Die Zeiten sind allerdings vorbei. «Der bewegte Mann» ist - man kann es kaum glauben - bereits mehr als zehn Jahre alt, und nach einem sehr kurzen Abstecher nach Hollywood und einem unsäglichen, in Frankreich produzierten «Lucky Luke»-Streifen macht Til Schweiger wieder das, mit dem er am meisten Erfolg hatte: Er dreht deutsche Komödien.
In Anno Sauls Film spielt er den titelgebenden Fred, einen Bauarbeiter mit Ambitionen, dessen beruflicher und privater Aufstieg kurz bevor steht und zwar in Form einer Heirat. Freds Angebetete Mara, die Tochter seines Chefs, hat nun aber einen verzogenen Jungen namens Linus zum Sohn, an dem auf dem Weg zum Traualtar kein Weg vorbeiführt. Fred muss sich mit dem Quälgeist anfreunden, und dies ist nur möglich, wenn er Linus einen Basketball mit Originalautogramm von dessen Lieblingsspieler schenkt. Ein Ball aus dem Fanshop tuts da nicht, es muss ein echter Siegerball sein. Dieser wird am Ende jedes Spiels traditionell ins Publikum geworfen - in die Behindertenloge. Kein Hindernis für Fred, der sich von seinem Freund Alex (Jürgen Vogel) auf die Behindertentribüne karren lässt und dort auch prompt den Ball ergattert.
Alles läuft wie geschmiert, bis plötzlich ein Filmteam auftaucht, das einen Imagefilm für den Basketballclub dreht und sich gleich auf den attraktiven Fred stürzt. Da Fred den Schwindel nicht auffliegen lassen will, willigt er ein und muss von nun an zwei Leben - das des heiratswilligen Bauarbeiters und das des Schwerbehinderten - aneinander vorbeibringen.
Natürlich gebe es bereits am Plot einiges zu mäkeln - Schweiger und Vogel als Bauarbeiter? Und warum steht Fred überhaupt auf die doofe Kuh Mara? -, aber gute Komödien leben ja selten von der Geschichte, sondern meist von der Umsetzung. Sitzen die Sprüche, ziehen die Pointen, stimmt das Timing? Machen wirs kurz: Der Film funktioniert nicht. Dass Regisseur Saul kein Meister des filmischen Humors ist, hat sich bereits in seinem mässigen «Kebab Connection» abgezeichnet und dürfte nun endgültig feststehen. «Wo ist Fred?» möchte gerne frech und ein bisschen politisch unkorrekt sein, ist aber meist lahm und verklemmt. Einzelne gelungene Momente können nicht darüber hinweg täuschen, dass der Film nie richtig in Gang kommt und jede Wendung schon lange im Voraus absehbar ist.
Ich finde den Film äusserst amüsant und unterhaltsam.