| Land (Jahr): | Schweiz (2007) |
| Genre: | Drama, Music |
| Filmlänge: | 100min |
| Regie: | Mike Eschmann |
| Kinostart: | 18.01.2007 |
| Drehbuch: | Thomas Hess |
| David Keller |
Nils Althaus: «ich bin ein ziemlich friedfertiger Mensch.»
Der Jungschauspieler wurde von der Casting-Agentin bei einer Amateur-Modelagentur entdeckt.
Hallo Nils. «Breakout» ist dein erster grosser Film und du spielst auch gleich die Hauptrolle. Wie kam es dazu?
Das war so, ich habe früher für eine Amateur-Modelagentur gemodelt. Dann wurden einmal junge Schauspieler gesucht für einen anderen Kinofilm und Corinna Glaus, die Casting-Agentin von «Breakout» hat mich dann bei dieser Agentur gesehen und mich angefragt, ob ich einmal ein Casting machen möchte. Das habe ich auch gemacht, aber jemand anders hat die Rolle schlussendlich erhalten. Ich wurde dann für «Breakout» noch einmal angefragt und dort hat es dann geklappt.
«Breakout» ist ein ziemlich brutaler Film, der das Thema Jugendgewalt sehr stark aufgreift. Hast du damit auch schon eigene Erfahrungen gemacht? Warst du Opfer, Zeuge oder sogar Täter?
Es gibt schon Szenen, die ich auch schon miterlebt und gesehen habe. Aber es hat wahrscheinlich jeder schon etwas miterlebt. Ich persönlich bin allerdings weder Opfer noch Täter gewesen. Ich bin ein ziemlich friedfertiger Mensch.
Wie hast du für diese Rolle recherchiert? Ihr wart ja auch in einer Jugenderziehungsanstalt. Was hast du dort alles gesehen?
Klar hat es diesen Recherchenteil gegeben, wo wir in dieser Arbeitserziehungsanstalt waren. Der grösste Teil war aber eine innere Arbeit. Ich musste die Figur des Nia für mich entwickeln und gewisse Eigenschaften von ihm auch in mir selber suchen und finden. Ich würde sagen, dass das wahrscheinlich der grösste Teil dieser Arbeit gewesen ist.
Das klingt alles ziemlich kopflastig. Aber dein Körper wurde auch beansprucht, denn es gibt ja auch einige Breakdance-Szenen im Film. Wie viele von diesen hast du selber gemacht?
Einfach alle, wo man mein Gesicht sieht. Dort kann man sicher sein, dass ich es bin (grinst). Bei allem anderen waren es zum grössten Teil Doubles. Aber es war eine ziemlich intensive Vorbereitung. Einerseits mit dem Breaken, bei dem wir auch das Gefühl dafür bekommen mussten. Dann habe ich auch noch Krafttraining gemacht und die Schauspielproben kamen auch noch dazu. Das war eine sehr intensive aber auch spannende Zeit.
Bist du privat auch in der HipHop-Szene unterwegs?
Im Moment eigentlich nicht. Es gab eine Zeit, in der ich viel HipHop gehört habe - vor allem deutschen und französischen. Heute haben sich meine Vorlieben ein wenig geändert und ich höre vermehrt anderes.
[Nils Althaus wurde interviewt von Portmann Media]
Melanie Winiger: «Irgendwann habe ich aber gelernt, mich zu wehren und habe dann dafür die anderen ein paar Jahre lang verdroschen.»
Die Ex-Miss-Schweiz fordert den Staat auf sich endlich um das Thema Jugendkriminalität zu kümmern.
«Breakout» ist teilweise ein sehr brutaler Film, der das Thema Jugendgewalt sehr stark aufgreift. Wie siehst du das ganze? Hast du auch schon eigene Erfahrungen damit gemacht?
Ich hatte schon mit Gewalt zu tun, als ich jünger war. Da war ich aber noch sehr jung, so fünf, sechs, sieben oder acht Jahre alt. Weil ich ein bisschen dunkler bin als normale Schweizer - sagen wir das mal so - wurde ich die ersten zwei Schuljahre manchmal an einen Pfosten gefesselt und verdroschen. Irgendwann habe ich aber gelernt, mich zu wehren und habe dann dafür die anderen ein paar Jahre lang verdroschen (lacht). Aber so wie im Film habe ich das zum Glück nie erlebt. Da bin ich von meinen Eltern - danke Mami und Papi - zu streng erzogen worden.
Wie siehst du das selber als Mutter? Im Hinblick darauf, wenn dein Kind einmal in die Pubertät kommt?
Das Problem ist, man wird ja nicht einfach so gewalttätig. Ich glaube stark daran, dass Gewalt ein Ausdruck für Unzufriedenheit und Frustration ist. Ich habe das Gefühl, dass man viele Junge nicht ernst genug nimmt. Man spricht nicht mit ihnen und die ganze Kommunikation fehlt extrem. Man setzt sie vor den Fernseher oder gibt ihnen eine Playstation oder eine X-Box oder wie auch immer diese Dinge heissen. Einfach damit sie Ruhe geben. Das ist aber auch verständlich, denn die Schuld wird dann sehr schnell auf jemandem zugeschoben. Entweder ist es die Musik, wo die Rapper und HipHopper oder auch MTV die Bösen sind. Oft werden auch die Eltern als unfähig bezeichnet. Heute gehen ja 50 Prozent der Ehen auseinander. Von denen, die nicht verheiratet sind, spricht man nicht einmal, also sind es noch viel mehr Beziehungen, die scheitern. Dann müssen beide Elternteile arbeiten, sie haben gar keine Wahl. Also ist es ein Problem vom Staat. Ich finde es gut, dass es einmal thematisiert wird, dann kann sich der Staat auch überlegen, ob es besser ist, auf dem Stuhl zu sitzen und an die guten alten Zeiten zu denken, oder dafür zu sorgen, dass die Zukunft auch wieder schön wird.
Glaubst du also, dass «Breakout» ein guter Denkanstoss dafür ist?
Es ist die Realität und man muss die Leute damit konfrontieren und dann handeln. Es ist ja einfach - à la Schweiz - den Film ab 16 Jahren freizugeben. Denn es ist ein Problem, also wird es nicht angeschaut und einfach ab 16 Jahren freigegeben und damit auf die Seite gelegt, anstatt das einfach einmal zu behandeln. «Breakout» wird auch als Jugend- oder HipHop-Film herausgegeben oder von den Medien betitelt. Ich finde aber eher, dass es ein Film ist, den sich Eltern mit ihren Kindern zusammen ansehen sollten, damit sie nachher miteinander darüber sprechen und vermeiden können, dass die Kinder in diesen Teufelskreis der Gewalt hineingeraten.
[Melanie Winiger wurde interviewt von Portmann Media]
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