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Shoppen - Interview

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Ralf Westhoff: «Man geht nicht mehr los, um sich irgendwo zu verlieben und die andere Person einfach kennen zu lernen.»

Ralf Westhoff, Regisseur und Drehbuchautor der neuen Singlekomödie «Shoppen», über Singles und modernes Kennenlernen.

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Ralf Westhoff, um was geht es in «Shoppen»?
In einem Satz: Es geht um 18 Singles in einer Grossstadt, die versuchen, sich gegenseitig kennen zu lernen indem sie an einem Speed-Dating teilnehmen. Aber für mich geht es im Film natürlich um viel mehr, das war nur der Rahmen. Der Rahmen des Speed-Datings bot mir die schöne Gelegenheit, 18 Menschen in einer Grossstadt miteinander sprechen zu lassen. Da werden die unterschiedlichsten Themen behandelt. Es ist ein kleines Angebot für den Zuschauer, sich das anzuhören und sich ein Bild zu machen und über das Eine oder Andere nachzudenken oder vielleicht auch einfach nur Spass zu haben.

Welche Art von Film ist «Shoppen»?
Es handelt sich dabei um eine Komödie und dies ist mir auch wichtig, weil ich es sehr gerne mag, wenn im Kino gelacht wird und man dieses nicht immer heitere Thema auch von einer heiteren Seite sehen kann. Und es ist eine Komödie, die einen - meiner Ansicht nach - nicht unterfordert.

Welche Themen behandelt der Film hauptsächlich?
Es ist ein Film, der das Thema Singles behandelt. Allerdings nicht nur dieses Thema, denn es gibt im Grunde drei Ebenen. Wenn sich zwei Menschen beim Speed-Dating treffen und miteinander sprechen, dann geht es auf der ersten Ebene - oberflächlich gesehen - natürlich darum, ob die beiden zusammenkommen und sich finden können. Aber darunter wird natürlich auch ein Thema behandelt. Wenn man ein Date hat, wird man selten darüber sprechen, wie es einem als Single geht. Die sprechen über alles mögliche. Das war für mich als Autor natürlich sehr spannend, im Kontext eines Singlefilmes alle möglichen Themen behandeln zu können. Dann gibt es noch eine dritte Ebene. Die beiden unterhalten sich: Was wollen sie mit dem Thema, das sie gerade besprechen, ausdrücken? Wie reagieren sie aufeinander? Da ist man dann ganz schnell wieder bei der ersten Ebene: Kommen die beiden zusammen?

Nach welchen Kriterien haben Sie die Schauspieler ausgewählt?
Bei der Auswahl der Schauspieler war es mir wichtig, Leute zu finden, die man nicht jeden Tag auf der Leinwand sieht. Auf der anderen Seite wusste ich aber auch, dass dieser Film ein Schauspielerfilm ist und von ihnen getragen wird. Die Schauspieler müssen also toll sein. Da ist man dann ganz schnell im Theater, denn da sind tolle Leute, die man aber nicht jeden Tag im Fernsehen oder auf der Leinwand sieht. Ich bin dann viel ins Theater gegangen und habe die entsprechenden Leute danach angesprochen und ihnen das Drehbuch gegeben. Ich habe auch sehr wenig Absagen bekommen und es war eine schöne Arbeit.

Wie kamen Sie auf den Titel «Shoppen»? Hat das etwas mit Einkaufen zu tun?
«Shoppen» kommt tatsächlich von «einkaufen». Da steckt natürlich eine gewisse Kritik drin. Man geht nicht mehr los, um sich irgendwo zu verlieben und die andere Person einfach kennen zu lernen, sondern man hat gewisse Vorstellungen und wie beim Einkaufen in der Boutique lässt man sich etwas vorlegen und blättert sozusagen durch die Kleiderbügel und schaut, ob die gewünschten Eigenschaften bei dem anderen in ausreichendem Masse vorhanden sind. Wenn dem nicht so ist, geht man eben zum nächsten Speed-Dating.

[Ralf Westhoff wurde interviewt von Portmann Media]

Matthias Bundschuh: «Ich vermute, dass mancher sich in dem Film wiederfinden wird.»

Der Schauspieler Matthias Bundschuh weiss, weshalb seine Figur in «Shoppen» noch Single ist

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Matthias Bundschuh, erzählen Sie etwas über Ihre Figur in «Shoppen».
Meine Figur Thorsten ist ein Controller, der in seinem Beruf aufgeht, aber irgendwann merkt, dass er völlig ignoriert hat, dass er auch als Privatmensch Bedürfnisse hat. Er versucht dann, bei diesem Speed-Dating eine Partnerin zu finden. Das ist für Thorsten insofern schwierig, weil er von seinem Beruf als Controller sehr geprägt ist. So versucht er eben auch da, alles systematisch im Griff zu haben und geht daher die Sache sehr pragmatisch an. Das ist - glaube ich - sein grösstes Problem bei diesem Speed-Dating.

Was halten Sie vom Film?
Ich glaube, dass Ralf (Westhoff, Regisseur) mit dem Film die heutige Singlegesellschaft sehr gut getroffen hat. Gerade durch dieses Prinzip des Kaleidoskops, dass mehrere Figuren nur angerissen und dann aber ziemlich treffend in Kürze gezeichnet werden. Dieses Kaleidoskop ist ein ganz treffendes Bild. Ich vermute, dass mancher sich in dem Film wiederfinden wird.

War Ihre Rolle eine grosse Herausforderung für Sie?
Eine Figur mit so wenigen Szenen zu spielen bietet auf der einen Seite natürlich eine Schwierigkeit, da man nicht die Gelegenheit hat, grosse Bögen zu zeigen. Auf der anderen Seite, und da bin ich Ralf Westhoff sehr dankbar, hat er sich in diesem Film sehr neuralgische Punkte ausgedacht hat, wo jede Figur - ich glaube, das ist fast bei jeder Figur geglückt - typische Momente hat, die sich dann im Laufe des Films zu den jeweiligen Charakteren fügen. Das ist natürlich eine Herausforderung, aber da hat Ralf uns allen sehr geholfen.

Wie sieht es mit dem Humor im Film aus?
Ich finde dies ist etwas, was den Film auszeichnet. Jede Figur ist sehr liebevoll gezeichnet. Ich glaube, deswegen hat das uns allen so Spass gemacht, weil Ralf Westhoff einen Humor hat, der die Figuren nicht blossstellt, sondern wo man das Gefühl hat, dass sie freundlich betrachtet werden.

[Matthias Bundschuh wurde interviewt von Portmann Media]

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