Love Made Easy - Interview
| Land (Jahr): | USA (2006) |
| Genre: | Comedy |
| Filmlänge: | 83min |
| Regie: | Peter Luisi |
| Kinostart: | 14.09.2006 |
| Drehbuch: | Peter Luisi |
| Kamera: | Joshua Hess |
Ralph Gassmann: «Die Amis, die wir bei diesem Film dabeihatten, waren alles Leute, die beinahe schon den Status eines B-Movie Stars geniessen»
Ralph Gassmann über nicht bekommene Unterstützung vom Bund, Sonnenbrand in Kalifornien und B-Movie Amerikaner.
Hallo Ralph, wie bist du zum Film «Love Made Easy» gekommen?
Ich wurde von Peter Luisi bereits im Februar - also lange vor Drehbeginn - für diese Rolle angefragt. Damals wollte man den Film auf schweizerdeutsch machen. Es war auch geplant, in der Schweiz zu drehen. Peter hat einmal einen alten Film von mir gesehen - ich glaube «Dario M», wo ich eine recht tragische Rolle hatte und immer ziemlich traurig dreinschaue. Er hat dann gedacht, ich mache das gut und käme in Frage für die Rolle des Gus. Er hat mich dann auch zu einem Casting eingeladen. Kurz vor dem Casting wurde aber bekannt, dass Peter vom Bund keine Unterstützung für seinen Film bekommt. Dadurch wurde er fast gezwungen, nach Amerika zu gehen. Deshalb wurde der Film dann auch in Englisch gedreht, was lustigerweise die ganz ursprüngliche Version des Films gewesen war. Ich habe das Casting dann in Englisch gemacht und Peter hat sich darüber sehr gefreut. Er wusste ja, dass ich, da ich in England wohne, dort meine Ausbildung gemacht habe und auch dort arbeite, diese Rolle auch in Englisch bestreiten kann. Tja, so ist es dann gelaufen.
Also war es überhaupt kein Problem, für deine Rolle englisch zu sprechen?
Nein, überhaupt nicht. Englisch ist eigentlich meine zweite Muttersprache geworden, da ich seit acht Jahren in England wohne. Ich fühle mich im Englischen wohler und mehr zu Hause als im Hochdeutschen. Im Schweizerdeutschen ist es dann wieder etwas anderes. Im Hochdeutschen muss ich jedes mal ziemlich umschalten, was im Englischen nicht der Fall ist.
Was für eine Erfahrung war es, mit amerikanischen Schauspielern zusammenzuarbeiten?
Das war super! Es war wirklich eine tolle Erfahrung. Vor allem weil ich in Sachen Englischer Sprache vor allem mit englischen Schauspielern vergleichen konnte. Die Engländer sind doch eher rational, recht kühl und berechnend. Die Amis, die wir bei diesem Film dabeihatten, waren alles Leute, die beinahe schon den Status eines B-Movie Stars geniessen. Sie hatten grosse Rollen in Sitcoms in den 80er Jahren und haben in zahlreichen Kinofilmen mitgespielt. Sie sind alle sehr lustige Leute. Die meisten von ihnen sind fast schon Komödianten. Das war sehr unterhaltsam. Sie haben auch morgens um vier, wenn alle anderen völlig fertig waren, noch Witze gerissen und so alle anderen angefeuert und angestichelt. Das war schon toll.
Welches ist deine schönste Erinnerung an diesen Film?
Was mir vor allem geblieben ist, ist die Sonne. Selbst im November ist es in Kalifornien einfach schön. Wenn ich nicht aufgepasst habe, bekam ich auch dann noch einen Sonnenbrand. Das ist schon toll, wenn man bedenkt, dass sich meine Freunde in der Schweiz zu dieser Zeit über Minustemperaturen beklagten. Ich habe dann gesagt: «Ich liege gerade am Strand und morgen gehen wir unter den Palmen ein bisschen filmen.» Gut, das ist jetzt ein wenig krass verschönert, aber das Klima war wirklich toll. Es war sehr schön, unter solchen Bedingungen arbeiten zu können. Es ist einfach immer schön - wie im Studio.
[Ralph Gassmann wurde interviewt von Portmann Media]
Melanie Winiger: «Es gibt natürlich verschiedene Stripperinnen.»
Die ehemalige Miss Schweiz besuchte Strip-Clubs um sich auf ihre Rolle vorzubereiten.
Melanie, du hast gesagt, dass du Komödien eigentlich nicht mehr besonders magst. Aber deine Figur in «Love Made Easy» ist ja eher tragisch. Kannst du ein wenig über diese Figur erzählen?
Ich bin eine tragische Frau (lacht)! Deswegen habe ich die Rolle auch angenommen. Natalia, meine Figur, ist nicht jemand, der extrem komisch spielen muss oder speziell lustig ist in diesem Film. Es ist eigentlich eher eine traurige Situation für sie. Was natürlich jetzt immer ein wenig polarisiert: Ich spiele eine Stripperin. Ich habe allerdings schon vorher gewusst, dass das Gewicht dann auf diesem Aspekt liegen wird. Meine Rolle hat aber gar nicht so viel mit strippen zu tun. Die Vorgeschichte sieht man im Film zwar nicht, aber ich habe sie mir trotzdem eingeprägt, um mich in die Rolle einzuleben. Natalia ist eine Tänzerin und ist nach Los Angeles gegangen, weil sie den Durchbruch schaffen wollte. Wie so viele hat sie es aber nicht geschafft. Strippen war dann ihre letzte Möglichkeit, um sich über Wasser zu halten. Sie musste das insbesondere auch tun, weil sie ein Kind bekommt. Es ist nicht so, dass sie eine leidenschaftliche Stripperin ist. Alleinerziehende Mutter ist im Allgemeinen schon schwierig genug. Wenn man dann noch Stripperin ist und jeden Tag mit gewissen Männern zu tun hat, macht es das sicher nicht einfacher. Ich persönlich würde ihr Leben nicht haben wollen. Meines ist mir schon interessant genug (lacht). Es hat mich einfach interessiert, wie Natalia ist. Denn sie ist sehr individuell in Sachen Kleidung und wie sie sich gibt. Ihr ist es völlig egal, was andere von ihr denken. Sie fühlt sich wohl so wie sie ist. Diese Facette an dieser Rolle hat mich sehr angesprochen.
Wie hast du dich auf diese Rolle vorbereitet? Warst du in Strip-Clubs?
Ja, ich war in Strip-Clubs und habe mir angeschaut, wie das aussieht (lacht). Es gibt natürlich verschiedene Stripperinnen. Bei den einen geht es ziemlich abstossend zur Sache, so wie man es sich gemeinhin vorstellt: Schmutzig, dunkel und üble Männer. Das hat dann mehr mit Ausziehen als mit Tanzen zu tun. Dann gibt es noch solche, bei denen man sieht, dass sie wahrscheinlich eine Tanzausbildung gemacht haben und so einfach noch etwas dazuverdienen. Ich habe mich dann ein wenig an diese «rangehängt» und habe versucht, in der kleinen Szenen wo man mich beim strippen sieht, es so darzustellen, dass man sieht, dass es bei mir auch mehr um das Tanzen als um das Ausziehen geht. Für die sonstige Vorbereitung habe ich mir einfach eine Vorgeschichte zu meiner Rolle aufgebaut. Das Leben der Figur beginnt ja nicht in dem Moment, wenn der Film losgeht. Für die Leute im Kino natürlich schon, aber für mich nicht. Ich habe dann einfach diese Vorgeschichte vorbereitet und habe meine Charaktere ausgesucht. Das heisst, wer könnte was für mich repräsentieren. Beispielsweise Ralph Gassmann, der im Film Gus spielt. Wer ist das in meinem Leben? Ich habe ihn dann einfach «ersetzt» mit jemanden aus meinem Umfeld. Oder wer ist Martin Rappold in meinem Leben, wer ist Martin Landau. Ich habe dann einfach meine Leute in diese Charakteren hineinversetzt und mich so darauf vorbereitet, dass ich in den einzelnen Szenen gewisse Reaktionen oder Erinnerungen abrufen konnte.
[Melanie Winiger wurde interviewt von Portmann Media]
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