Hui Buh - Das Schlossgespengst
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Interview

Michael Herbig: «Ich hatte jahrelang ein Gespenstertrauma.»

Der deutsche Comedy-Star hat eine Schwäche für Animationsfilme und fürchtet sich nicht mehr vor Gespenstern.

Michael, du hast schon häufig Animationscharakteren vertont. Bei «Hui Buh» war es jedoch etwas anders. Es wurde nach der Gestik animiert, so wie das in Amerika meistens der Fall ist. Wie war es, dich selber als animierte Charakterfigur auf der Leinwand zu sehen? Hast du dich wiedererkannt?
Ja, das ist ja das Erschreckende, wenn man sich plötzlich wiedererkennt. Es war ein sehr langer Prozess. Man hat mich zwar darin eingebunden, aber es ist schon etwas speziell, wenn man sich selbst als Animationsfigur sieht und die Leute dann tatsächlich sagen: «Der sieht ja aus wie du.». Die meisten erkennen mich an den dünnen Beinchen. (lacht) Das ist einerseits etwas komisch, aber es macht mich auch sehr stolz, weil es nicht allzu viele Menschen gibt, die von sich behaupten können, dass sie als Animationsfigur auf der Leinwand herumspringen. Der Prozess war sehr spannend, weil man sich nicht wie beim Synchronsprechen auf eine bereits animierte Figur konzentrieren musste, sondern freier spielen konnte. Aber es war ein Geben und Nehmen. Zuerst kam die Sprache, dann die Animationen. Mit der Zeit wurden die Animationen immer perfekter und feiner. Die Sprache wurde anschliessend noch ein wenig an die Animation angepasst und irgendwann ist das Ergebnis da. Das ist schon irgendwie seltsam, vor allem weil ich jahrelang ein Gespenstertrauma hatte. Immer, wenn ich in ein Hotelzimmer gekommen bin, habe ich unter dem Bett, hinter dem Vorhang und in der Minibar nachgeschaut. Bei der Minibar habe ich meistens ein bisschen länger gebraucht. (lacht) Das ist jetzt vorbei. Ich gehe heute ohne Mühe in jedes Hotelzimmer dieser Welt. Da Hui Buh solche Ähnlichkeit mit mir hat, erschrecke ich dafür jeden Morgen, wenn ich in den Spiegel gucke. Damit werde ich wohl den Rest meines Lebens zurechtkommen müssen. (lacht)

Bei dir laufen noch viele andere Projekte. Beispielsweise «Lissi und der wilde Kaiser» - ebenfalls ein Animationsfilm. War das so geplant?
Dass beides animierte Geschichten sind, ist eigentlich purer Zufall. Mir ist «Hui Buh» angeboten worden, als ich mitten in der Vorbereitung zu «Traumschiff Surprise» war. Da gab es noch keine Figur zu «Hui Buh». Es existierten lediglich Zeichnungen des Regisseurs Sebastian Niemann, welche ich sehr lustig fand, obwohl es eigentlich nur ein Skelett war. Dann verging sehr viel Zeit, die vor allem in die Buchentwicklung investiert worden ist. Ich machte inzwischen «Traumschiff», der - Gott sei Dank - auch ganz toll angenommen und ein grosser Erfolg wurde. Es kamen aber immer wieder Leute zu mir, die gesagt haben: «Mensch, die Sissi hätten wir auch gerne gesehen.». Das Problem bei der Sissi ist einfach, dass es bei kurzen Sketchen sehr gut funktioniert. Da ziehe ich mir auch gerne dieses Kleid an und setzte mir die Perücke auf. Aber bei einem Film, der über 90 Minuten grosses Kino vermitteln soll... Ich glaube nicht, dass sie das wirklich sehen wollen, wie ich da im Sissi-Kleid durch die Berge stampfe und dann womöglich noch eine Kuss-Szene mit Christian Tramitz spiele. Ich weiss nicht, wohin das abgedriftet wäre. Hinzu kam die Leidenschaft für den Animationsfilm. Meine erste Eigenproduktion sollte eigentlich schon ein Animationsfilm sein. Da war ich elf oder zwölf. Ich habe angefangen, die ersten Bilder zu malen. Nach dem ersten Bild gingen mir aber die Stifte aus und ich habe festgestellt; dass man für eine Sekunde Film 24 Bilder benötigt. Das war deprimierend. Ich habe jetzt 30 Jahre lang gewartet, bis auch die Technik so weit ist, und habe jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ich habe das Thema «Sissi» in Angriff genommen und es als Animationsfilm konzipiert. Ich bin jetzt seit einem Jahr dran und nächstes Jahr sollte der Film in die Kinos kommen.

Die Fragen stellte Portmann Media

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