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Ray Liotta: «Tim Allen und John Travolta mussten den ganzen Tag im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.»

Der Bösewicht Ray Liotta über das Verhalten der Promis am Set.

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Hallo Ray, wir sind hier in London, um über WILD HOGS (dt. Titel BORN TO BE WILD) zu sprechen. Ich habe den Film im Screening-Raum gesehen und fand ihn sehr unterhaltsam...
(unterbricht) Sie ganz allein?

Ja, ganz allein. Es wurde ein Extra-Screening für mich organisiert. Ich fand das Timing der Pointen sehr gelungen. Ist es schwierig, in Filmen wie diesem ein allgemeines Comedy-Timing zu kreieren oder hat da jeder Schauspieler sein eigenes?
Nun, ich habe dem keine besondere Beachtung geschenkt. Man lässt vielmehr die Situation an sich entscheiden, wie es gemacht wird. Das findet alles von selber seinen Weg.

Neben der ganzen Komik wird im Film auch über Gefühle von Männern gesprochen, die ihren Lebensweg analysieren. Hat das bei Ihnen Erinnerungen geweckt, als Sie das Drehbuch gelesen haben?
Ich kann das schon richtig zuordnen. Ich habe auch noch keine Midlife-Crisis in meinem Leben durchgemacht. Ich glaube eher, dass man so mit 20 bis 25 Jahren richtig über sein Leben nachdenken sollte. Bei mir war das auch so, da habe ich das erste mal gedacht «Oh mein Gott, was soll ich mit meinem Leben nur anfangen?». Das, was die vier Typen im Film erleben, habe ich nie durchgemacht. Ich gehe zuerst in mich, bevor ich wie sie eine Motorrad-Tour unternehmen muss.

Es gibt aber in Amerika eine regelrechte Kultur von Männern, die es liebt, mit dem Motorrad unterwegs zu sein. Ist das etwas, was Sie erforscht haben? Haben Sie solche Leute getroffen?
Ich bin kein grosser Fan von solchen Recherchen. Jeder Mensch ist so individuell und das Skript sagt einem ja, was man zu tun hat. Es tut gar nichts zu Sache, was jemand anders gemacht hat, weil es nicht spezifisch mit dem zu tun hat, was man selber macht.

Auf dem Set sind Sie und alle anderen grossen Stars die ganze Zeit in Lederanzügen herumgelaufen. Hat das auch seinen Beitrag zur Komik geleistet?
(lacht) Die Lederanzüge?!

Na ja, die Lederjacken natürlich.
Nun, diese vier Typen in ihren Lederkleidern sind natürlich schon ziemlich komisch.

Erzählen Sie etwas über die Atmosphäre auf dem Set, wo wirklich jeder ein Promi war.
Nun, Tim Allen und John Travolta konnten keine Minute ruhig sein. Sie mussten den ganzen Tag im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Zwischen den einzelnen Takes haben sie dauernd zusammen gewitzelt und gelacht und Tim hat sich immer über John lustig gemacht. Dieser hat dafür die ganze Zeit irgendwelche Geschichten erzählt. Martin Lawrence war meist relativ ruhig und William H. Macy dafür ziemlich reizbar. Es waren wirklich hauptsächlich Tim und John, die immer herumgealbert haben. Ich habe sie nur dazu animiert, wieder etwas zu erzählen. John musste auch immer wieder seine Imitationen zum Besten geben.

Mussten Sie im Film eigentlich viel Motorrad fahren? Und haben Sie das vorher schon einmal gemacht?
Ich bin zuvor noch nie Motorrad gefahren. Aber in diesem Film musste ich logischerweise ziemlich viel damit herumkurven.

Haben Sie das genossen?
Ja, sehr sogar.

[Ray Liotta wurde interviewt von Portmann Media]

Tim Allen: «Wenn man Probleme hat, wen will man dann um sich haben? Natürlich seine Freunde.»

Der ehemalige Club-Comedian Tim Allen und seine Liebe zu Männerfreundschaften.

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Tim, es freut mich, Sie hier in London zu sehen. Es ist ein toller Film. Was aber trotz der ganzen lustigen Szenen immer wieder auffällt, sind Männer, die über ihre Gefühle sprechen. Das ist sehr ungewöhnlich, dass man in Filmen die Gefühle der Männer analysiert.
Nun, wenn ich ehrlich sein soll; es wurde sogar noch sehr viel weggelassen. Wir hatten noch viele Szenen, die wir vier alle sehr genossen haben, welche die Kameradschaft zwischen den Männern zeigt. Ich wünschte, dass mehr von diesen Szenen den Weg in den Film gefunden hätten. Wir plaudern dort herrlich über unser Leben, unsere Wünsche und Hoffnungen. Will Macy und ich fanden, dass solche Gespräche mehr über Männerfreundschaften aussagen, als alles andere.

Was auch interessant ist: Sie unternehmen eine Fahrt mit ihren Motorrädern, aber sie begeben sich auch auf eine emotionelle Reise als Freunde und Menschen. War es wichtig für die Zusammenarbeit, dass das alle Schauspieler verstanden haben?
Nun, das Skript war ziemlich locker ausgelegt. Wir wollten zuerst alle Schauspieler haben, damit wir deren Persönlichkeiten mit einbeziehen konnten. Die Autoren haben einen tollen Job gemacht und uns die Rollen auf den Leib geschrieben. Als wir dann das erste Mal so wie Brüder zusammen waren, mussten wir zuerst herausfinden, wie wir aufeinander reagieren. Das klappte aber ganz gut. Was auch interessant ist: Wenn man Probleme hat, wen will man dann um sich haben? Natürlich seine Freunde. Das zeigt der Film auch sehr schön, denn wir sind wirklich Freunde und haben natürlich auch Probleme (grinst).

Der Film beinhaltet auch einige coole Elemente wie Motorräder und Lederjacken, mit denen sich viele witzige Szenen ergeben. Haben Sie das als Schauspieler genossen?
Ich mag eigentlich alles, solange es ohne Bart, Rentier und Kinder ist (lacht).

Gibt es das also nicht so oft?
Nein nein, ich mag das Familien-Genre und ich arbeite auch gerne mit Disney zusammen. Aber ich habe vor mehr als 15 Jahren als Club-Comedian angefangen und ich mag es, wie ein Pirat zu sprechen und wie ein Erwachsener zu spielen. Dafür war dieser Film perfekt, es hatte - wie Sie sagten - Bikes und Lederjacken und wir waren im abgelegenen Südwesten der USA unterwegs. Es war wirklich ein wundervolles Erlebnis.

Also ist alles, was auf dem Set passiert ist...
(unterbricht) Ich habe mich in Will Macy verliebt und wir wollen heiraten (lacht).

Sie wissen aber, dass er bereits verheiratet ist. Und Sie schliesslich auch...
Ach wissen Sie, es kommt wie es kommen muss. Im Ernst: Will und ich haben vor allem die Szenen mit den Motorrädern sehr genossen, weil wir beide äusserst gerne damit fahren. Ich bin auch viele Jahre mit einem Trans Am Autorennen gefahren. Ich wollte dann dieses Renn-Gefühl auf das Motorrad übertragen, aber das ging nicht. Das Brems- und Fahrverhalten ist einfach zu verschieden (lacht).

Ich habe gehört, dass Sie einmal gegen einen Baum gefahren sind...
Ja, das stimmt, aber darüber möchte ich nicht reden (grinst).

Dann lassen Sie uns von etwas anderem sprechen. Comedians wie Sie und Martin Lawrence nehmen ihre Arbeit als Komödianten und vor allem auch das richtige Timing meist sehr ernst. War es schwierig, mit anderen Comedians zu arbeiten und das Timing aufeinander abzustimmen?
Es ist immer eine Herausforderung, denn Comedians haben ein starkes Konkurrenzverhalten. Wir wollen einfach immer lustiger sein als der andere. So kämpfen wir das aus, wir wollen den anderen einfach immer toppen. Martin Lawrence und ich haben uns aber sehr gut ergänzt. Die anderen beiden, John und Will, kommen mehr vom Schauspielern. Sie haben zwar schon viele lustige Filme gemacht, sind aber keine professionellen Komiker. Es war also immer ein Spass machen mit ihnen gemeinsam. Martin und ich haben in dieser Hinsicht aber wirklich zusammengearbeitet. Wir haben auch ziemlich am Timing gefeilt, auch wenn es nur kleine Dinge sind und wir uns beispielsweise gegenseitig im genau richtigen Augenblick anschauen oder auf etwas reagieren. Es war wundervoll, mit jemandem aus dem selben Fach zu arbeiten.

[Tim Allen wurde interviewt von Portmann Media]

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