The Break-Up - Interview
| Aka Titel: | Trennung mit Hindernissen |
| Land (Jahr): | USA (2006) |
| Genre: | Comedy, Romance |
| Filmlänge: | 106min |
| Regie: | Peyton Reed |
| Kinostart: | 10.08.2006 |
| 21.06.2006 (Romandie) | |
| Kamera: | Eric Alan Edwards |
Aniston: «Dieser Bullshit in der Boulevardpresse ist meist nicht einmal wahr.»
Die Schauspielerin meint, sie habe in Bezug auf ihre Rollenauswahl auch schon Fehlgriffe gehabt, aber mittlerweile wisse sie, was zu ihr passe.
Jennifer, schön Sie hier in Deutschland zu treffen. Es war toll, «The Break-Up» zu sehen. Ihnen hat der Dreh offensichtlich auch grossen Spass gemacht?
Ja, definitiv. Ich habe es sehr genossen. Wir sehen eine Story über eine Beziehung. Normalerweise wird ja in einer romantischen Komödie gezeigt, wie sich zwei Menschen verlieben und glücklich miteinander werden. Wir haben das ganze jetzt ein wenig aufgefrischt. In diesem Film dreht sich die Geschichte um das Zusammen- beziehungsweise Auseinanderleben eines Paares. Obwohl da sehr viele Emotionen und Momente mit Herz vorkommen, haben wir versucht, das Ganze so lustig wie möglich darzustellen.
Sie verstehen sich mit Vince Vaughn ja auch neben der Kamera bestens. War dies die Basis für viele Improvisationen?
Manchmal tut man es und manchmal nicht. Vince Vaughn und ich hatten jedoch eine sehr ähnliche Auffassung vom Drehbuch. Wir beide lieben es, zu improvisieren. Wir hatten viel Spass dabei. Viele denken, das sei fürchterlich, aber für uns war es viel einfacher so.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie Drehbücher von Komödien bevorzugen, denn Sie sind schliesslich mit einer Komödie berühmt geworden. Wie suchen Sie sich ihre Rollen in Komödien aus?
Ich sehe beim Durchlesen des Skripts immer sehr schnell, ob mir die Art von Humor entspricht oder nicht. Ich hatte aber auch schon Fehlgriffe, wo ich sagen musste, dass mir ein Film nicht gelungen ist. Mittlerweile habe ich meinen Blick ein wenig dafür geschult, welche Rolle zu mir passt und wo ich etwas Gutes abliefern kann.
Mit «The Break-Up» habe Sie sich für eine dramatische Komödie entschieden. Wäre Ihnen eine reine Komödie nicht lieber gewesen?
Nein, denn ich liebe es, eine Balance zu finden. Das Leben ist schon eine Komödie und ein Drama zur selben Zeit. Es ist alles eine Mischung. Die TV-Stationen beispielsweise legen sich auch nicht nur auf Actionfilme oder Komödien aus. Deren Programm ist auch bunt gemischt.
Gab es in Ihrem Leben auch schon Momente wo Sie sich gewünscht haben, nicht berühmt zu sein?
Heute! (lacht) Natürlich. Aber ich liebe meinen Job. Trotzdem gibt es an manchen Tagen immer Dinge, die dich nerven. Es ist aber ein spezielles Business, wo die Leute teilweise denken, sie könnten ihre Exzesse frei ausleben. Das verwundert mich manchmal schon ein wenig.
Sie müssen aber sehr darauf achten, was Sie in Ihrem Privatleben tun. Ein Fehltritt wird sofort in der Öffentlichkeit breitgetreten. Haben Sie das immer im Hinterkopf?
Ich denke immer daran. Es ist eine Schande, dass die Leute so vom Boulevardjournalismus eingenommen sind. Mittlerweile erfährt man ausserhalb des Kinos mehr über die Schauspieler als in ihren Filmen. Dieser Bullshit in der Boulevardpresse ist ja meist nicht einmal wahr. Es wird einfach zu viel Wert auf Sensationen gelegt. Aber das ist halt ein Teil des Geschäfts.
Meine letzte Frage: Sie leiden ja bekanntlich unter Flugangst...
Das ist zum Glück nicht mehr so schlimm. Ich darf mir einfach nicht nach jedem Flug einreden, dass ich bald wieder fliegen muss. Dadurch, dass ich relativ viel fliege, habe ich die Angst ein wenig in den Griff bekommen. Aber ich mag es einfach nicht, wenn ich etwas so Wichtiges nicht unter Kontrolle haben kann.
[Jennifer Aniston wurde interviewt von Portman Media]
Vaughn: «Es ist ein guter Zeitpunkt, das Publikum zum Lachen zu animieren.»
Der Komödiant betont, dass Jennifer Aniston nicht die weibliche Hauptrolle in «The Break-Up» bekommen hat, weil sie Vaughns Freundin ist, sondern weil die Comedy-Szenen mit ihr ablaufen wie ein Tennismatch.
Der Film «The Break-Up» ist sehr reizend, weil in Details eine Beziehung so aufzeigt, wie sie wirklich sein könnte. Wie denken Sie darüber?
Ich habe schon viele Skripts von romantischen Komödien gelesen und es war jedes Mal fast exakt dieselbe Geschichte. Ich fand es deshalb sehr interessant, einen Film zu drehen, wo das Ende einer Beziehung dargestellt wird. Es hat mir ausserdem gefallen, dass dies auf eine sehr witzige Art und Weise erzählt wird und im Film einige grosse Lacher vorkommen, obwohl teilweise ein sehr herzerweichender Stoff vermittelt wird.
Denken Sie, dass Ihre Rolle viel mit der Realität gemeinsam hat? Und erkennen Sie sich in der Rolle selbst wieder? Haben Sie diese Kommunikationsprobleme auch?
Es war natürlich schon eine Rolle, die ich spezifisch für diesen Film gespielt habe. Aber ich denke, alle Männer - vor allem jüngere - haben das Problem, dass sie in einer Beziehung zu wenig kommunizieren und zu wenig davon erzählen, wie sie sich fühlen. Viele sind einfach zu stolz dazu. Der Film zeigt auf, zu was das führen kann, wenn man die Kommunikation vernachlässigt und so der Beziehung schadet.
Warum haben Sie sich für diese Rolle entschieden?
Ich habe darauf geachtet, dass Stoff vorhanden ist, über den man Lachen kann. Es musste aber auch «Herz»-Momente dabei haben. In «The Break-Up» gibt das eine schöne Abwechslung zwischen Szenen, in denen man mit den Protagonisten mitfühlen kann und anderen, wo man herzhaft lachen und sich dabei entspannen kann. Das ist ein wenig so wie im richtigen Leben. (schmunzelt)
Sie wollten in dieser Komödie jedoch nicht allein für die Gags zuständig sein?
Ja, deshalb kam für diesen Film auch nur Jennifer Aniston für den weiblichen Part in Frage. Ich mag es, wenn die Szenen mit Männern und Frauen wie ein Tennismatch ablaufen. Wie etwa in «Wedding Crashers». Da hatten meine Schauspielerkollegin und ich witzige Szenen in derselben Einstellung. Ich mag es nicht, wenn beispielsweise der Typ einen One-Man-Sketch abzieht und die Frau sitzt nur daneben und sieht gut aus. Um dies zu verhindern wollten wir eben Jennifer dabeihaben.
Bekam Jennifer Aniston die weibliche Hauptrolle, weil sie auch im Privatleben Ihre Lebenspartnerin ist? Oder hatte das keinen Einfluss?
Darüber haben wir uns gar keine Gedanken gemacht, wir dachten wirklich nur an den Film. Denn in einem Drama kann man nicht mit allen gleich gut zusammenspielen. Wir hatten schon beim Schreiben des Drehbuchs - damals war ich noch nicht mit ihr zusammen - Jennifer im Kopf und hofften, dass sie zusagen würde. Glücklicherweise hat sie das getan.
Durch Ihren Beruf stehen Sie sehr viel im Rampenlicht. Ist es einfach, mit 250 Paparazzi zurechtzukommen, die alle etwas von Ihnen wollen?
Diese Leute machen doch auch nur ihren Job. Die müssen ihren Zeitungen oder TV-Magazinen schliesslich auch etwas liefern. Das ist nicht persönlich, sie würden mit jedem in dieser Position so umgehen, wenn sie denken, dass es eine Story hergeben könnte. Ich sehe mich selbst aber lediglich als Schauspieler und ich versuche einfach bei dieser Arbeit das Beste zu geben und mich darauf zu fokussieren.
Fokus auf die Komödie. Man liebt Sie vor allem als Komödianten. Ich denke, der Trick dabei ist, möglichst viele verschiedene Komödien auszusuchen... Wieso haben Sie gerade diese Sparte Film für sich ausgewählt?
Ich habe mich vor allem auf Komödien konzentriert, weil ich denke, dass die Leute bei den aktuellen Verhältnissen in unserer Welt vermehrt lachen sollten. Ich denke wirklich, dass es ein guter Zeitpunkt ist, das Publikum zum Lachen zu animieren. Mit diesem Film ist uns das, glaube ich, auch ganz gut gelungen. Vor allem, weil er eine Abwechslung zum üblichen Hollywood-Alltag darstellt und ein Thema aufgreift, dass sonst eher ein Schattendasein geniesst. Ich denke auch, dass gerade deswegen allen die Möglichkeit geboten werden sollte, verschiedene Sachen zu machen.
[Vince Vaughn wurde interviewt von Portman Media]
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