World Trade Center - Interview
| Land (Jahr): | USA (2006) |
| Genre: | Drama |
| Filmlänge: | 129min |
| Regie: | Oliver Stone |
| Kinostart: | 28.09.2006 |
| 27.09.2006 (Romandie) | |
| Kamera: | Seamus McGarvey |
Maria Bello: «Der Film kann eine heilende Wirkung haben.»
Mario Bello über die heilende Wirkung eines Katastrophenfilms.
«World Trade Center» ist ein toller Film, der nun endlich in die Kinos kommt. Sprechen wir aber zuerst über die Atmosphäre am Festival. Erzählen Sie ein wenig.
Die Atmosphäre hier ist toll und ich habe sehr viel Spass. Venedig kommt mir vor wie Hollywood East. Es hat so viele tolle Leute hier und man fühlt sich wie an einem High School-Treffen. Jeder geniesst die Zeit mit den anderen, man geht zu verschiedenen Partys und schaut sich die Filme der anderen an. Es macht wirklich sehr viel Spass.
Wie ist es für Sie, in einem Film mitzuspielen, auf den die Leute schon lange gewartet haben. Denken Sie, dass es der richtige Zeitpunkt ist für diesen Film?
Nun, nach Pearl Harbour wurden noch im selben Jahr sieben Filme über dieses Ereignis gemacht. Das ist auch ein Weg, um solche Tragödien zu verarbeiten. Unser Film dreht sich um die Tragödie dieses einen Tages aber auch um die Beziehung zwischen den Menschen, die diesem gemeinsam überlebt haben. Der Film kann für all jene, die damals betroffen waren auch eine heilende Wirkung haben und beim Verarbeiten helfen.
Als Vorbereitung für diesen Film haben Sie mit vielen betroffenen Menschen gesprochen. Was für Eindrücke haben Sie sammeln können? Gab es bei diesem Film mehr Kontakte zu anderen Menschen als bei anderen Projekten?
Oh ja, die McLoughlins haben uns mit offenen Armen empfangen. Ich habe Donna nach ihren eigenen Erfahrungen und Gefühlen gefragt. Diese habe ich dann versucht, vor der Kamera so gut wie möglich umzusetzen.
Sie haben bestimmt viele Schicksale, Verhaltens- und Lebensweisen studiert. Das war bestimmt sehr wichtig, um den richtigen Eindruck vermitteln zu können.
Das ist richtig. Wenn man den echten John McLoughlin trifft und anschliessen Nicolas Cage im Film sieht, merkt man, wie ähnlich sie sich sind. Nicolas hat hier einen fantastischen Job gemacht. Stellen Sie sich vor, er war unter diesen Trümmern begraben und konnte für eine sehr lange Zeit nicht einmal seine Arme und Beine zu bewegen. Er musste alles mit seiner Mimik, seinem Ausdruck in den Augen und seiner Stimme machen. Das ist eine unglaubliche Leistung.
Wie haben Sie die Reaktionen von den Leuten erlebt, die den Film schon gesehen haben?
Viele Leute gingen in den Film und wollten das ganze eigentlich gar nicht sehen. Als sie dann herauskamen haben sie uns gedankt, dass sie den Film sehen durften. Das Publikum hat verstanden, dass es ein sehr persönlicher Film ist.
Der Regisseur Oliver Stone hat ganze Arbeit geleistet. Sein Film berührt das Publikum auf emotionaler Ebene und vermittelt sehr persönliche Menschliche Gefühle und keine politischen Hintergründe. Wie habe Sie das erlebt?
Genau so wie Sie es gesagt haben. Es ging uns nicht darum, uns politisch zu positionieren. Wir wollten einfach ein Ereignis zeigen, das einen grossen Platz in der amerikanischen und der Weltgeschichte der letzten zehn Jahre einnimmt. Wir finden es wichtig, dass man so etwas auch im Kino sehen kann.
Es wird bestimmt noch mehr Filme zu 9/11 geben. Was denken Sie, welchen Blickwinkel werden die zukünftigen Projekte zu diesem Ereignis haben?
Ich bin mir nicht sicher. Es gab so viele einzelne persönliche Schicksale an diesem Tag. Wir haben nur zwei davon herausgepickt. Ich bin überzeugt, dass noch sehr viele folgen werden.
Und was ist mit Ihnen? Was ist Ihr nächstes Projekt?
Ich arbeite derzeit mit Allen Ball an einem Film, der nächstes Jahr in die Kinos kommen wird. Ich habe auch in „Jane Austens Book Club“ mitgespielt. Das ist meine erste romantische Komödie und ich freue mich sehr über diesen Film. Er kommt auch nächstes Jahr heraus.
Lassen Sie uns noch über Ihren Stil sprechen. Sie sind modisch immer up to date. Was für Tipps können Sie uns geben für einen Anlass auf dem roten Teppich? Was soll man da anziehen?
Es muss einfach etwas sein, in dem man sich heiss fühlt (lacht). Das ist das wichtigste, dass man sich wie eine Million Dollar in einem Kleid vorkommt.
[Maria Bello wurde interviewt von Portmann Media]
Nicolas Cage: «Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen.»
Nicolas Cage über die Zusammenarbeit mit Oliver Stone und die Tragik von «World Trade Center».
Nicolas Cage, was war das für eine Erfahrung, mit Oliver Stone zu arbeiten? Wollten Sie das schon immer einmal tun?
Nun, ich bin schon seit Ewigkeiten ein Fan seiner Filme. Wir haben auch schon jahrelang versucht, einmal zusammen etwas zu machen. Ich bin sehr glücklich, dass es nun endlich geklappt hat. Vor allem mit diesem Skript. Das ist das Tollste, was ich je über Menschen im Überlebenskampf gelesen habe. Mit «World Trade Center» ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich konnte einen tollen Film gemeinsam mit einem unglaublich talentierten Regisseur drehen.
World Trade Center ist ein sehr tragischer Film. Was hat Sie daran inspiriert.
Ja, das ist wahr, die Geschichte hat viel Konfliktpotenzial. Ich meine, das World Trade Center wurde angegriffen. Dazu kommen auch Polizisten während eines Einsatzes ums Leben. Man könnte diese Liste noch fast unendlich weiterführen. Was aber inspirierend ist am Ganzen, ist die Art, wie die einzelnen Personen zusammenhalten und gemeinsam diese Krise überlebten.
Haben Sie den echten John McLoughlin, den Sie im Film ja verkörpern, zuvor getroffen? Und wussten Sie, was er vom Filmprojekt hielt?
Ich wusste nicht, was er über unser Projekt denkt. Bevor ich ihn getroffen habe, war ich sehr nervös, denn ich habe noch nie mit jemandem gesprochen, der so etwas durchgemacht hat. Wenn man dann begreift, was dieser Mann wirklich erlebt hat, macht einen das schon fertig. Er war aber sehr zuvorkommend und hat mir unglaublich viel erzählt. Das war extrem hilfreich für meine Rolle. Er hat mir auch private Videos mitgegeben, damit ich die studieren konnte. Er war wirklich eine sehr grosse Hilfe.
[Nicolas Cage wurde interviewt von Portmann Media]
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