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Firewall - Interview

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Land (Jahr): USA (2006)
Genre:Action, Crime, Drama, Thriller
Filmlänge:105min
Regie:Richard Loncraine
Kinostart:30.03.2006
 05.04.2006 (Romandie)
Kamera:Marco Pontecorvo

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«Ich kann mit rein intellektuellem Material nichts anfangen!»

Der inzwischen grauhaarige Haudegen erklärt, dass es in der Schauspielerei in erster Linie ums Einfühlungsvermögen geht.

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Cineman: Es ist faszinierend zu sehen, wie ein Mann sowohl physisch als auch mental auf eine äusserst ungewöhnliche Situation reagiert. Wie sehen Sie das?
Ford: Es ist interessant. Sicherlich interessanter als bloss eine grosse Portion von einem Teil [was er damit sagen will, verstehen wir zugegebener Massen auch nicht, Anm.d.Red.]. Ich mag diese Verknüpfung einer emotionellen Story mit einem intellektuellen Konstrukt eines Handlungsverlaufs. Die Handlung verläuft auf einer intellektuellen Ebene, während sich die Figur auf der emotionellen Ebene bewegt. Ich kann mit rein intellektuellem Material nichts anfangen! Ich brauche diese emotionale Bindung zum Stoff, damit ich es dem Publikum rüberbringen kann.

Wie er die Technik der Firewall sowie das Haus benutzt und die Technik sich letztlich gegen ihn richtet, das erzeugt eine sehr interessante Dynamik...
Das denke ich auch. Das war die Ursprungsidee. Meine Figur ist ein Software-Entwickler bei einer grossen Bank und der Erfinder dieser Firewall, die Leute abhalten soll, in die Bankcomputer einzudringen und Geld zu stehlen. Die Gangster möchten 100 Mio. Dollar stehlen und müssen deshalb seine Aufmerksamkeit erlangen. Aus diesem Grund entführen sie seine Familie, was ihn zwingt, sich mit ihnen auseinander zu setzen.

War es bei dieser Rolle hilfreich, dass Sie selber Vater sind?
Schon, aber selbst wenn ich keiner wäre: In der Schauspielerei geht es um Einfühlvermögen. Man kann nicht schauspielern, ohne zu verstehen, wie jemand anderes unter gewissen Umständen reagieren würde. Es geht dabei nicht nur um mich selbst. Es geht um Bereitschaft, sich einfühlen zu wollen.

Aufgrund Ihrer Schauspielerfahrung wissen Sie genau, was zu tun ist. Ist es für Sie angenehm, mit Leuten zu arbeiten, die ebenfalls viel von ihrem Fach verstehen?
Um das Kind beim Namen zu nennen: Paul Bettany ist ein grossartiger Schauspieler, mit hervorragenden Fähigkeiten. Sein Ehrgeiz besteht darin, der Story einen Beitrag zu leisten, sie aber auch zu verstehen. Und nicht, wie viele Bösewichte, nur für den Unterhaltungswert zu sorgen und um zu tun, was man will. Hier findet sich eine Figur, die viel interessanter ist. Paul verleiht Intelligenz, Charme und Tiefe einer Person, die eigentlich Böses tut. Das ist in meinen Augen viel interessanter.

Die Figuren sind nicht schwarz-weiss gemalt...
Und sie sind sich ebenbürtig, was ihre Fähigkeiten und Entschlossenheit angeht. Es ist ein gleichmässiger Kampf, der nicht schon im Vorfeld entschieden ist.

[Harrison Ford wurde interviewt von Portmann Media]

«Mir ist es wichtig, von guten Schauspielern umgeben zu sein.»

Der charmante Brite erklärt, wie man als Gegenüber von Harrison Ford einen zünftigen Bösewicht spielt.

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Cineman: In Ihrem neusten Film spielt die Technik eine sehr entscheidende Rolle. Wie sehen Sie die Rolle der Technik?
Bettany: Ich denke, es gibt dem Film ganz allgemein eine neue Richtung. Ich habe von Technik keine Ahnung. Doch für diesen Film muss ich das auch nicht, denn ich habe eigentlich nur mit der gewalttätigen und einschüchternden Seite zu tun.

Ein weiteres Motiv ist der Verlust - sei es von Geld oder Menschen - und damit auch die Frage nach den Werten, die wichtig sind. Fanden Sie dies interessant, als Sie das Drehbuch gelesen haben?
Mein Beitrag zu genau dem war, dass ich nicht versucht habe, den klassischen schnauzwirbelnden Bösewicht zu spielen. Sondern einen Business-Man, der sagt: «Ich werde deiner Familie nichts tun, sofern du mir 100 Mio. Dollar gibst.» So einfach.

Das Tempo des Films ist rasant, actionreich und physisch fordernd. Auch der Schnitt ist sehr zackig. Muss man diese Intensität schon beim Spielen erfassen?
Man ist sich beim Dreh bewusst, dass jeder Moment zählen wird. Der Auftrag lautete, aufregend zu sein. Man muss beim Publikum eine Spannung und Neugier erzeugen. Eigentlich ist es einfach, keine Raketenwissenschaft.

Ist es für Sie über die Jahre hinweg wichtig geworden, wer neben Ihnen spielt. Ist Star-Power oder das Umgebensein von guten Schauspielern wichtig für Sie?
Mir ist es wichtig, von guten Schauspielern umgeben zu sein. Und Harrison Ford weiss natürlich genau, was es in diesem Genre braucht. Somit hatte ich einen grossartigen Lehrer. Das habe ich sehr genossen.

Macht es Spass, ein Bösewicht zu sein - vor allem mit dem Gedanken, dass man als solcher in Extreme gehen kann?
Ich habe versucht, das ein wenig auf niedriger Flamme zu halten. Ich versuchte, diese klassische Impulsivität zu vermeiden und tat mein Bestes, den Bösewicht ruhiger zu spielen als auch schon gesehen.

Wie spielt man einen Bösewicht?
Man muss irgendwie eine Hommage an die Guten einbringen und gleichzeitig etwas Neues finden, etwas Eigenes.

Hat das Film-Haus zur Dynamik beigetragen?
Ja. Sie haben ein sehr intelligentes Haus gewählt. Man ist für lange Zeit darin gefangen und doch verfügt das Haus über einen weitläufigen Ausblick. Man fühlt zwar die Klaustrophobie und hat dennoch eine Tiefe. Denn draussen sind dieser Fjord und die Berge. Das richtige Haus zu finden, stellt für einen Filmemacher sicherlich ein Problem dar, vor allem, wenn etwa ein Drittel des Films darin spielt.

[Paul Bettany wurde interviewt von Portmann Media]

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