Login anzeigen

Das meinen die User

m&m's

3.94 m&m's | 319 User

Alle Kommentare (10) m&m's Movie Charts

1 User haben ihre Watchlist nicht freigegeben.

Watchlist-Charts

300 - Interview

Auf Watchlist setzen

1

User

Land (Jahr): USA (2007)
Genre:Action, Adventure, Drama, War
Filmlänge:117min
Regie:Zack Snyder
Kinostart:05.04.2007
 21.03.2007 (Romandie)
 23.03.2007 (Tessin)

mehr +

Jetzt DVD bestellen

Zack Snyder: «Mich interessiert die Realität nicht besonders.»

Um einen Spartanerfilm zu drehen, muss man nicht nach Griechenland gehen.

vergrössern

Zack, es freut mich sehr, Sie hier am Filmfestival in Berlin zu treffen. Sie wirken sehr passioniert, wenn es um «300» geht, denn es ist ein Projekt, das «grösser als das Leben» ist. Aber ich glaube, Sie haben erreicht, was Sie wollten. Ist das richtig?
Ich denke schon. Ich bin wirklich glücklich mit dem Film und mag ihn sehr.

Er ist in jeder Szene bis ins kleinste Detail stilisiert. Ist es nicht ein Alptraum, das alles zu überprüfen und sicherzustellen, dass jeder Schnitt und jede noch so kleine Sequenz so ist, wie Sie sie haben wollen?
Es ist ein bisschen zwiespältig... Das ist halt so, wenn man einen Film macht. Also für mich jedenfalls. Mich interessiert dabei die Realität nicht besonders. Mich reizt vielmehr die Oper der Realität, was immer das auch ist. Ich wüsste gar nicht, wie man den Film anders hätte machen können. Wir haben im Studio gedreht, weil wir nirgendwo anders hingehen konnten. Die Leute fragten mich, warum ich vor dem Bluescreen drehe und ich sagte, dass ich nicht wüsste, wo wir sonst hingehen könnten. Wir mussten das einfach so machen.

Die Kamera und ihre Führung erzählt in diesem Film mehr von der Geschichte als in den meisten anderen Filmen. Es muss sehr wichtig für Sie gewesen sein, eine gute Kamera zu haben und jede einzelne Farbe zu analysieren. Erzählen Sie.
Ja, absolut. Mein Kameramann Larry Fong und ich haben das gemeinsam gemacht. Es war ein sehr langwieriger Prozess, in dem wir herausfinden mussten, wie wir die Requisiten, den Himmel, die Hintergründe und alles andere kolorieren mussten, damit sie ein gutes Bild abgeben und auch vom Kontrast her zusammen harmonieren.

Jenseits der Graphic Novel von Frank Miller - Sie mussten für diesen Film jedem einzelnen Schauspieler klar machen, was es heisst, ein Spartaner zu sein. Sie mussten also richtig in diese Kultur eintauchen. Es war sehr wichtig für sie, jeden Tag in Strumpfhosen auf dem Set herumzulaufen, damit sie auch an sich selbst glauben können. Ist das richtig?
Absolut. Das wurde mit der Zeit allerdings immer lockerer und die Schauspieler waren so überzeugte Spartaner, dass sie sich in diesen Outfits immer wohler fühlten. Das war fantastisch.

Erzählen Sie etwas darüber, wie Sie in die spartanische Kultur eingetaucht sind und was sie bedeutet.
Es ist witzig, Frank Miller sagte, dass er eine Graphic-Novel geschrieben habe, wo die Spartaner einmal nicht die bösen Jungs sind. Das waren sie ja schon in Troy. Ich denke allerdings überhaupt nicht, dass die Spartaner in diesem Film unbedingt die Guten sein müssen. Sie beschützen einfach die westliche Kultur. Ich sage jetzt nicht verbindlich, dass sie demokratisch sind. Sie sind einfach ein Blut-Instrument und wie mit einem Fluch belegt, denn sie sind glücklich, wenn sie in der Schlacht sterben dürfen.

[Zack Snyder wurde interviewt von Portmann Media]

Gerard Butler: «Ich bin verblüfft, wieviele Frauen diesen Film mochten.»

Gerard Butler musste um seine Rolle als «Leonidas» erst mal betteln.

vergrössern

Gerard, es ist ein Vergnügen, Sie hier am Venedig Filmfestival treffen zu dürfen. Ich weiss, dass sie bezüglich «300» sehr passioniert sind, und Sie versucht haben, Zack Snyder zu überzeugen, sich für Sie zu entscheiden. Ich denke, Sie haben den Kern der Geschichte sehr persönlich genommen, und das sieht man auch auf der Leinwand. Was war Ihr vordergründiges Ziel?
Auf eine Art war dieser Film wie Schicksal für mich. Ich habe schon ein paar ähnliche Rollen gespielt, habe dann gesagt, ich würde es nicht mehr tun, und dann kam das hier. Ich spürte, das ist die Rolle, die ich immer vermisst habe, das ist die Rolle, die soviel mehr zu sagen hat, die über so viel mehr Power verfügt, und die gleichzeitig einen düsteren Einschlag einnimmt. Denn er (Leonidas) ist kein sauberer und einfühlsamer Held. Er ist düster und brutal. Ich weiss nicht, was es damit auf sich hat, aber mein Leben dreht sich oftmals um das Hinterfragen von Mythen, von Werten - manche, die ich teile, manche, die ich nicht teile. Aber unabhängig davon, ob ich sie teile oder nicht, kann ich verstehen, was sie bedeuten. Und ich liebe es, genau das darzustellen, diese Botschaft weiterzugeben. Denn, wenn ich eine derart starke Beziehung zur Rolle spüre und mir denke, wow, wenn jetzt irgendjemand anders ebenfalls so fühlt, was bei vielen natürlich nicht der Fall ist, aber wenn sie es tun - genau wie es damals auch mit dem Phantom der Oper war - da weiss man, wenn sie es auch spüren, dann wird's eine tolle Sache.

Das war meiner Meinung nach auch das, was ich so gut fand am Film. Nämlich, dass man vieles hineinprojizieren kann, was immer man auch in der Story erkennen möchte. Es liegt ihr eine emotionelle und auch eine ästhetische Botschaft zugrunde. Auch physisch mussten Sie ja einiges leisten. Somit ist es ein Film, der diverse Zielgruppen für sich vereinnahmt. Sind Sie damit einverstanden?
Ich stimme Ihnen voll und ganz zu! Ich bin verblüfft, wie viele Frauen diesen Film mochten. Auch wenn er blutig ist, ist er gleichzeitig wunderschön. Er hat eine besondere Intimität und einen berauschenden künstlerischen Aspekt genauso wie romantische Elemente und zudem etwas in Bezug auf die extreme Maskulinität dieser Figuren, die ebenfalls ansprechend ist. Nicht jetzt persönlich; sondern mehr, wie man zu diesen Figuren eine Verbindung aufbaut, und dazu, was sie durchmachen. Natürlich kämpfen wir nicht alle in einer derart riesigen Schlacht, aber irgendwie wir tun es eben doch, in unserem alltäglichen Leben.

War es auch das, woran Sie dachten, als Sie in Strumpfhosen herumrannten, dennoch aber grosses Selbstvertrauen verspürten, da Sie wussten, dass da mehr dahinter steckt?
Ja. Ehrlich gesagt, wusste ich nicht, dass ich Strumpfhosen tragen werde. Ich dachte es würde nur der Hüftgurt sein (schmunzelt) ...

(unterbricht) Ziemlich freizügig. Was übrigens alle Frauen sehr genossen haben.
(lacht) Ja, man kommt sich etwas blöd vor das erste Mal wenn man das Zeugs anzieht. Aber am Ende nimmt man richtiggehend Besitz davon. Und das ist letztlich, was einen in die Rolle reinversetzt. Wenn ich da rumgelaufen wäre mit ein Paar Jeans an und einem T-Shirt, hätte ich mich nie wie Leonidas gefühlt. Es muss dann auch wirklich so extrem sein, um eine solch extreme Geschichte zu erzählen.

Was denken Sie - um nochmals zurück zu kommen auf den ästhetischen und den physischen Aspekt - ist die grösste Errungenschaft in diesem Film?
Ehrlich gesagt wäre das Zack Snyder und das, was er mit dem Film gemacht hat. Ich bin - ausnahmsweise mal - zufrieden mit meiner Leistung, aber was er letztlich fertig gebracht hat zusammen mit dem Visual Effects-Team, ist ein bahnbrechender Film, der frisch ist in jeglicher Hinsicht. Aber mehr als alles andere ist er so etwas von voll gestopft, es ist eine reinste Sinnesexplosion! Man kommt raus und zittert vor Aufregung! Ich hab noch nie so was gesehen.

[Gerard Butler wurde interviewt von Portmann Media]

weitersagen