Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest - Interview
| Aka Titel: | Fluch der Karibik 2 |
| Land (Jahr): | USA (2006) |
| Genre: | Action, Adventure, Comedy, Fantasy |
| Filmlänge: | 150min |
| Regie: | Gore Verbinski |
| Kinostart: | 27.07.2006 |
| 02.08.2006 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Ted Elliott |
Orlando Bloom: «Es ist grossartig, mit Johnny Depp zusammenzuarbeiten.»
Schön zu hören: Orlando Bloom hat die Dreharbeiten der «Pirates»-Reihe sehr genossen und liebt es, mit Johnny Depp zusammen zu spielen.
«Pirates Of The Caribbean 2» ist ein spezielles Projekt...
Ja, absolut. Denn der erste Film war entgegen unseren Erwartungen unglaublich erfolgreich. Allerdings war es wirklich ein Film für jedermann. Grossmütter waren mit ihren Enkeln im Kino, Väter mit ihren Söhnen - er hat wirklich alle angesprochen. Auch Teil zwei ist ein toller Action-/Abenteuerfilm geworden. Vor allem natürlich Johnny Depp mit seiner fantastischen Performance von Captain Jack Sparrow. Er ist einfach unglaublich. Es hat mir viel Spass gemacht, wieder in diesem Team zu arbeiten und Teil 2 und 3 von «Pirates of the Caribbean» zu drehen. Es war allerdings eine grosse Herausforderung, die bösen Piraten vom ersten Teil, die sich im Mondlicht in Skelette verwandelt haben, zu übertreffen. Ich denke aber, mit dem legendären Davy Jones und seinem geschichtlichen Hintergrund bei der East India Trading Company haben wir das geschafft.
Wie speziell ist die Rolle des Will Turner für Sie?
Es ist eher ungewöhnlich, eine Rolle in einem grossen Sommer-Blockbuster zu haben. Darum freut es mich natürlich umso mehr! Die Rolle des Will Turner bedeutet mir sehr viel.
Johnny Depp spielt Captain Jack Sparrow mit so viel Enthusiasmus, dass ihm nachgesagt wird, er sei für diese Rolle geboren. Spüren Sie diesen Spirit am Set?
Ja, definitiv. Jeder auf dem Set liebt es, ihn in dieser Rolle zu sehen und es ist grossartig, mit ihm zusammenzuarbeiten.
Zwischen dem ersten und zweiten Teil haben Sie viel gearbeitet und wurden immer erfolgreicher. Machte das einen Unterschied für die Crew? Sie kamen zurück und sind jetzt zehnmal erfolgreicher als noch vor drei Jahren...
Nein, das machte keinen Unterschied. Wir sind ein eingespieltes Team und jeder hat in der Zwischenzeit an anderen Projekten gearbeitet. Es kommt dabei nicht darauf an, wer wie erfolgreich war. Wichtig ist, dass wir gut zusammenarbeiten können, denn ansonsten funktioniert gar nichts.
In den letzten Jahren waren Sie sehr aktiv. Hat sich in dieser Zeit im Bezug auf ihre Prioritäten etwas verändert? Wählen Sie die Rollen jetzt gezielter aus und achten beispielsweise speziell auf den Regisseur? Oder haben Sie generell mehr Kriterien?
Nein, es ist für mich immer noch dasselbe wie früher. Alles beginnt mit dem Skript. Wenn das passt, ist das schon sehr viel. Der Regisseur ist schon wichtig, aber nicht essentiell.
Sie haben mit «Pirates of the Caribbean» zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Sie drehten Teil zwei und drei gleich hintereinander... Mochten Sie das?
Ja, ich liebe das! Es ist ein guter Weg, um Fortsetzungen zu drehen. Klar ist es viel Arbeit, aber ich mag es, an solchen grossen Projekten mit begeisterten Leuten zu arbeiten.
Sie haben ja schon Erfahrung mit dieser Methode. Erst «Lord of the Rings» und jetzt «Pirates of the Caribbean». Haben Sie in dieser Hinsicht eine Verpflichtung gegenüber Ihren Fans, die Sie in einer bestimmten Rolle sehen wollen?
Ja natürlich, denn die Fans machen den Film ja erst erfolgreich. Deshalb macht man ja einen Film - weil man hofft, dass die Fans ihn mögen. Bei diesem Film ist das Gott sei Dank der Fall.
[Orlando Bloom wurde interviewt von Portmann Media]
Johnny Depp: «Hollywood ist ein Biest.»
Von aussen, denkt der Piraten-Darsteller, möge Hollywood sehr einfach wirken und fast schon - bizarr. Aber es sei ein komplizierter Ort und man brauche Distanz davor.
Alle sagen, für diese Rolle seien Sie geboren worden. Die Figur ist so unverklemmt und freien Geistes, genau wie Sie. Oder ist das jetzt übertrieben?
Nun ja, ich denke, er ist sicherlich ein Teil von mir und ich bin ein Teil von ihm. Ich fühle mich zu dieser Figur tatsächlich hingezogen, als ob sie ein alter Freund wäre.
Sie sagten, dass Ihre Kinder begeistert davon seien, dass Sie den Piraten spielen. Heisst das, dass Sie durch das Feedback von Ihren Kindern und dem Publikum beeinflusst werden?
Ich werde sicherlich beeinflusst durch die entsprechende Reaktion der Leute. Denn gäbe es die Leute nicht, würden wir keinen zweiten und dritten «Pirates Of The Caribbean» machen. Ohne sie würde keiner von uns jetzt hier sitzen.
Ich kann mich noch daran erinnern, dass beim ersten Teil Leute wie Jerry Bruckheimer versucht haben, Sie einzugrenzen. Wie viel Gold Sie beispielsweise in den Zähnen haben sollten, war ein Streitpunkt. Wie ausgefallen Sie schlussendlich sein durften ein weiterer. Hatten Sie nach dem ersten Teil noch mehr Freiheiten?
Ja, sie haben sich diesmal weniger eingemischt. Sie waren etwas empfänglicher für das, was ich mache. (schmunzelt)
Sie hatten bisher eine exzellente Karriere. Bedeutet das, dass Sie frei sind, zu entscheiden, was Ihnen gefällt und was für Sie angenehm ist?
Ich fühlte mich eigentlich schon immer frei in diesen Belangen. Seit ich die Entscheidungen wirklich für mich selber treffe, also so nach der TV-Serie («21 Jump Street»), war es für mich wichtig, das zu tun, was ich auch tun wollte. Ich hab das also schon immer gemacht. Und ich bin diesbezüglich sehr glücklich.
Sie kommen nach Hollywood, wann und wie oft es Ihnen passt und sind genauso schnell wieder weg. Fühlen Sie sich dadurch frei?
Von aussen mag Hollywood sehr einfach wirken und fast schon (überlegt) - bizarr. Aber es ist in Wirklichkeit ein komplizierter Ort und man braucht seine Distanz davor. Man muss davor flüchten können und einfach nicht zuviel darüber nachdenken. Es ist ein Biest. (schmunzelt)
Ich habe noch eine letzte Frage zu Jack, nämlich zu seinem Namen: Was bedeutet Ihnen der?
Der Name? Er ist sehr wichtig für mich. Ich habe meinen Sohn aus verschiedenen Gründen so benannt. Es war ziemlich toll, dass mein Sohn zu der Zeit auf die Welt kam, als ich mich gerade auf meine Rolle von Captain Jack Sparrow vorbereitete. Und zu der Zeit - noch lange bevor wir mit dem Drehen begannen - hatte ich eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie diese Figur sein sollte. Ich hoffte dann nur, ich würde mich in dieser Rolle nicht blamieren, um dann den Namen meines Sohnes nicht noch ändern zu müssen. (lächelt)
[Johnny Depp wurde interviewt von Portmann Media]
Keira Knightley: «Es ist wie in einer Turnstunde.»
Die schöne Britin mit dem grossen Kinn hat die physischen Aspekte des Drehs sehr genossen - schliesslich mochte sie den Sportunterricht in der Schule.
Wir sind hier, um über «Pirates Of The Caribbean 2» zu reden. Über den ersten Teil haben wir vor ungefähr einem Jahr gesprochen. Der Dreh muss für Sie spannend gewesen sein, da er Ihnen physisch alles abverlangt hat. Da ging's voll zur Sache, richtig?
Ja, das tat es. Im ersten Film wollte ich unbedingt einen Schwertkampf haben. Im zweiten habe ich nun genug davon. Schwierig war es hingegen, wie wir die Rolle der Elizabeth Swann eine Stufe weiter bringen. Sie war ja ziemlich spröde, mit hartem Gerechtigkeitssinn und dazu ziemlich spiessig. Und nun versuchten wir, sie ein paar Stufen gröber zu gestalten. Sie ist sicherlich eine Frau, die ihr Leben in ihre eigenen Hände nehmen kann. Sie ist erwachsen geworden und hat zudem einen leicht düsteren Charakterzug entwickelt. Ich hoffe sehr, dass es den Leuten gefallen wird.
Bei einem so populären Film erhält man viel Feedback von Leuten, die den Film gesehen haben. Werden Sie bei der Entwicklung Ihrer Figur dadurch beeinflusst?
Nein. Ich denke, das kann man gar nicht. Und das ist auch keineswegs schade. Eine Figur zu kreieren ist eine sehr egoistische Angelegenheit. Man kann nur das tun, was man selbst für richtig hält. Und bis jetzt ging's ganz gut, also werde ich wohl auch weiterhin meinen Instinkten folgen und schauen, was passiert.
Haben Sie die Kampfszenen genossen? Wenn ja, was daran? Dass sie physisch fordernd sind? Was hat am meisten Vergnügen bereitet?
Ich habe sie tatsächlich sehr genossen. Ich mochte ja auch Sport in der Schule. Es ist wie in einer Turnstunde. Ich denke, wenn man einen Action-Film dreht, kann es schnell sehr langweilig werden, wenn man selbst nicht an der Action beteiligt ist, wenn man sich nur zurück lehnt und jemand anders machen lässt. Dann sitzt man endlos herum und tut nichts. Ich beteilige mich lieber am Geschehen, als nur rumzusitzen.
Bei den Piraten-Filmen aus meiner Kindheit hatte ich immer das Gefühl, dem Mädchen werde der ganze Spass verwehrt. Waren Sie ein Fan des Piraten-Genres?
Ehrlich gesagt, kenne ich gar nicht so viele Piraten-Filme. Es ist ein Genre, das seit etwa 50 Jahren beinahe ausgestorben ist. «Pirates Of The Caribbean» war seit langem wieder einer der ersten Piratenfilme. Und das ist toll und gleichzeitig verwunderlich. Vermutlich ist einfach der Dreh auf dem Meer mit all den Booten wohl eine etwas teure Angelegenheit. Bei uns lief aber - glaube ich - alles ganz gut.
Es ist bestimmt sehr teuer. Wenn man sich nur ansieht, was alles darin vorkommt... Der Vorteil des ersten Teils war diese Offenheit. Niemand konnte sich recht vorstellen, was zu erwarten war. Es war alles sehr experimentell. Lastet nach all dem Erfolg eine grosse Verantwortung auf Ihnen?
Ich denke nicht, dass Verantwortung der richtige Ausdruck dafür ist. Es war angenehm zu wissen, dass wir eine Formel haben, die funktioniert hat. Denn wir wussten nach dem ersten Film überhaupt nicht, ob er ankommen würde oder nicht. Als wir damals erzählten, dass wir einen Film nach einer Disneyland-Abenteuerbahn machen würden, haben alle nur gelacht. Jetzt bei einem Film mitzuspielen, bei dem man weiss, dass ihn das Publikum liebt, ist schon toll. Das war wirklich gut. Und wir alle wussten, dass der Film noch in alle möglichen Richtungen weiter ausgebaut werden kann. Ich meine, es gibt ja so viele tolle Piratengeschichten. Man merkt, dass da sehr viele Optionen vorhanden sind. Und wir haben so viele wie möglich davon wahrgenommen.
Es scheint alles noch ein wenig grösser und besser, aber gleichzeitig war es auch schwieriger, vor allem was Naturgewalten anging.
Das ist richtig. Wir haben auf den Bahamas gedreht und zwar innerhalb des Hurricane-Gürtels, während der Hurricane-Saison. Zweimal lief gar nichts mehr. Doch wir hatten unglaubliches Glück. Der Teil der Insel, auf dem wir drehten, wurde nicht getroffen. Die Sets haben es abgesehen von kleineren Schäden alle überstanden. Die andere Seite der Insel wurde hingegen übel getroffen. Das heisst also, es waren schon solche Dinge, welche die Dreharbeiten erschwerten. Ausserdem arbeiteten wir ständig auf Booten und die Crew war enorm gross. Man kann nicht hinausfahren, wenn die See stürmisch ist. Deshalb war es ein grosses Warten, bis das Meer mitgespielt hat, um endlich drehen zu können. Es war wirklich kein Zuckerschlecken.
Es war zwar auf den Bahamas, aber gar nicht so glamourös, wie man meinen könnte. Apropos Glamour: Wir waren letzte Woche beide bei der Premiere in L.A. und später an derjenigen in London. War es eindrücklich für Sie, so etwas zu erleben?
Ja, es ist eine ziemlich aussergewöhnliche Sache. Ich hab nämlich bisher keine Promotion für den Film gemacht, weil ich gerade an etwas anderem arbeite. Und dann in L.A. einzutauchen und diese Disneyland-Premiere mit 60'000 Leuten zu erleben, das war unglaublich. Der rote Teppich war rund eineinhalb Meilen lang. Ich brauchte etwa zweieinhalb Stunden dafür. Und man fühlte sich dann nur noch schuldig, weil wir nicht zu allen hingehen konnten. Nein, es war wirklich schlimm. Denn die mussten endlich mit dem Film loslegen, und für uns war es einfach unmöglich, bei allen vorbeizugehen. Viele waren deswegen wohl sehr enttäuscht. Was ich aber schön fand, war die Masse von Leuten, die alle den Film sehr mochten. Oder auch in London: Mit all den kreischenden Mädchen. Das war unglaublich. Es ist wirklich sehr aufregend, und es ist toll in einem Film mitzuwirken, den die Leute so mögen.
[Keira Knightley wurde interviewt von Portmann Media]
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