Zusammen ist man weniger allein - Filmkritik
| Originaltitel: | Ensemble c'est tout |
| Land (Jahr): | Frankreich (2007) |
| Genre: | Drama, Romance |
| Filmlänge: | 97min |
| Regie: | Claude Berri |
| Kinostart: | 23.08.2007 |
| 21.03.2007 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Claude Berri |
«Amélie» verliebt sich wieder
Audrey Tautou ist wieder da: Der Star aus dem Hitfilm «Le Fabuleux destin d'Amélie Poulain» landet plötzlich in einer Männer-WG. Dort lässt die Liebe nicht lange auf sich warten.
Camille (Audrey Tautou) lebt in einer kalten Wohnung unter dem Dach. Sie arbeitet als Putzfrau und zeichnet in ihrer Freizeit. Das Essen vergisst das magere Mädchen regelmässig, was oft für Spott aus ihrem Umfeld sorgt. Doch dann trifft Camille den kuriosen Nachbar Philibert (Laurent Stocker). Er entstammt einem alten Adelsgeschlecht, trägt Fliege, stottert und verkauft Postkarten.
Nach einem gemeinsamen Picknick zieht sie in seine Wohnung ein. Dort lebt neben dem hochanständigen Philibert auch noch der launische Koch Franck (Guillaume Canet). Der ist von der neuen Mitbewohnerin erst mal gar nicht begeistert. Wenn sich Franck gerade nicht vollaufen lässt, kümmert er sich um seine Oma Paulette (Françoise Bertin), die später auch noch in der WG landet.
Jeder des ungleichen Vierergespanns hat Träume, die sich nach und nach auch erfüllen. Die schönste Episode ist eindeutig die mit Philibert, der sein Stottern überwindet und plötzlich als Komiker auf der Bühne steht. Das wärmt das Herz.
Der Film des 1934 in Paris geborenen Schauspielers, Regisseurs, Autors und Dokumentarfilmers Claude Berri («Une Femme De Ménage») basiert auf dem Bestseller von Anna Gavalda. Deren Buch wird der Streifen zwar nicht gerecht - aber das ist in 97 Minuten auch schwer machbar.
Berris Film will vor allem eines: gefallen. Im geht das Wohlgefühl seiner Protagonisten über alles - und damit auch das des Zuschauers. Leider ist das Drehbuch manchmal ein bisschen zu berechenbar, um nicht zu sagen überraschungsarm. Jeder Konflikt, einfach alles greift reibungslos ineinander über. Alles zielt ab auf die perfekte Harmonie - und das ist fast etwas zu viel des Guten. Aber schön unterhalten tut der Film allemal.
Aus dem Ensemble sticht vor allem Publikumsliebling Audrey Tautou heraus: Die Frau muss man einfach gern haben. Insider wissen, dass eigentlich Charlotte Gainsbourg für die Rolle vorgesehen war - doch dann verletzte die sich beim Snowboarden. Doch wie sich hier zeigt, ist Tautou die perfekte Besetzung für den Part: Sie spielt umwerfend gut. [Dominique Zahnd]
weitersagen


