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Flushed Away - Interview

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Aka Titel:Flutsch und weg
Land (Jahr): Grossbritannien, USA (2006)
Genre:Animation, Comedy
Filmlänge:86min
Regie:David Bowers
 Sam Fell
Kinostart:07.12.2006
 29.11.2006 (Romandie)

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Simon Otto: «Es sind nur vier oder fünf Studios, die abendfüllende Trickfilme produzieren. Da kennt man sich schon und man trifft sich auch immer wieder an diversen Events.»

Hat bei «Flushed Away» die weibliche Hauptfigur Rita entwickelt. So erhielt die Figur einen persönlichen und speziellen Touch.

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Simon Otto, du arbeitest mit sehr bekannten Leuten zusammen. Man kennt sich, man trifft sich... Du bist jetzt definitiv auch in die Liga von Leuten wie John Lasseter aufgestiegen. Wie ist es, mit solchen Leuten zu arbeite?
Ja, also John Lasseter und auch Brad Burdon habe ich noch nie getroffen. Aber wir haben natürlich bei DreamWorks auch sehr etablierte Regisseure. Mit denen arbeite ich sehr eng zusammen. Kerry-Kirk Patrick ist beispielsweise ein etablierter Drehbuchautor, der sehr eng mit uns zusammenarbeitet. Er war auch bei «Over The Hedge» Co-Regisseur und nächstes Jahr kommt schon wieder ein Film heraus, bei dem er schon das Drehbuch geschrieben hat. «Chicken Run» hat er auch schon geschrieben. Das ist aber nur ein Teil seiner Arbeit. Er ist seit 20 Jahren in diesem Metier dabei und hat eine grosse Film-Geschichte. Solche Leute lerne ich kennen und arbeite mit ihnen zusammen. Dazu kommen aber auch Leute aus der Animationsbranche, die vielleicht nicht so bekannt sind wie die Regisseure, aber in diesem Milieu trotzdem eine extreme Bedeutung haben. Man kennt dann vielleicht eher ihre Figuren. Wie James Baxter der den «Spirit» und den Rafiki in «Lion King» gemacht hat. Das sind richtige Bekanntheiten in der Szene. Ich meine, das ist wie bei Franquin. Es wusste auch fast niemand, wie er ausgesehen hat, aber viele kennen seine Figuren «Gaston» oder «Spirou». Bei Uderzo und «Asterix» war es ja etwa ähnlich. Ich glaube, das ist in der Animation ähnlich. Die Gesichter der guten Animatoren sind eher unbekannt.

Wie funktioniert das, wenn du einen Job annimmst. Bewirbst du dich und sagst «Ich habe gehört, dass ihr ein neues Projekt habt und bin interessiert» oder wird man angefragt?
Ein bisschen von beidem, das kommt auf das Kaliber an. Die Top-Leute werden natürlich schon angefragt und erhalten Angebote. Aber es ist nicht so, dass sich die Studios gegenseitig die Leute ausspannen. Es ist eher so, dass einem gesagt wird «Hey, wir haben ein neues Projekt. Wenn du Zeit und Lust hast, dann komm doch mal vorbei, wir würden es dir gerne zeigen.» So läuft das etwa. Es ist auch ein sehr kleines Milieu. Es sind nur vier oder fünf Studios, die abendfüllende Trickfilme produzieren. Da kennt man sich schon und man trifft sich auch immer wieder an diversen Events. Beispielsweise bei einer Award-Verleihung. Da haben wir Animatoren ja auch unsere eigenen. Oder natürlich auch bei den Oscar-Verleihungen, da haben die Animationsfilme ja auch eine eigene Kategorie. Da gibt es meist von jedem Studio ein kleines Fest, wo man sich auch wieder trifft. In der Gewerkschaft läuft man sich auch ab und zu über den Weg. Also sieht man wirklich jeden dieses Milieus einmal. Es ist wirklich nicht sehr gross. Dort tauscht man sich dann meist etwas aus. Aber die Leute, die wirklich gut sind, bleiben meist für mehrere Filme beim selben Studio, weil sie da gute Projekte haben und diese auch häufig selber auswählen können. Ich habe zum Beispiel Glück gehabt, dass ich meine Projekte schon immer ein wenig selber aussuchen konnte. DreamWorks arbeitet ja jetzt an mehreren Filmen gleichzeitig. Diese sind stufenweise organisiert, so dass immer etwa zwei oder drei Produktionen parallel laufen. Von diesen Filmen kann mich mir dann meist aussuchen, wo ich arbeiten möchte.

Das nächste Projekt ist jetzt «Flushed Away»?
«Flushed Away» ist jetzt fertig gestellt. Das heisst, ich bin mit der Animation fertig geworden. Der kommt hier am 7. Dezember in die Kinos, wenn ich das richtig im Kopf habe. In Amerika lief er bereits am 4. November an. Jetzt habe ich gerade Pause. Beim nächsten Film werde ich dann noch einen neuen Job annehmen. Ich werde dann «Head of Character Animation» sein. Das heisst, ich bin die erste Person in der Animation von diesem Film. Ich etabliere dann den Animationsstil und bin dafür verantwortlich, wer an diesem Film mitarbeitet. Ich animiere dann auch und entwickle die Figuren. Wenn die Produktion dann läuft, bin ich die Schaltstelle zwischen der Studio-Exekutive, den Produzenten und den Regisseuren. Die sind dann ein wenig unter meinen Fittichen. Dazu kommen dann noch vier oder fünf Supervising Animators, die auch alle ihr eigenes Team haben. Die machen dann als Gruppe einzelne Sequenzen. Die Animation funktioniert jetzt nicht mehr so, dass wir eine Figur kreieren und diese dann für den ganzen Film animieren. Wir überwachen jetzt einfach die Sequenzen als Supervising Animators. Wir animieren natürlich schon noch selber, aber wir haben je vier oder fünf Animatoren, die mit uns zusammenarbeiten. Gemeinsam kreieren wir dann die Sequenzen. Wir schauen aber schon darauf, dass beispielsweise jemand, der gut ist mit einer weiblichen Figur, sich auf diese konzentriert. Bei «Flushed Away» habe ich die weibliche Hauptfigur Rita entwickelt und habe dann im Film bei fast jeder Sequenz, wo die weibliche auf die männliche Hauptfigur trifft, mitentwickelt. Es hat somit jeder Animator trotzdem seine Persönlichkeit und etwas spezielles, das er seiner Figur gibt. Wenn jeder an jeder Figur arbeitet, wird es einfach zu unpersönlich.

[Simon Otto wurde interviewt von Portmann Media]

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