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Lady in the Water - Interview

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Bryce Howard: «Ich konnte gar nicht in Klischees verfallen».

Weil der Film eine moralische Botschaft hätte, sei er für das heranwachsen der Kinder sehr gut, meint Bryce.

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Es ist nicht das erste Mal, dass sie mit M. Night Shyamalan zusammenarbeiten. Er hat in einem Interview gesagt, dass er Sie als Schauspielerin sehr mag, da Sie keinem typischen Bild entsprechen. Spüren Sie dieses Vertrauen?
Auf jeden Fall! Das ist sehr nett von Shyamalan, dass er so etwas gesagt hat. Ich kann ihm dieses Kompliment nur zurückgeben, denn es ist sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten. Es freut mich auch, dass er mich schon mehrmals für seine Filme ausgesucht hat. Vielleicht hat er ja eine absurde Vorliebe für mich (schmunzelt).

Das hängt sicher auch mit Ihren schauspielerischen Fähigkeiten zusammen. Sie sind eine sehr vielschichtige Darstellerin und können verschiedene Arten von Figuren verkörpern. Hatten Sie diese Fähigkeit schon immer oder mussten Sie sich das zuerst antrainieren?
Ich denke, das hat vor allem mit glücklichen Umständen zu tun. Ich stehe zwar immer noch am Anfang meiner Karriere, durfte aber doch schon einige Rollen in verschiedenen interessanten Filmen spielen. Da bin ich sehr stolz darauf.

Die Story von «Lady in the Water» basiert auf einer Gutenachtgeschichte und den Fantasien von Kindern. War das interessant für Sie, ein solches Skript zu lesen?
Ja, sehr. Das Skript hat mich sofort an die grossen Filme meiner Kindheit wie «ET» und «Close Encounters of the Third Kind» erinnert. Das sind einfach grossartige Spielberg-Filme. Aber auch Bücher wie «The Chronicles of Narnia» und «The Giver» fielen mir gleich wieder ein. Diese Filme und Bücher haben meine Fantasie als Kind sehr beeinflusst. Ich denke, dass mit «Lady in the Water» bei den heutigen Kindern dasselbe passiert. Vor allem auch, weil der Film eine moralische Botschaft hat, die für Heranwachsende sehr wichtig sein kann. Ich hoffe natürlich, dass die Familien sich den Film gemeinsam anschauen werden.

Man kann «Lady in the Water» entweder von der rein unterhaltenden Seite betrachten oder auf die tiefere Geschichte mit all ihrer Vielschichtigkeit eingehen. Wie gefällt das Ihnen?
Man kann den Film allerdings aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Viele Leute haben gesagt, dass Sie beim Ansehen des Films nicht alle Details auf Anhieb bemerkt haben. Beim ersten Mal fielen ihnen besonders der emotionale und der unterhaltende Teil auf. Erst beim zweiten Mal haben sie dann den wahren Sinn des Films erkannt. Ich finde das toll, dass man immer wieder etwas Neues entdecken kann.

In einem Film wie «Lady in the Water», der auf einer Kindergeschichte basiert, ist es sehr gefährlich, dass man in Klischees verfällt. Wie haben Sie das verhindert?
Nun, der Vorteil an meiner Rolle ist, dass ich eine komplett fiktionale Figur spiele, die sich M. Night Shyamalan ausgedacht hat. Ich konnte da gar gross nicht in Klischees verfallen, weil die Figur einzigartig ist. Einige Klischees von Fabelwesen haben wir bestimmt gestreift, aber wir mussten uns keine Sorgen machen, dass wir etwas erschaffen, das es schon gegeben hat.

Details wie die Haar- und Hautfarbe waren sehr wichtig. Sie mussten sich deshalb physisch ziemlich oft verändern für die Rolle. Erzählen Sie uns davon.
Nun, das ist halt einfach typisch M. Night Syhamalan. Wenn man im Film meine Figur das erste Mal zu Gesicht bekommt, ist sie krank. Und es geht ihr immer schlechter. Deshalb ändert sich die Haut- und Haarfarbe dauernd und sie wird immer fragiler. Shyamalan hat gesagt, wie ich jeweils auszusehen hatte und die Make-Up-Verantwortlichen haben mich dann zurechtgemacht. Ich konnte mich dabei voll auf meine Arbeit konzentrieren.

[Bryce Dallas Howard wurde interviewt von Portmann Media]

Paul Giamatti: «Der Film soll Erinnerungen an die Kindheit wachrufen.»

Paul Giamatti erzählt wie er von M. Night Shyamalan zu dieser «Spiritualitätssache» bekehrt wurde obwohl er doch so skeptisch sei.

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Paul, «Lady in the Water» erinnert einen an Geschichten, die man in der Kindheit gehört hat. Haben Sie das beim Lesen des Skripts auch so empfunden?
Ja, es war wirklich grossartig. Es ist auch die Grundidee des Films, beim Publikum solche Erinnerungen wachzurufen, da haben Sie vollkommen recht.

Denken Sie, dass auch die Gestaltung der Monster und der Menschen durch die Grundidee der Gutenacht-Geschichte beeinflusst wurde?
Ja, absolut, der Film sieht wirklich wie ein Realität gewordener Traum aus. Er will uns auch das Gefühl vermitteln, als würden wir wieder als Kinder im Bett liegen und sehen ein Monster zum Schrank heraus kommen. Genau auf diese Stimmung ist der Film ausgelegt.

Die Vorstellung in unserem Bewusstsein wird ja ständig mit «fremden» Bildern wie mit unglaublichen Special-Effects bombardiert. Somit stehen wir in einem ständigen Konflikt. Warum ist in «Lady in the Water» davon nicht so viel zu sehen?
Um die «Traum-Vorstellung» aufrecht zu erhalten, hat der Regisseur M. Night Shyamalan teilweise mit sehr wenigen Schnitten gearbeitet. Deshalb gibt es nicht viele Unterbrüche während den Szenen. So sieht man beispielsweise in einer ziemlich langen Einstellung nur die Hälfte eines Gesichtes. Es geht dabei wirklich nicht nur um abgefahrene Special-Effects. Shyamalan hätte es tun können, aber hat zu einem grossen Teil darauf verzichtet.

Shyamalans Filme sind sehr detailorientiert. Haben Sie das auch in der Zusammenarbeit mit ihm gemerkt?
Ja, definitiv. Er denkt immer genau darüber nach, wie er etwas dreht, damit es auch für die Schauspieler stimmt. Das ist grossartig. Er hilft einem wirklich wo er nur kann. Manchmal dauert dann halt einfach alles fünf Minuten länger, aber dafür stimmen dann wirklich alle Details. Er hat einfach den Sinn dafür, was ich sehr an ihm bewundere. Ihm kann man wirklich vertrauen, denn er hat jederzeit das gesamte Projekt im Kopf.

Am Anfang des Filmes begibt sich Ihre Figur Cleveland Heep zu Bett und versucht einzuschlafen. War das für Sie nicht schwierig, mit einer so persönlichen Szene anzufangen, obwohl über ihre Figur bis dahin noch nichts bekannt ist?
Nun, ganz einfach war es nicht gerade. Denn im ganzen Film wird nur einmal ganz kurz auf die Vorgeschichte von Cleveland Heep eingegangen, ansonsten weiss man nichts über seine Vergangenheit. Ich hoffe, dass dieses Konzept funktioniert. Ich hatte etwas Angst, dass ich die Entwicklung meiner Figur nicht gut genug dargestellt habe. Ich hoffe aber wirklich, dass diese langsame Charakterentwicklung beim Publikum ankommt.

Ich für meinen Teil habe es auf jeden Fall genossen. Es hat mir auch sehr gut gefallen, dass Cleveland Heep im Vergleich zu den anderen Figuren so etwas wie der Fels in der Brandung ist.
Absolut, er ist wirklich einer, der den kleinen Mikrokosmos in «The Cove» am Leben erhält. Jemand sagte mir, das sei wie bei «Rosemaries Baby», einfach die Umkehrung davon. Anstatt den Teufel auf die Erde zu bringen, versuchen sie hier den Engel von ihr zu vertreiben.

Das tolle an Gutenachtgeschichten oder eben «Lady in the Water» ist, dass man den Film von der rein unterhaltenden Seite her betrachten kann. Wenn man möchte, kann man aber auch etwas tiefer gehen und sich mehr in die Geschichte hineinversetzen. Wie ist das für Sie?
Ich mag das sehr. Ich finde das toll, dass man selber entscheiden kann, wie nah man die Geschichte an sich heran lässt. Shyamalan hat alle Dinge, die dafür nötig sind, in den Film integriert. Ich mochte dabei vor allem die angesprochene Vielschichtigkeit. Besonders die der Figuren. Das hat mir viel mehr zugesagt als die Gutenachtgeschichte darum herum.

Wie wichtig ist es für einen komplexen Schauspieler wie Sie, mit interessanten Filmemachern zusammenzuarbeiten? Mit solchen, die unterschiedliche Visionen haben, zum Teil auch andere als Sie persönlich?
Das ist mir schon sehr wichtig. Shyamalan und ich könnten unterschiedlicher nicht sein, was toll ist, denn so lässt man sich zu Dingen verleiten, mit denen man eigentlich nichts am Hut hat. Ich wurde so mit dieser ganzen Spiritualitätssache vertraut, obwohl ich doch sonst so skeptisch bin. Er hingegen hat eine sehr optimistische und moralische Weltanschauung. In Kombination mit seiner Leidenschaft ist das wirklich eine tolle Sache.

[Paul Giamatti wurde interviewt von Portmann Media]

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