geschichte, wo es nicht um Terrorismus oder Gewalt geht. Es ist eine menschliche, eine familienfreundliche Geschichte und es ist wichtig für mich, dass deshalb so viele Leute wie möglich diesen Film sehen. Ich glaube, es ist etwas, das hinter Religion und Rassenfragen blickt. Ich glaube, das ist einer der Erfolge von Khaled Hosseinis Buch, dass diese emotionale Geschichte zu jeder Zeit an jedem Ort passieren könnte.
Wie schwierig war es, einen Schauspieler wie Khalid Abdalla zu finden, der das besondere an seiner Rolle wirklich versteht?
Es war wichtig, Schauspieler zu finden, die diese Charaktere wirklich repräsentieren und auch die Reise von einem Take zum nächsten nachvollziehen konnten. Wie zum Beispiel Homayoun Ershadi. Er spielt Baba, den Vater. Er hat seine Figur von den 70ern in die 80er Jahre gebracht. Das gab er weiter an Khalid Abdalla, der Amir spielt und das ganze in die nächste Dekade transportiert. Bei Amir war es sehr wichtig, dass man sich mit ihm identifizieren kann. Denn es ist eine erlösende Geschichte, die aus einer Schuld heraus entsteht. Es war deshalb wichtig, dass er verstand, was er tun musste und das auch konnte.
Der Film ist gleichzeitig ergreifend und poetisch. Gab es einen richtigen Grundton, den Sie von Beginn an verwenden wollten?
Ich glaube, dass die Tonartwechsel die grösste Problematik waren. Man musste die emotionale Essenz der 70er Jahre in die 80er und dann in die 90er bringen. In einem Buch kann man viel schnellere Sprünge machen, aber in einem Film sind solche Stimmungsschwankungen viel heikler, weil es einen konstanten Strom von Emotionen gibt. Man muss darauf achten, dass diese Wechsel sehr geringfügig sind.
[Marc Forster wurde interviewt von Portmann Media]
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