The Kingdom - Interview
| Aka Titel: | Operation: Kingdom |
| Land (Jahr): | Deutschland, USA (2007) |
| Genre: | Action, Drama, Thriller |
| Filmlänge: | 110min |
| Regie: | Peter Berg |
| Kinostart: | 25.10.2007 |
| 31.10.2007 (Romandie) | |
| 30.11.2007 (Tessin) |
Jennifer Garner: «Ich dachte halt einfach, es gäbe mehr Action, als es dann tatsächlich gab. »
Die aufgeweckte Schauspielerin hat sich in sportlicher Hinsicht fast zu gut vorbereitet.
Jennifer, es freut mich, Sie hier in Basel zu treffen. Es ist toll hier in der Schweiz, nicht wahr?
Ich bin zum ersten Mal hier. Ich wünschte, wir könnten dieses Interview draussen machen und die Stadt ein wenig anschauen. Es ist wirklich schön hier.
Durch ganz Europa zu touren und für diesen Film Werbung zu machen, muss sehr anstrengend sein. Aber es ist bestimmt auch ein guter Weg, um Europa im Schnelldurchlauf kennen zu lernen.
Man sieht immer nur ein ganz kleines bisschen von jedem Land, aber man bekommt doch einen Eindruck, wie das Land und die Leute sind. Das ist schon speziell. Wir werden auch viel Schokolade kaufen (lacht).
Wir sind hier, um über «The Kingdom» zu sprechen. Es ist ein sehr ernsthafter Film und ihre Figur ist bezeichnend für die Geschichte: Sie weiss zwar, was in diesem fremden Land vor sich geht, aber als sie dort ist, merkt sie doch, dass alles anders ist, als sie gedacht hat. Erzählen Sie uns mehr.
Nun, Janet Mayes ist eine Agentin, die innerhalb des FBI sehr schnell aufgestiegen ist, sie ist sehr stark auf ihre Karriere fokussiert. Aber in der ersten Szene im Film, wird ihr Freund in Saudi-Arabien bei einem Anschlag von Terroristen getötet. Also geht sie zusammen mit ihren Kollegen vom FBI nach Saudi-Arabien, um dieses Verbrechen aufzuklären. Dort befindet sie sich die ganze Zeit auf einem Balanceakt. Denn einerseits muss sie professionell sein, andererseits ist sie aber noch voller Wut und Trauer über den Verlust ihres Freundes. Sie muss sich extrem darauf konzentrieren, dass sie einen klaren Kopf behält und sich wirklich wie eine Agentin verhalten kann.
Die Dreharbeiten müssen ziemlich schwierig gewesen sein, denn Sie waren in einem Land, das Sie zuvor noch nicht kannten. Was haben Sie dort alles gelernt?
Nun, eigentlich haben wir den Hauptteil des Films in Arizona gedreht. Ich selbst war nicht zusammen mit der Crew in Abu-Dhabi, weil ich in diesen Szenen nicht vorkomme. Meine Figur wurde gar nicht in den Palast eingeladen. Und diese Szene, war der dortige Hauptteil.
Die ganze Geschichte muss aber sehr interessant gewesen sein.
Ja, das auf jeden Fall. Das ist das tolle daran, Schauspielerin zu sein. Man kann in eine Rolle eintauchen und viel neues lernen. Klar interessierte ich mich auch zuvor für die Ereignisse im mittleren Osten, denn man hört derzeit sowieso extrem viel aus dieser Region. Ich habe immer die Zeitung gelesen und wollte wissen, was genau passiert. Es war deshalb sehr interessant, mich noch stärker mit diesem Thema auseinander zu setzen. Einfach die ganzen Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien, der Konflikt mit dem Öl und so weiter. Was diesen Film meiner Meinung nach so speziell macht, ist die Tatsache, dass er trotz der ernsten Thematik unterhaltsam geworden ist und es unglaublich viel Spass macht, den Film anzusehen. Es gibt viel Humor und die Geschichte wird rasant vorangetrieben. Es wird einem wirklich nie langweilig. Aber trotzdem kann man etwas lernen, das macht den Film sehr heimtückisch (grinst). Man fühlt sich aber nie belehrt.
Es war bestimmt auch sehr spannend, das Drehbuch zu lesen, da es ja wirklich eine sehr komplexe und dynamische Geschichte ist.
Ja, deshalb wollte ich bei diesem Projekt unbedingt dabei sein. Wir wollten aber auch alle mit Peter Berg zusammenarbeiten. Er ist ein grossartiger Regisseur, der jetzt immer bekannter wird, was mich natürlich sehr freut. Was uns aber alle speziell gereizt hat an diesem Projekt, ist die Tatsache, dass beide Seiten der Geschichte gezeigt werden. Es ist nicht so, dass die USA mit all ihren Knarren ankommen, herumballern und die Situation klären. Es ist viel komplexer und dreht sich wirklich stark um die beteiligten Menschen. Man sieht beispielsweise diesen arabischen Polizisten zu Hause mit seiner Familie. Durch solche Situationen kann man sich mit den Figuren identifizieren. Dies auf eine Art und Weise, wie das bei anderen Filmen nicht geht, weil sie sich nicht die Zeit dafür nehmen. So wird auch mit Klischees aufgeräumt.
Vor etwa sieben Jahren wären solche Filme noch nicht möglich gewesen. Die politische Situation erlaubt es jetzt aber, solch komplexe, interessante Filme zu machen. Geniessen Sie das als Schauspielerin?
Ja, auf jeden Fall. Je mehr man mit einer Geschichte erzählen kann, desto besser. Wenn es ein aktuelles Thema ist, macht es das umso interessanter. Als Schauspielerin mag ich es aber, viele verschiedene Dinge auszuprobieren. Gerade jetzt arbeite ich zum Beispiel mit Kevin Kline auf der Theaterbühne in New York. Das ist auch sehr faszinierend.
Jeder, der mit Ihnen zusammenarbeitet, weiss, dass Sie sich körperlich immer extrem gut auf eine Rolle vorbereiten. Ich habe nun gehört, dass Sie für diesen Film fast zu fit gewesen sind.
Ich dachte halt einfach, es gäbe mehr Action, als es dann tatsächlich gab. Wir hatten aber eine tolle Kampfszene, die sich von allem unterscheidet, was ich bisher gemacht hatte. Denn sie war nicht so choreographiert, wie ich mir das von anderen Filmen gewohnt war. Der Regisseur sagte einfach: «Macht einfach mal und versucht den anderen zu töten.». Das ist sehr ungewöhnlich, denn normalerweise sind Kampfszenen mehr wie ein Tanz. Hier haben sich zwei Leute einfach attackiert und um ihr Leben gekämpft. Das hat das ganze viel rauer und realistischer gemacht.
Vielen Dank.
[Jennifer Garner wurde interviewt von Portmann Media]
Ashraf Barhom: «Als ich das Skript gelesen hatte, habe ich mir viel Zeit genommen, um darüber nachzudenken, was dieser Film aussagen will.»
Dem gebürtigen Araber war es wichtig, zu wissen was genau das Ziel und die Aussage des Films sind.
Ashraf, willkommen in der Schweiz. Was sind Ihre Eindrücke von diesem Land?
Ich bin zum ersten Mal hier und hatte noch nicht genug Zeit, um Basel und die Umgebung zu erforschen. Aber ich bin glücklich, dass ich hier sein kann und werde auf jeden Fall zurückkommen. Es ist einfach schön hier und ein Tag reicht nicht, um alles zu sehen.
Es muss eine tolle Erfahrung sein für Sie, mit diesem Film auf der ganzen Welt auf Werbetour zu gehen. Sie reisten durch die ganzen USA und jetzt durch Europa. Es ist sicher toll, mit jemandem wie Jamie Foxx unterwegs zu sein.
Ja, es ist schon toll. Ich sehe es auch als sehr wichtige Sache an, denn es ist mir wichtig, dass er ein möglichst breites Publikum erreicht. Es ist auch toll, so viele verschieden Orte zu sehen, denn sie machen einen sensibler für fremde Länder.
Sie sind Araber, für Sie muss deshalb besonders wichtig gewesen sein, dass das Skript mit ihren Vorstellungen übereinstimmt, bevor Sie die Rolle angenommen haben. Ist das richtig?
Als ich das Skript gelesen hatte, habe ich mir viel Zeit genommen, um darüber nachzudenken, was dieser Film aussagen will. Ich hatte auch viele Diskussionen mit dem Regisseur darüber. Ich fühlte aber vom ersten Moment an etwas ganz spezielles. Ich ahnte, dass dieser Film sehr positiv sein wird und versucht, eine Brücke zu schlagen zwischen zwei komplett verschiedenen Mentalitäten. Ich bin sehr glücklich, dass ich jetzt hier sitzen und über den Film sprechen kann. Diese Tournee ist auch toll, denn ich weiss, dass der Film etwas gutes bewirken wird und uns eine gute Botschaft mit auf den Weg gibt.
Im Film geht es auch darum, die arabische Mentalität besser kennen zu lernen. Glauben Sie, dass das erreicht wurde?
In vielen Bereichen schon, ja. Klar kann ein Film allein nicht alles verändern, aber es ist ein wichtiger Schritt dazu. Er kann dazu anstiften, dass wir darüber reden und uns auch Hoffnung bringen. Er kann Leute zum Nachdenken bringen und einigen vielleicht ein Licht im Dunkeln sein. Auf jeden Fall bringt er das ganze einem grossen Publikum näher.
Es ist sehr selten, dass ein arabischer Schauspieler eine so grosse Rolle in einem Hollywood-Streifen spielt. Das hat Ihnen bestimmt gefallen.
Man kann es nicht nur so sagen. Für mich ist es folgendermassen: Hollywood ist ein toller Platz zum Arbeiten, das steht ausser Frage. Aber ich finde, es sollte normal sein, dass Schauspieler aus der ganzen Welt dort arbeiten können. Es ist wichtig, dass sich Schauspieler aus allen Ländern treffen, denn durch diese Treffen mit Leuten aus allen Ländern der Welt, wird es einfacher, einander näher zu kommen und eine Verbindung zueinander herzustellen.
Vielen Dank.
[Ashraf Barhom wurde interviewt von Portmann Media]
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