Interview
Ben Stiller: «Mein Vater redet nicht schmutzig, und schon gar nicht über Sex. Nie. Ich warte, ehrlich gesagt, noch immer auf die Geschichte mit den Bienen.»
Ben Stiller durfte für diesen Film mit seinem Vater und zwei tollen Frauen arbeiten. Aber selber spielen sieht er sich nicht gerne.
Wie viel Comedy-Einfluss ist Ihnen von Ihren Eltern mitgegeben worden?
Ich und meine Schwester sind mit Eltern aufgewachsen, die Berufskomiker waren. Sie waren ein Comedy-Team, was damals noch ziemlich einzigartig war. Sie arbeiteten zusammen, schrieben die Nummern gemeinsam, sie drehten Werbespots, traten in Nachtclubs auf, waren in Fernsehshows... Es war immer ein Teil unseres Lebens. Comedy ist einfach etwas, das ich immer gekannt habe. Das heisst aber nicht, dass ich es automatisch auch machen wollte. Eine Zeitlang wollte ich sogar nichts von Comedy wissen, ich wollte seriös sein, als Teenager mochte ich Dramen ohnehin viel lieber als Komödien. Doch der Humor kam dann doch irgendwie hervor, wahrscheinlich einfach durch die ganzen Einflüsse. Ich habe dann mit der Zeit auch meine eigene Sorte Humor für mich entdeckt. Als Kind rebelliert man ohnehin gegen seine Eltern, auf welche Art auch immer, und ich hab dann halt gegen Comedy rebelliert. Eine Rebellion, die es in sich hat! Vielleicht nicht gerade à la James Dean, aber dennoch. Irgendwann habe ich dann meine eigenen Komödienidole gefunden und der Kreis schloss sich allmählich. So konnte ich auch wieder zu meinen Eltern finden und war auch bereit, mit ihnen zusammenzuarbeiten, und das war toll. Ich schätze sehr, was sie getan haben, sie sind einfach grossartig; sie haben hart gearbeitet, jahrelang. Und ausserdem führen sie eine wunderbare Ehe... Ja, soweit war es eine äusserst interessante Reise.
War es für Sie schön, mit Ihrem Vater Jerry Stiller zusammenzuarbeiten?
Wir sind Vater und Sohn, da ist natürlich alles sehr authentisch. Anders kann es ja auch gar nicht sein. Egal, wie sehr wir uns auch bemühen, wir bleiben Vater und Sohn, da kommen wir nicht drum herum. Die Szenen selber sind aber doch ein wenig anders als im wahren Leben. Mein Vater spricht nicht über... solche Dinge. Er redet nicht schmutzig, und schon gar nicht über Sex. Nie. Ich warte, ehrlich gesagt, noch immer auf die Geschichte mit den Bienen. Ihn also so zu erleben, war sehr unterhaltsam für mich, denn das ist schlicht nicht das, was er sonst so sagt. Ausserdem ist er einfach ein witziger Kerl. Die Figuren, die er in den Filmen und im Fernsehen spielt, sind sehr weit von seiner wahren Person entfernt. Und so ist es witzig, diese Seite von ihm zu beobachten. Ja, er ist einfach lustig, ein wirklich lustiger Typ.
Wie war die Zusammenarbeit mit den weiblichen Darstellerinnen Malin Akerman und Michelle Monaghan?
Es war toll, dass ich mit Leuten zusammenarbeiten konnte, die so lustig und aufgeweckt sind, und auch weniger bekannt, was zusätzlich für eine gewisse Frische sorgte. Malin hatte wirklich keine leichte Aufgabe, sie hat sie aber grossartig gemeistert. Sie hat viel Mut bewiesen, ist sehr talentiert, attraktiv - sie hat alles. Und Michelle war super. Sie ist so eine nette Person; ihr inneres Wesen kommt so klar hervor und ich denke, das mögen die Leute so an ihr. Sie hat dieses ehrliche Auftreten und ist so umgänglich. Und natürlich genauso attraktiv, und verfügt somit über eine tolle Kombination. Nein, es hat wirklich Spass gemacht, mit solchen Schauspielerinnen zusammenzuarbeiten.
Wie war es, erneut mit den Farrelly-Brüdern zusammenzuarbeiten?
Oh, das war toll. Sie sind nicht abgehoben; sie sehen sich nicht wirklich als Filmemacher. Sie witzeln ständig, dass jemand bei ihrem ersten Film wohl vergessen habe, sie zu feuern und nun seien sie halt immer noch da. Entscheidend ist: Sie bringen viel von ihrer Erfahrung mit und die wiederum hat viel mit dem eigenen Blickwinkel zu tun. Und das ist es letztlich, was einen Filmemacher ausmacht: Die Farrellys sind Leute, die ihren Blickwinkel auf die Leinwand zu projezieren vermögen. Was sie zum Lachen bringt, was sie lustig finden, was reizend und was emotionell eine Verbindung zu ihnen aufbaut. Und auf dem Set sind sie einfach sehr locker drauf. Sie haben gerne ihren Spass, sind nicht so sehr an den technischen Sachen interessiert. Ich glaub, das langweilt sie eher. Sie können es kaum erwarten, eine Szene zu drehen und dann haben sie tausende Ideen im selben Moment. Und irgendwie scheint es ihnen grosse Freude zu bereiten, dass sie gemeinsam arbeiten können, und das ist doch was Schönes.
Haben Sie viel improvisiert?
Das gehört dazu; man muss einfach etwas miteinbringen. Was auch immer gerade geschieht, man versucht, es warm zu halten. An einem Drehbuch schreibt man womöglich jahrelang, dann kommen die ganzen Proben... Doch beim Filmen muss das alles neu, frisch und spritzig wirken. Das heisst nicht, dass man das Drehbuch einfach wegwirft, aber man muss es ständig lebendig halten. Wenn etwas gerade lustig erscheint, dann versucht man es einfach. Das ist ja das tolle an Filmen: Man kann alles versuchen.
Was sagten Sie beim gemeinsam Anschauen zu ihrem versammelten Familien- und Freundeskreis, als die Sexszenen kamen?
Was will man schon sagen? Man sitzt einfach dort. Ich habe mir gewünscht, dass meine Kinder dort sitzen (grinst), das ist alles. Einfach um den Moment zu vervollständigen, das wäre doch super. Nein, es ist einfach lächerlich, völlig surreal. Ich kann mich noch erinnern, als meine Eltern zur Premiere von «Verrückt nach Marry» kamen. Es war wie ein Flashback.
Sind Sie mit dem Resultat zufrieden?
Es ist sehr schwierig, einfach zurückzulehnen und zu sagen «Ja, das ist sehr gut. Yeah, in der Szene bin ich ziemlich gut!...» Das kann ich einfach nicht. Es ist sehr schwierig für mich, mir selber auf der Leinwand zuzusehen. Das ist eine sehr merkwürdige Sache für mich. Ich fühle mich an Premieren meist ein bisschen gefesselt.
Ich und meine Schwester sind mit Eltern aufgewachsen, die Berufskomiker waren. Sie waren ein Comedy-Team, was damals noch ziemlich einzigartig war. Sie arbeiteten zusammen, schrieben die Nummern gemeinsam, sie drehten Werbespots, traten in Nachtclubs auf, waren in Fernsehshows... Es war immer ein Teil unseres Lebens. Comedy ist einfach etwas, das ich immer gekannt habe. Das heisst aber nicht, dass ich es automatisch auch machen wollte. Eine Zeitlang wollte ich sogar nichts von Comedy wissen, ich wollte seriös sein, als Teenager mochte ich Dramen ohnehin viel lieber als Komödien. Doch der Humor kam dann doch irgendwie hervor, wahrscheinlich einfach durch die ganzen Einflüsse. Ich habe dann mit der Zeit auch meine eigene Sorte Humor für mich entdeckt. Als Kind rebelliert man ohnehin gegen seine Eltern, auf welche Art auch immer, und ich hab dann halt gegen Comedy rebelliert. Eine Rebellion, die es in sich hat! Vielleicht nicht gerade à la James Dean, aber dennoch. Irgendwann habe ich dann meine eigenen Komödienidole gefunden und der Kreis schloss sich allmählich. So konnte ich auch wieder zu meinen Eltern finden und war auch bereit, mit ihnen zusammenzuarbeiten, und das war toll. Ich schätze sehr, was sie getan haben, sie sind einfach grossartig; sie haben hart gearbeitet, jahrelang. Und ausserdem führen sie eine wunderbare Ehe... Ja, soweit war es eine äusserst interessante Reise.
War es für Sie schön, mit Ihrem Vater Jerry Stiller zusammenzuarbeiten?
Wir sind Vater und Sohn, da ist natürlich alles sehr authentisch. Anders kann es ja auch gar nicht sein. Egal, wie sehr wir uns auch bemühen, wir bleiben Vater und Sohn, da kommen wir nicht drum herum. Die Szenen selber sind aber doch ein wenig anders als im wahren Leben. Mein Vater spricht nicht über... solche Dinge. Er redet nicht schmutzig, und schon gar nicht über Sex. Nie. Ich warte, ehrlich gesagt, noch immer auf die Geschichte mit den Bienen. Ihn also so zu erleben, war sehr unterhaltsam für mich, denn das ist schlicht nicht das, was er sonst so sagt. Ausserdem ist er einfach ein witziger Kerl. Die Figuren, die er in den Filmen und im Fernsehen spielt, sind sehr weit von seiner wahren Person entfernt. Und so ist es witzig, diese Seite von ihm zu beobachten. Ja, er ist einfach lustig, ein wirklich lustiger Typ.
Wie war die Zusammenarbeit mit den weiblichen Darstellerinnen Malin Akerman und Michelle Monaghan?
Es war toll, dass ich mit Leuten zusammenarbeiten konnte, die so lustig und aufgeweckt sind, und auch weniger bekannt, was zusätzlich für eine gewisse Frische sorgte. Malin hatte wirklich keine leichte Aufgabe, sie hat sie aber grossartig gemeistert. Sie hat viel Mut bewiesen, ist sehr talentiert, attraktiv - sie hat alles. Und Michelle war super. Sie ist so eine nette Person; ihr inneres Wesen kommt so klar hervor und ich denke, das mögen die Leute so an ihr. Sie hat dieses ehrliche Auftreten und ist so umgänglich. Und natürlich genauso attraktiv, und verfügt somit über eine tolle Kombination. Nein, es hat wirklich Spass gemacht, mit solchen Schauspielerinnen zusammenzuarbeiten.
Wie war es, erneut mit den Farrelly-Brüdern zusammenzuarbeiten?
Oh, das war toll. Sie sind nicht abgehoben; sie sehen sich nicht wirklich als Filmemacher. Sie witzeln ständig, dass jemand bei ihrem ersten Film wohl vergessen habe, sie zu feuern und nun seien sie halt immer noch da. Entscheidend ist: Sie bringen viel von ihrer Erfahrung mit und die wiederum hat viel mit dem eigenen Blickwinkel zu tun. Und das ist es letztlich, was einen Filmemacher ausmacht: Die Farrellys sind Leute, die ihren Blickwinkel auf die Leinwand zu projezieren vermögen. Was sie zum Lachen bringt, was sie lustig finden, was reizend und was emotionell eine Verbindung zu ihnen aufbaut. Und auf dem Set sind sie einfach sehr locker drauf. Sie haben gerne ihren Spass, sind nicht so sehr an den technischen Sachen interessiert. Ich glaub, das langweilt sie eher. Sie können es kaum erwarten, eine Szene zu drehen und dann haben sie tausende Ideen im selben Moment. Und irgendwie scheint es ihnen grosse Freude zu bereiten, dass sie gemeinsam arbeiten können, und das ist doch was Schönes.
Haben Sie viel improvisiert?
Das gehört dazu; man muss einfach etwas miteinbringen. Was auch immer gerade geschieht, man versucht, es warm zu halten. An einem Drehbuch schreibt man womöglich jahrelang, dann kommen die ganzen Proben... Doch beim Filmen muss das alles neu, frisch und spritzig wirken. Das heisst nicht, dass man das Drehbuch einfach wegwirft, aber man muss es ständig lebendig halten. Wenn etwas gerade lustig erscheint, dann versucht man es einfach. Das ist ja das tolle an Filmen: Man kann alles versuchen.
Was sagten Sie beim gemeinsam Anschauen zu ihrem versammelten Familien- und Freundeskreis, als die Sexszenen kamen?
Was will man schon sagen? Man sitzt einfach dort. Ich habe mir gewünscht, dass meine Kinder dort sitzen (grinst), das ist alles. Einfach um den Moment zu vervollständigen, das wäre doch super. Nein, es ist einfach lächerlich, völlig surreal. Ich kann mich noch erinnern, als meine Eltern zur Premiere von «Verrückt nach Marry» kamen. Es war wie ein Flashback.
Sind Sie mit dem Resultat zufrieden?
Es ist sehr schwierig, einfach zurückzulehnen und zu sagen «Ja, das ist sehr gut. Yeah, in der Szene bin ich ziemlich gut!...» Das kann ich einfach nicht. Es ist sehr schwierig für mich, mir selber auf der Leinwand zuzusehen. Das ist eine sehr merkwürdige Sache für mich. Ich fühle mich an Premieren meist ein bisschen gefesselt.
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