Happy Feet - Interview
| Land (Jahr): | Australien (2006) |
| Genre: | Adventure, Animation, Musical |
| Filmlänge: | 109min |
| Regie: | George Miller |
| Kinostart: | 30.11.2006 |
| 06.12.2006 (Romandie) | |
| Produktion: | Bill Miller |
Brittany Murphy: «Ich liebe was ich tue.»
Die junge Schauspielerin kann nicht nur singen, schauspielern und gut aussehen, sie produziert nun auch noch einen Film.
Brittany, Sie haben eine unglaubliche Stimme, wirklich wunderschön. Nicht nur als Sängerin, sondern auch als Gloria. Wie stark haben Sie daran gearbeitet? Sei es nun im gesanglichen, wie auch im anderen Teil.
Vielen Dank. Regisseur George Miller hat gesagt, dass meine Stimme in tieferen Lagen etwas zu rauchig klingt, wenn ich Gloria spreche. Es hat aber grossen Spass gemacht. Ich habe es als Kind schon geliebt, meine Stimme zu verstellen und so zu sprechen. Ich habe es wirklich sehr genossen, vor allem auch das Singen. Ich habe schon mein ganzes Leben lang gesungen, aber im Film singe ich ja als Gloria und unter der Anleitung von George Miller und John Powell. Die beiden hatten ganz klare Vorstellungen davon, wie ich klingen sollte. Deswegen war mein eigener Gesangsstil nicht so wichtig. Aber es war trotzdem ein Wahnsinnsspass.
Sie haben schon früher bei Animationsfilmen mitgearbeitet. Ist es befreiend für Sie, sich in gewisser Weise hinter einer animierten Figur zu verstecken und Ihren Körper und Ihre Persönlichkeit hinter ein Mikrofon zu stellen? Wie geht das?
Ich sehe eigentlich keinen grossen Unterschied, zum «normalen» Schauspielern. Man muss am Morgen einfach die Haare und das Make-Up nicht machen und sich auch nicht schön anziehen (lacht). Bei diesem Film wurde aber mit Motion-Capturing gearbeitet. Es war also immer eine Kamera da, die unsere Gesichter gefilmt hat. Aber ich liebe es dennoch, in einem Aufnahmestudio zu sein. Das gefällt mir einfach. Ich war auch gleichzeitig mit den anderen Schauspielern dort und George Miller war natürlich auch da. Die ganze Atmosphäre ist einfach viel entspannter als auf einem Set, weil man nicht plötzlich noch etwas umstellen muss. Es sieht so aus, als ob all der Stoff, der einen Film erst möglich macht, nicht vorhanden wäre, weil wir zuerst die Stimmen aufgenommen haben und erst dann die Animationen gemacht wurden. Das war schon witzig.
Brittany, ich kenne Sie jetzt schon seit einigen Jahren. Ich möchte gerne wissen, warum Sie Schauspielerin geworden sind und ob Sie zufrieden sind mit dem bisherigen Verlauf Ihrer Karriere.
Ich liebe meine Arbeit wirklich sehr. Ich habe deswegen heute zwar einen kleinen Jetlag, weil ich 14 Stunden von Japan hierher geflogen bin. Ich habe dort gerade Dreharbeiten abgeschlossen. Wir haben jeweils 6 Tage pro Woche und manchmal 22 Stunden pro Tag gearbeitet. Dann waren es wieder nur vier und dann wieder 16. Das war schon anstrengend. Der Film heisst «The Ramen Girl» und dreht sich um die japanische Kultur. Das war das erste Projekt, das ich selber produziert habe. Es war ein unglaubliches Erlebnis. Mit jedem Jahr das vergeht und mit jedem Projekt, bei dem ich mitwirken kann, wird mein Leben immer reicher. Ich liebe meinen Job wirklich. Leider können das nicht viele Leute sagen. Das ist manchmal schon hart, denn jeder arbeitet hart in seinem Job. Ich wollte einfach schon mein ganzes Leben lang Schauspielerin werden und bereue nie, dass ich es geworden bin. Ich liebe was ich tue.
Sie wirken sehr bodenständig und geben sehr freizügige Antworten. Wie schaffen Sie es, so bodenständig zu bleiben? Sie sind ja die ganze Zeit im Blickpunkt der Öffentlichkeit.
Ich weiss es nicht. Ich versuche einfach, mich selbst als öffentliche Person zu sehen. Wenn ich mir die Covers von Zeitschriften ansehe, denke ich, «OK, diese Leute sind vielleicht so...». Ich schätze, dass ich mich selbst einfach nicht als Teil dieser Gruppe sehe.
[Brittany Murphy wurde interviewt von Portmann Media]
Elijah Wood: «Ich habe im Alter von acht Jahren schon Fernsehwerbung gemacht»
Der ehemalige Hobbit wusste bereits mit sechs oder sieben Jahren, dass er Schauspieler werden will.
Hallo Elijah, «Happy Feet» ist kein gewöhnlicher Animationsfilm...
Oh, das ist eines dieser Dinge, das mich da hineingezogen hat. Die Tatsache dass da diese Figur Mumble ist, der ohne die Fähigkeit zu singen auf die Welt gekommen ist, obwohl das eine der wichtigsten Eigenschaften der Pinguine in diesem Film ist. Er hat dafür die Fähigkeit zu tanzen. Das macht ihn zu einem Aussenseiter, der nicht in die Gemeinschaft der Kaiserpinguine gehört. Deshalb wird er aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Das tollste an der Figur von Mumble fand ich jedoch, dass er zwar aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wird, aber sich selbst dennoch treu bleibt. Er denkt immer daran, dass das was er tut nun mal ein Teil von ihm ist. Und zwar ein ganz spezieller Teil. Das liebe ich an dieser Figur.
Ich mochte, dass er sich selbst nicht als Opfer sieht.
Überhaupt nicht, im Gegenteil. Es gibt ihm eher noch mehr Kraft um sein Ding durchzuziehen. Er nutzt die Gelegenheit und macht eine Reise, die seiner Gemeinschaft helfen könnte. Daraus wird dann die Hauptreise, die er im Film macht.
Wie sehr kann sich ein Schauspieler seiner Figur annähern, die animiert ist?
Nun, der Hauptunterschied ist, dass es nichts physisches ist. Man legt sein ganzes Augenmerk auf die Stimme. Die Gemeinsamkeit ist jedoch, dass man sich zu den Figuren die selben Überlegungen macht, wie man sie gerne zeigen möchte. Man muss sich aber über die Bewegungen keine Gedanken machen und darüber, welche Kleider die Figur trägt. Man kann sich wirklich ausschliesslich auf die Stimme konzentrieren. Das wirkt manchmal ziemlich befreiend und macht auch sehr viel Spass.
Elijah, wieso haben Sie das Schauspielern zu ihrem Beruf gemacht? Sie haben ja schon sehr früh damit angefangen. War das gut für Sie?
Nun, es war einfach spannend. Ich habe im Alter von acht Jahren schon Fernsehwerbung gemacht und habe dort viele Leute getroffen. Ich konnte dort schon sehr viele gute Erfahrungen machen. Das ist schon toll, wenn man als Achtjähriger viele nette Leute trifft und auch noch die Liebe zur Schauspielerei entdeckt. Als ich älter wurde, wollte ich es immer seriöser machen und begann auch die einzelnen Arbeitsabläufe zu lieben. Irgendwie bin ich da einfach hineingeraten. Ich habe, als ich sechs oder sieben Jahre alt war, Filme gesehen und gesagt, «das ist es, was ich machen will». Ich habe das Schauspielern von Beginn an geliebt und mit der Zeit wurde meine Beziehung dazu immer ernsthafter.
Was ich am Film interessant fand, war die Tatsache, dass man sich teilweise in den Pinguinen selbst wiedererkennt. Sie spiegeln ein wenig unsere Gesellschaft wieder. Ist das etwas, das Sie beachtet haben?
Ich denke nicht, dass es eine Metapher für unser Leben ist. Denn die Animation selbst ist auch sehr real. Vielfach gibt es Figuren, die nicht sprechen. Es ist immer ein wenig die Repräsentation unserer eigenen Existenz. Ich denke, dass trifft auch bei diesem Film zu. Allein schon die Tatsache, dass Gemeinschaften existieren, die Unterschiede nicht akzeptieren. Dazu haben wir wohl alle eine Beziehung. Sei es aus der Schule oder auf einer höheren, vielleicht politischen Ebene. Ich denke, das ist hier der Fall. Es erlaubt einem auch, mit einem Film etwas mitzuteilen. Klar ist es ein Familienfilm mit viel Musik und Komödie. Trotzdem kann man ihn mit der Realität verknüpfen und Dinge mit einbeziehen, zu denen wir in unserem Leben einen Zugang haben. Vor allem unsere Verantwortung gegenüber der Umwelt. Ich glaube, das wurde sehr gut in den Film integriert und die Leute werden sich bestimmt auch Gedanken darüber machen, wenn sie aus dem Kino gehen.
[Elijah Wood wurde interviewt von Portmann Media]
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