Wir schreiben das Jahr 2027, es ist der Tag an dem Baby Diego, mit 18 Jahren der jüngste Erdenbürger, von einem fanatischen Fan getötet wird. Die Welt ist mit Unfruchtbarkeit geschlagen und auch sonst nicht in allzu gutem Zustand. Einzig England hat sich dank einer rücksichtslosen Politik halbwegs halten können. Ein quasi-totalitäres Regime geht ebenso rücksichtslos gegen Immigranten wie gegen politisch Andersdenkende vor.
In dieser trostlosen Zukunft taucht ein Schimmer Hoffnung in Form einer schwangeren Frau auf, einer - welch Ironie des Schicksals - schwarzen Immigrantin. Doch die junge Kee, diese Mischung aus schwarzer Eva und Maria, wird im Handumdrehen zum heiss umkämpften Symbol: Die Regierung will ihre Existenz geheim halten, die verschiedenen Rebellengruppen dagegen sehen in ihr ein Mittel zur Propaganda.
Hauptfigur Theo (Clive Owen) weiss von alledem nichts, als sich seine Verflossene Julia (Julianne Moore) bei ihm meldet und ihn um Hilfe bittet. Über seinen Bruder könnte Theo die Papiere verschaffen, die nötig sind, um Kee in die Obhut des «Human Project» zu bringen, einer sagenumwobenen Geheimorganisation, deren Ziel die Rettung der Menschheit ist. Angesichts der schwangeren Kee bleibt auch der desillusionierte Theo nicht gleichgültig. Er wird zu ihrem Beschützer, der alles daran setzt, sie an ihren Bestimmungsort zu bringen.
Regisseur Alfonso Cuarón hat bereits mit «Harry Potter and the Prisoner of Azkaban» gezeigt, dass er es versteht, scheinbar triviale Stoffe stimmig umzusetzen. Auch «Children of Men» wirkt trotz der reichlich abwegigen Ausgangslage nie abgehoben; diese Zukunft mit ihren Strömen von Migranten, ihren fanatischen Terroristen, Bombenanschlägen und der hochgerüsteten Polizei scheint vielmehr unheimlich vertraut. Cuarón «erdet» den Film fortlaufend und lässt ihn nie abdriften - weder ins reine Spektakel noch in Endzeitkitsch. So ist «Children of Men» trotz viel Militärpräsenz kein Actionstreifen - Owen, der den Helden wider Willen perfekt verkörpert, nimmt während des ganzen Films nie eine Waffe in die Hand -, sondern ein kraftvoller Film über die Hoffnung in hoffnungslosen Zeiten.